San Francisco 49ers – Die Geschichte

Nach der Ostküste und den New England Patriots und dem Süden mit den Houston Texans – geht es weiter an der Westküste. In meiner 32teiligen Serie „Die Geschichte hinter den Teams“ geht es dieses Mal um die San Francisco 49ers.  Das Team gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten in der NFL – es war das Zuhause des vielleicht populärsten Quarterbacks aller Zeiten. Aber an den San Francisco 49ers stimmt auch so einiges nicht. All das jetzt hier im Blog.

49ers - Logo

Quelle: 49ers.com

Der Teamname der San Francisco 49ers ist aktuell ziemlich irreführend. Das Team wurde nicht etwa 1949 gegründet, wie vielleicht zu vermuten ist. Die Geschichte beginnt 1946. Die Heimspiele werden auch nicht in San Francisco ausgetragen, sondern in Santa Clara. Das Örtchen ist etwa 80 km von der Golden Gate Bridge entfernt. Zum Vergleich: Das wäre so, als wenn Alemania Aachen sich als Club aus Köln beschreiben würde. Aber der irreführende Name der 49ers hat natürlich seine Gründe.

Pionierarbeit bei der Gründung der 49ers

Der Name des Teams geht natürlich auf den Goldrausch an der Westküste der USA zurück. Der erreichte 1849 seinen Höhepunkt. Die Pioniere von damals werden auch „Fourty-Niners“ genannt. Die Gründung der Footballmannschaft in San Francisco war auch eine Art Pionierarbeit, denn es gab damals mit den LA Rams nur noch ein anderes Profi-Team im Westen. Also wurde das Land auf gewisser Weise wieder neu erschlossen – wie knapp 100 Jahre zuvor.




Die ersten Jahre spielten die 49ers in der AAFC – der All American Football Conference. Als die sich auflösen musste, kam es zum Wechsel in die NFL – das war 1950. Es ging langsam bergauf, bis Mitte des Jahrzehnts das sogenannte „Million Dollar Backfield“ entstand. Ein Achse aus vier zukünftigen Hall of Famern. Das waren Quarterback Y.A. Tittle, die Halfbacks Hugh McElhenny und John Henry Johnson, sowie Fullback „The Jet“ – Joe Perry. 1957 wurden dann zum ersten Mal die NFL-Playoffs erreicht.

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Am 27. Oktober 1957 kam es beim Spiel der 49ers gegen die Chicago Bears zum wohl emotionalsten Moment der Vereinsgeschichte. Die Bears lagen zur Halbzeit mit 17:7 vorn. In der Pause erfuhren die Spieler, dass San Franciscos Vereinsgründer und Besitzer Tony Morabito an einem Herzinfarkt gestorben ist. Das Spiel ging weiter und San Francisco holte den Sieg mit 21:17.

Lange Durststrecke für die 49ers

Nach der Playoff-Teilnahme 1957 passierte erstmal nicht mehr wirklich viel bei den 49ers. Headcoach Red Hickey machte aber mit einer neun Spielweise Schlagzeilen. Er ließ sein Team als erstes überhaupt in der Shotgun Position starten. Heute ist das Alltag – damals eine Revolution. Zählbare Erfolge blieben aber trotzdem aus. Erst 1970 ging es wieder in die Playoffs. Es folgten Katastrophen-Jahre mit 5 verschiedenen Starting-Quarterbacks, 3 verschiedenen Trainern und einem Besitzer-Wechsel.

49ers - Helm

Quelle: 49ers.com

Im Jahr 1979 wurde Bill Walsh der neue Headcoach, auf dem Platz stand auch ein gewisser O.J. Simpson, der Quarterback hörte auf den Namen Joe Montana. Schon 1981 lief die Maschine 49ers auf voller Stärke. Es kam zu einem Durchmarsch bis in den Super Bowl XVI gegen die Cincinnatti Bengals – der auch mit 26:21 gewonnen wurde.

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Unter Heachcoach Bill Walsh wurden noch zwei weitere Super Bowls geholt – in der Saison 1984 und 1988. Im Jahr darauf war George Seifert der Mann an der Linie, mit dem der Titel 1989 verteidigt wurde. Mittlerweile gehörte auch Jerry Rice zum Stamm den 49ers – einer der vielleicht besten NFL-Spieler überhaupt. Wer in den 1980ern über die NFL sprach, kam an San Francisco nicht mehr vorbei. Man könnte sagen, es war damals so wie heute mit den New England Patriots.

Montana vs. Young

Der Höhenflug der 49ers hielt noch bis Mitte der 1990er – aber es fing auch an zu bröckeln. Joe Montana verletzte sich und Steve Young sprang für ihn ein. Der spielte so gut, dass nach der Saison 1992 eine große Diskussion aufkam: Wer soll starten? Joe Montana zog schließlich den kürzeren und ging zu den Kansas City Chiefs und spielte da noch zwei Jahre.

