Hard Knocks Los Angeles

Die NFL kann nicht nur Live-Football. Wer den NFL Game Pass hat, wird sich bestimmt schon durch die fast unendliche Fülle an Dokumentationen gearbeitet haben. Ein ganz besonderes Highlight ist dabei in jedem Jahr die Serie Hard Knocks. Die zeigt den Trainingsalltag eines Teams vor Saison-Beginn – also etwas anders als bei All or nothing, das eine komplette Saison verfolgt. Weil im Jahr 2020 so vieles anders ist, geht es in der neuen Staffel Hard Knocks um gleich 2 Teams – die beiden aus Los Angeles: Rams und Chargers. Ich habe für euch reingeguckt. Hier mein erster Eindruck.

Hard Knocks - Logo
Quelle: Screenshot

Hard Knocks gibt es schon seit 2001, als die Baltimore Ravens Thema waren. Erst seit 2012 gibt es jedes Jahr eine neue Staffel. Produziert wird die Serie gemeinsam von der NFL und HBO, wo die Folgen in den USA zuerst gezeigt werden. Kurz danach sind sie auch über den NFL Game Pass in Deutschland zu sehen. Allerdings nicht alle auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Das Material ist auch sehr frisch. Denn wir sehen in dieser neuen Staffel den Alltag der Chargers und der Rams in Zeichen von Corona, Abstand, Maske und allem was dazu gehört.

Corona in Kalifornien

Die neue Staffel beginnt mit Szenen aus dem Büro von Chargers Head Coach Anthony Lynn. In einem Zoom-Call richtet er erste Worte an seine Spieler. “This year will be chaos!” ist gleich ein Satz, der dabei hängen bleibt. Dem Team sieht man dann zum Teil auch die Ernsthaftigkeit der Lage in den Gesichtern an. Es wird zwar auch rumgealbert. Aber das muss wohl bei einem so großen Zoom-Call sein. In einem coolen Zusammenschnitt ist auch zu sehen bzw. zu hören, dass die Spieler einige Fragen zum Corona-Alltag haben.

Hard Knocks - Chargers
Quelle: Screenshot

Auch LA Rams Head Coach Sean McVay ist schon nach wenigen Minuten zu sehen, wie er mit seinem Staff das Trainingszentrum in Kalifornien einrichtet. Auch hier ist mir gleich ein Satz im Gedächtnis geblieben: Das Coaching-Team ist ganz froh in Kalifornien arbeiten zu können, wo das Wetter vieles outdoor zulässt. Sicher ein Vorteil in Corona-Zeiten gegenüber Teams im hohen Norden. Spannend sind auch die Blicke in die Kabinen und die Facilities. Man sieht Trennwände, Abstandshalter und viele Sicherheitshinweise. Das macht schon etwas Hoffnung, dass vernünftig mit Corona umgegangen wird. Auch auf den Trainingsplätzen werden Masken getragen – meistens jedenfalls!

Chargers Coach hatte auch Covid-19

Die wohl mitreißendste Szene der ersten Folge Hard Knocks Los Angeles ist, als LA Chargers Coach Anthony Lynn schildert, dass auch er an Covid-19 erkrankt war und nur durch Zufall getestet wurde. Das war vor Ausstrahlung nicht bekannt. Wir sehen das Zuhause von Sean McVay, Melvin Ingrams eigenwilliges Auto, gestandene Profis mit Angst vor dem Corona-Test, dass direkt neben dem Chargers Camp ein Ikea ist und wie die Anlagen desinfiziert werden. Zweifelhaftes Fehlverhalten ist natürlich nicht zu sehen. Das würde auch ein schlechtes Bild auf die NFL werfen.

Spannend ist, wie die NFL vor ein paar Jahren geregelt hat, welche Teams in Hard Knocks vorgestellt werden. Die können sich freiwillig melden. Oder aber sie können verpflichtet werden. Aber nur dann, wenn sie in den vergangenen 10 Jahren noch nicht dran waren, keinen neuen Head Coach haben bzw. in den beiden vorigen Jahren nicht in den Playoffs waren. So kommt es auch, dass die Rams jetzt “schon wieder” dabei sind. 2016 waren sie nämlich schon bei Hard Knocks. 2020 haben sie sich freiwillig gemeldet.

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Wer sich den NFL Gamepass nicht leisten möchte und etwas Geduld hat, der kann Hard Knocks 2020 auch im Free-TV angucken. ProSieben Maxx zeigt gleich mehrere Folgen am 6. September – also kurz vor dem geplanten NFL-Saisonstart. Das sogar in der Prime Time ab 19.30 Uhr und deshalb auch mit einem deutschen Off-Sprecher. Die eigentlichen Protagonisten bleiben im Original. Ob so, oder im Original über den Game Pass (oder für ganz clevere auch über HBO im Original): Hard Knocks Los Angeles lohnt sich auf alle Fälle, um den NFL-Alltag im Hintergrund noch besser zu verstehen. Und ich frage mich jedes Mal, ob so etwas auch mit dem FC Bayern München klappen könnte…

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