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Die Pro Football Hall of Fame: Von der Entstehung bis zur Unsterblichkeit

Im kleinen Örtchen Canton im US-Bundesstaat Ohio befindet sich die Pro Football Hall of Fame. Das ist die Ruhmeshalle für alle, die im American Football aktiv waren. In den allermeisten Fällen sind es Akteure aus der NFL. Es gibt nur wenige Ausnahmen davon. Das Gelände in Canton ist aber auch ein Museum und Entertainment-Komplex für Fans.

Pro Football Hall of Fame

Eröffnet wurde die Pro Football Hall of Fame am 7. September 1963. Aber warum ausgerechnet in Canton? Eine (heute) 70.000 Einwohner Stadt im Nirgendwo? Wichtigster Grund dafür ist, dass die Einwohner der Stadt damals unbedingt die Hall of Fame wollten. Dafür wurde viel Geld in der Bevölkerung gesammelt, um den Zuschlag zu bekommen. Aber Canton ist auch aus einem anderen Grund die richtige Wahl. In einer Garage der Stadt wurde am 17. September 1920 die NFL gegründet – die damals noch American Professional Football Association hieß. Nach knapp einem Jahr Bauzeit waren die ersten Ausstellungsräume fertig.

Das ist die Pro Football Hall of Fame

Die Hall of Fame ist der Ort im American Football, an dem verdiente Spieler, Trainer und Funktionäre geehrt werden. Einen ersten Inductee gibt es nicht. Zum Start im Jahr 1963 wurden gleich 17 Personen aufgenommen. Darunter Legenden wie George Halas, Earl Lambeu, Bert Bell, George Preston Marshall oder Jim Thorpe. Interessant ist: Die Pro Football Hall of Fame ist offiziell in keiner Weise eine Einrichtung der NFL, sondern komplett eigenständig. Die Inductees müssen auch nicht zwangsläufig in der NFL aktiv gewesen sein. Aber bei fast allen war das so.

Nur ein Spieler (Stand März 2026) in der Hall of Fame hat nie in der NFL gespielt: Billy Shaw. Er war „nur“ in der AFL aktiv. Alle anderen Inductees hatten zumindest einen Kontakt zur NFL, auch wenn sie eher in der World League, USFL oder in einer Arena League gespielt haben. Stand 2026 hat die Pro Football Hall of Fame insgesamt 387 Mitglieder. Mittlerweile ist auch jedes Franchise mindestens einmal vertreten. Die meisten Hall of Famer haben die Chicago Bears – mit 32. Es ist auch ein Deutscher mit einer Büste geehrt worden: Ernie Stautner. Der in Bayern geborene Defensive Lineman hat bis 1963 für die Pittsburgh Steelers gespielt. Etwas schade: Eine Frau ist bisher nicht in der Hall of Fame.

Wie kommt man ein die Hall of Fame?

Damit ein Spieler in die Hall of Fame aufgenommen werden kann, muss er mindestens 5 Jahre im Ruhestand sein. Bei Trainern liegt die Frist bei einem Jahr. Alle anderen Vorschläge können jederzeit in die Ruhmeshalle kommen. Mögliche Kandidat*innen werden durch ein 50-köpfiges Komitee ausgewählt. Das setzt sich hauptsächlich aus Medienvertretern zusammen. Jedes NFL-Team entsendet einen Media-Vertreter ins Komitee – dazu kommen noch andere wichtige Menschen aus der Football-Welt. Die filtern dann Schritt für Schritt aus, welche Vorschläge in Frage kommen. In der Super Bowl Woche werden schließlich bis zu 8 Inductees in die Hall of Fame verkündet und aufgenommen.

BeimFootball aus Instagram

Jedes Mitglied in der Pro Football Hall of Fame bekommt ein goldenes Jackett, einen Ring und eine Büste in Canton. Die können sich Fans und Besucher des Hall of Fame Village anschauen, so heißt der Komplex mittlerweile. Das Gelände ist als eine Art Football-Vergnügungspark angelegt, inklusive Museum, Hotels, Sportplätzen und bald sogar mit eigenem Indoor Wasserpark! Für knapp 50 Dollar Eintritt gibt es also eine Menge rund um die Hall of Fame zu erleben.

MatthiasGindorf
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Matthias Gindorf, Football-Journalist und Radio-Macher aus Berlin.

Seit dem Jahr 2000 in den Medien aktiv - unter anderem tätig für den ARD Hörfunk, DAZN, Crunchtime Magazin, Sports Illustrated und die NFL Deutschland.

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