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In der Saison 1994 holten die 49ers schließlich ihren fünften Super Bowl und stellten damit einen neuen Rekord auf, über den Tom Brady heute sicher müde lächelt. In den Jahren danach ließ der Erfolg immer mehr nach. 1999 zog sich Steve Young eine Gehirnerschütterung zu, die ihn zum Rücktritt bewegte. Terrell Owens  und Jerry Rice blühten noch etwas, zwischen 2003 und 2010 fanden die NFL-Playoffs dann ohne das Team in Rot und Gold statt.

Neu auf dem Platz: Colin Kaepernick

In der Saison 2012 kam es wieder zu einem spektakulären Quarterback-Wechsel. Alex Smith verletzte sich schwer (was ihm später noch häufiger passieren sollte) und seinen Platz übernahm Colin Kaepernick. Er führte das Team sogar wieder in den Super Bowl – oder auch „HarBowl“ oder „Brother Bowl“ genannt. Denn Trainer der 49ers war Jim Harbaugh – sein Bruder John trainierte den Gegner Baltimore Ravens. Der Titel ging damals an John.

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Über Colin Kaepernick selbst muss auch noch ein Wort verloren werden. Nach guten Leistungen zu Beginn und der Super Bowl-Teilnahme, begann schon 2015 sein Stern zu sinken. In Woche 3 musste er für Blaine Gabbert Platz machen. Vor der folgenden Saison kam dann der Einschnitt in Kaepernicks Geschichte und vielleicht auch etwas in der Geschichte der NFL. In einem Preseason-Spiel blieb er nicht wie üblich bei der Hymne stehen, sondern setzte sich auf die Bank.

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Colin Kaerpernick hat ein Zeichen gesetzt. Er will auf etwas aufmerksam machen, was in seinem Land nicht stimmt. Er protestiert gegen Rassismus, gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. Dass das politisch ausgeschlachtet wird, war sicher sein Ziel. Leider fokussiert sich dabei alles auf seine Missachtung von Flagge und Hymne. Seit diesem Tag im August 2016 sind in den USA viele Menschen durch rassistisch motivierte Taten gestorben. Polizeigewalt gegen Schwarze passiert auch weiter. Und dann stellt sich noch der Präsident des Landes hin und hetzt mit, statt etwas zu unternehmen… Wie krank ist das?

Die 49ers heute

Die San Francisco 49ers der Gegenwart sind noch immer in einer Art Findungsphase. Die vergangene Saison sollte von Quarterback Jimmy Garoppolo angeführt werden. Im dritten Spiel riss er sich aber das Kreuzband. Die Saison wurde dann von Nick Mullens zu Ende gespielt. Mit ihm auf dem Platz steht auch ein Deutscher – Mark Nzeocha. Der Linebacker hat sich nach vorne gespielt und hätte es fast noch zum Pro Bowl geschafft.

Zum Ende komme ich noch mal auf den Spielort der San Francisco 49ers zurück. Die größten Erfolge wurden im Candlestick Park gefeiert. Eines der kultigsten Stadien der NFL. Mittlerweile ist das abgerissen und auf dem Gelände entsteht ein Einkaufszentrum. Seit der Saison 2014 spielen die 49ers im Levi’s Stadium in Santa Clara.  Die Arena war auch mal als Teil einer Olympia-Bewerbung für 2016 gedacht. Daraus wurde nichts. Dafür fand hier ein großes Jubiläum der NFL statt – nämlich Super Bowl 50. Alles zwar nicht in San Franciso. Aber immerhin in der Bay Area.

2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans
1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England Patriots

 

9 Pings

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  1. […] 3/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England Patriots […]

  2. […] der anderen Seite der Bay gespielt werden – im Kezar Stadium in San Francisco, wo auch die 49ers aktiv waren. Zum Ende der Saison durften die Raiders in den Candlestick Park, wo die Giants […]

  3. […] zum Football. 2016 war Colin Kaepernick der Hoffnungsträger der San Francisco 49ers – und Donald Trump mitten im Wahlkampf. Der Quarterback blieb in einem Preseason-Spiel […]

  4. […] Playoff-Heimspiel seit 1962 (!) gewonnen – und das ausgerechnet gegen den amtierenden Meister San Francisco. Für viel mehr reichte es nicht. Aber in der Saison 1986 galten die New York Giants als ganz […]

  5. […] Geschichte hinter den Teams: Oakland Raiders 4/32: Die Geschichte hinter den Teams: Chicago Bears 3/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New […]

  6. […] Das Interesse ließ nach, weil Cleveland immer alles gewann. So kam es dann, dass die Browns, die San Francisco 49ers und die Baltimore Colts in die NFL wechselten und die anderen 5 Teams inkl. der gesamten Liga […]

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  8. […] Nick Bosa getippt – ein Defensive End aus Ohio State. Den sehen viele Experten eher bei den San Francisco 49ers – also an zweiter Stelle insgesamt. Die Cardinals werden sich aber wohl für Quarterback […]

  9. […] Super Bowl Teilnahme. Es war der berühmte „HarBowl„. Denn der Trainer der Gegner, der San Francisco 49ers, war Jim Harbaugh. Der Bruder von Ravens Headcoach John Harbaugh. Er durfte nach einem 34:31 den […]

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