Cincinnati Bengals – Die Geschichte

Die Cincinnati Bengals, die wir heute kennen, sind die zweiten ihrer Art. Schon von 1937 bis 1941 existierte ein Football-Team mit diesen Namen. Das hat aber mit den heutigen Bengals nichts zu tun. „Die Geschichte hinter den Teams“ mit besonders gebildeten Spielern, aber mit wenig Erfolg. Es geht um zu viel Kokain am Abend vor einem Super Bowl und einen Deutschen, der weiter von der NFL träumt.

Cincinnati Bengals - B
Quelle: NFL

Die Geschichte dieser Cincinnati Bengals beginnt 1967. Die American Football League vergab damals eine Lizenz an die Stadt in Ohio, um die Liga aufzustocken. Paul Brown nahm sich der Sache an, der ein paar Kilometer entfernt bei den Cleveland Browns schon eine sehr erfolgreiche Zeit hinter sich hatte. Paul Brown entschied sich dazu, den Namen der früheren Bengals zu „reaktivieren“ und wählte auch die Teamfarben aus. Dabei ließ er sich der Legende nach durch die Teamfarben seines früheren College-Teams inspirieren und auch durch einen bengalischen Tiger, der damals im Zoo von Cincinnati lebte.

Das spannende an der Gründung der Cincinnati Bengals ist, dass zu dem Zeitpunkt schon der Zusammenschluss von AFL und NFL beschlossen war. Ohne die Bengals hätte es in der „neuen NFL“ eine ungerade Zahl an Teams gegeben. Deshalb die kurzfristige Aufstockung der AFL. Paul Brown wollte eigentlich auch gar nicht in die „kleine AFL“ investieren. Jetzt bekam er aber die Chance, nach 2 Jahren ein Teil des neuen Produkts zu werden. Außerdem wurde auch ein schickes neues Stadion in der Stadt gebaut. So begann mit der Saison 1968 die Geschichte der Cincinnati Bengals – und das gleich mit 11 Pleiten. Auch im Jahr darauf wurde es kaum besser.

Cincinnati Bengals - Helm
Quelle: NFL

Lichtblick in den Anfängen war Running Back Paul Robinson, der unter Gründer und jetzt auch Coach Paul Brown richtig aufblühte. Der Coach hat zu Beginn auffällig viele Spieler verpflichtet, die auf dem Papier ziemlich klug waren. Harvard-Absolventen oder andere College-Größen. Von wegen „Dumm kickt gut!“ Im ersten Jahr in der NFL reichte es für die Bengals auch sofort für die Playoffs – auch wenn es da eine 0:17 Pleite gegen die Colts hagelte. Die folgenden Spielzeiten liefen dann alle ziemlich unterschiedlich. Mal eine 10:4 Bilanz – dann mal 4:10. In den 1970ern wurden nur 3 Mal die Playoffs erreicht und dabei gab es nicht einen Sieg.

Neuer Schwung für die Cincinnati Bengals

Paul Brown hatte den Trainerposten mittlerweile abgegeben, es kamen neue – es gingen auch neue Trainer. Erst Forrest Gregg hauchte dem Team neuen Schwung ein. Der ehemalige Green Bay Packer-Spieler wusste, wie Erfolg geht – schließlich hatte er unter dem legendären Vince Lombardi gespielt. Schon in seiner zweiten Saison 1981 führte er die Cincinnati Bengals einmal quer durch die Playoffs bis in den Super Bowl! Hier warteten die San Francisco 49ers mit Joe Montana. Da kann man mal verlieren und das taten die Bengals auch – mit 21:26. Einen eigenen Star hatte man aber auch: Quarterback Ken Anderson wurde u.a. MVP der Saison.

Auch Anthony Munoz war eine große Stütze der Cincinnati Bengals. Viele sagen sogar, der Offensive Tackle war einer der besten Spieler des Teams und sogar der gesamten NFL. Er bliebt bis 1992 und ist heute völlig zurecht in der Hall of Fame. Auch er war 1982 dabei, als die Bengals den sogenannten „Freezer Bowl“ spielten. Das Spiel gegen die Chargers gilt als das kälteste der NFL-Geschichte – gemessen an der gefühlten Temperatur. Im Stadion soll dieser „Wind Chill Factor“ bei -45 Grad Celsius gelegen haben! Beim „Ice Bowl“, dem offiziell kältesten Spiel der Geschichte – gemessen an der tatsächlichen Temperatur“, stand das Thermometer „nur“ bei -25 Grad Celsius.

Noch ein Super Bowl Versuch

Die 1980er waren mit Abstand das erfolgreichste Jahrzehnt für die Cincinnatti Bengals. 1988 stand man wieder im Super Bowl und wieder waren die 49ers die Gegner. Die Saison lief bis hier hin erstaunlich gut. Die Offensive spiele alles in Grund und Boden. Leider ging am Super Bowl-Wochenende dann jede Menge schief. Running Back Stanley Wilson wurde am Abend vor dem Spiel beim Koksen erwischt, Tackle Tim Krumrie brach sich im Spiel das Bein und das auf der anderen Seite Joe Montana und Jerry Rice zauberten, war auch nicht hilfreich. Das Spiel ging mit 16:20 verloren und am Ende waren wohl alle Bengals froh, dass nicht noch mehr schiefgehen konnte.

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In der Saison 1990 wurden noch einmal die Playoffs erreicht, dann begann eine Phase der Probleme, Umbrüche und Neuanfänge. Paul Brown starb und überließ die Geschäfte seinem Sohn Mike Brown. Aus dem Super Bowl-Kandidaten wurde in den 1990ern fast schon eine Lachnummer. Der Sieg gegen die Houston Oilers in der Wild Card Runde 1990 war der bis heute (!) letzte in der Postseason. 14 (!) Spielzeiten am Stück konnte keine positive Saisonbilanz erzielt werden. Das führt natürlich dazu, dass viel experimentiert wird – auf dem Trainerposten und auf dem Feld. Da gab es ab 2000 auch ein ganz neues – ein neues Stadion. Das Paul Brown Stadion. Vielleicht war es der prominente Name, der einen kleinen Aufschwung brachte.

Carson Palmer kommt

Die Saison 2003 ist eine kleine Zäsur in der Geschichte der Cincinnatti Bengals. Mit Marvin Lewis wurde ein neuer Head Coach präsentiert, der bis zur Saison 2018 an der Seite stand – und es kam der große Franchise-Quarterback: Carson Palmer. Er knackte auf Anhieb allerhand Team-Rekorde und führte sein Team 2005 auch mal wieder in die Playoffs – aber ohne Erfolg. 2008 gelang das Kunststück, die ersten 8 Spiele in Folge zu verlieren und ein seltenes Unentschieden zu erreichen. 2010 überraschte man mit 2 Neuverpflichtungen: Terrell Owens und Adam „Pacman“ Jones. Einer etwas in die Jahre gekommen. Der andere mit kriminellen Tendenzen. Sportliche Großtaten blieben aus.

Cincinnati Bengals - Schrift
Quelle: NFL

Die Liste der bekannten Namen geht noch weiter. Wide Receiver A.J. Green kam 2011 nach Cincinnati genau wie der nächste Franchise-Quarterback Andy Dalton. Beide bildeten das perfekte Duo und starteten eine sehr eigentümliche Serie. Von 2011 bis 2015 wurden jeweils die Playoffs erreicht – und jedes Jahr wurde gleich das erste Spiel in der Wild Card Runde verloren. Das muss man auch erstmal hinbekommen. Das Jahr 2015 fing dabei noch so vielversprechend an – mit 8 Siegen am Stück. Am Ende war es wieder die fehlende Konstanz, die mehr verhinderte. Seit 2015 fanden die Playoffs wieder ohne die Bengals statt.

Die Cincinnati Bengals heute

Mit Zac Taylor steht ein neuer Head Coach bereit, A.J. Green ist verletzt und diverse Power Rankings sehen die Cincinnati Bengals ziemlich weit hinten. Viel erwarten kann man also nicht unbedingt. Das Team ist etwas überaltert und strahlt aktuell auch nicht wirklich etwas gefährliches aus. Zu erwähnen ist hier noch, dass mit Moritz Böhringer immerhin ein Deutscher mittrainiert. Der Tight End hat einen Platz im Practice Squad bekommen. Wahrscheinlich würde er lieber im 53-Mann Kader stehen, um endlich sein erstes richtiges NFL-Spiel zu machen. Der Stuttgarter wird in diesem Jahr 26 Jahre alt. Noch ist also etwas Zeit für den Durchbruch!


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