Atlanta Falcons – Die Geschichte

Sie waren so dicht dran am Titel: Im Super Bowl LI führten die Atlanta Falcons mit 25 Punkten Vorsprung gegen die New England Patriots. Was dann folgte, ist NFL-Geschichte. Wie die Falcons bis dahin gekommen sind, was sie bis heute noch immer nicht geschafft haben und welche Rolle MC Hammer bei all dem spielt. Das alles in dieser Ausgabe von „Die Geschichte hinter den Teams“.

Atlanta Falcons - Logo
Quelle: NFL

Die Geschichte der Atlanta Falcons beginnt 1962 – und damit 4 Jahre vor dem ersten Spiel. Zu dieser Zeit hielt die noch relativ neue AFL in Atlanta Preseason-Spiele ab, um für sich zu werben. Die Stadt begann damals auch gerade damit ein Stadion zu bauen. Da wurden später die Milwaukee Braves aus der Major Leauge Baseball untergebracht. Wie so häufig sollten sich also Baseball und Football ein Stadion teilen. Die Idee wurde auch von diversen Geschäftsleuten in Atlanta vorangetrieben.

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Am 8. Juni 1965 vergab die AFL tatsächlich ein Franchise nach Atlanta. NFL-Commissioner Pete Rozelle fand das gar nicht gut, kam in die Stadt und stellte ein Ultimatum: „Entscheidet euch bis 30. Juni für die AFL oder doch lieber für die etablierte NFL!“ Der Geschäftsmann Rankin M. Smith machte schließlich das Rennen und er wollte mit dem Atlanta Football-Team in die NFL. Eigentlich sollte die Liga erst 1967 um zwei Teams erweitert werden. Der Deal mit Atlanta wurde aber ein Jahr vorgezogen, so dass die NFL mit 15 Teams in die Saison ging.

Wie die Atlanta Falcons ihren Namen bekamen

Für das neue Team wurde auch in Atlanta ein Wettbewerb gestartet. Die Vorschläge waren ziemlich bunt. Da gab es die Atlanta Knights, Bombers, Rebels, Crackers, Thrashers, Lancers, Firebirds, Fireballs und Atlanta Thunderbirds. Schließlich gewann die Lehrerin Julia Elliott mit ihrer Idee. Sie schlug Atlanta Falcons vor, weil der Falke so „stolz und würdevoll“ ist. Die Macher dachten damals groß und wollten auch eine große Nummer als Headcoach. Paul Brown oder Vince Lombardi waren im Gespräch. Lombardis Assistent aus Green Bay – Norb Hecker – wurde es schließlich.

Atlanta Falcons - Helm
Quelle: NFL

Als erster gedrafteter Spieler der Atlanta Falcons wird Tommy Nobis geführt. Der Linebacker wurde damals auch von den Houston Oilers aus der AFL gedraftet. Aber Nobis entschied sich für Atlanta, obwohl sogar NASA-Astronauten aus dem All versucht hatten auf ihn einzuwirken. Das Team stand also, es gab ein Stadion und zur Saison 1966 gab es auch in Atlanta Profi-Football der NFL. In etwas mehr als einem Monat waren sofort alle Tickets für die Heimspiele verkauft!

Dürftiger Start für die Falcons

Das erste Spiel der Falcons ging dann aber gleich verloren – am 11. September 1966 mit 14:19 gegen die LA Rams. Insgesamt gingen sogar die ersten 9 Spiele der Saison verloren. Erst Mitte November gab es den ersten von am Ende nur 3 Siegen. Im folgenden Jahr reichte es sogar nur zu einem einzigen Sieg. Die gesamten 1960er Jahre konnten die Atlanta Falcons keine positive Saison-Bilanz erreichen. Das klappte erst auf den letzten Drücker der Saison 1971. Im letzten Spiel der Regular Season wurden die New Orleans Saints mit 24:20 besiegt. Für die Playoffs reichte es noch nicht.

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Die nächste positive Saison-Bilanz wurde 1973 erreicht – in einem Jahr voller Höhen und Tiefen. Am ersten Spieltag wurden die Saints mit 62:7 weggebügelt. In dem Spiel fielen dutzende Team-Rekorde. In den folgenden 3 Spielen schafften die Falcons aber insgesamt nur noch 15 Punkte. Dann wurden plötzlich wieder 7 Spiele am Stück gewonnen. Am Ende stand Atlanta bei 9:5 Siegen und verpasste doch wieder die Playoffs. Das klappte erst 1978 mit einer respektablen Defensive.

Endlich Playoffs für Atltanta

Das erste Playoff-Spiel der Falcons-Geschichte fand an Heiligabend 1978 statt. Gegner waren die Philadelphia Eagles, die lange Zeit mit 13:0 führten. Das Spiel konnte aber noch zu einem 14:13 Sieg gedreht werden. Eine Woche später flogen die Falcons gegen die Cowboys raus. In der Saison 1980 lief es dann richtig gut. Mit einer Bilanz von 12:4 ging es in die Playoffs und da kam es zu einem Spiel, von dem Atlanta bis heute traumatisiert ist. Die Cowboys zauberten im letzten Viertel 20 Punkte aufs Feld und besiegelten so die 27:30 Niederlage der Falcons. Fans sprachen lange von der schlimmsten Niederlage in Atlantas Sportgeschichte.

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Die folgenden Spielzeiten waren für die Falcons Fans maximal „Hausmannskost“. Mal 3, mal 4 und maximal 7 Siege pro Saison – mehr war nicht drin. Im Jahr 1989 begann dann die „Prime Time“, als Cornerback Deion Sanders gedraftet wurde. Er brachte den Glamour in die Stadt – und auch gleich etwas Ärger. Denn er spielte nicht nur Football, sondern auch noch Baseball für die New York Yankees. Sanders gab die Antwort auf allen Ärger mit Leistung auf dem Platz. Er war auch der erste Sportler, der innerhalb einer Woche einen Touchdown und einen Homerun erzielt hat. Krasser Typ!

Here come the Men in Black

Mit Beginn der 1990er spielten die Falcons in dunkleren Trikots als bis dahin. Am Spielfeldrand sorgte MC Hammer für Spektakel, der damals mit „You can’t touch this“ in den Charts war. Einige Spieler hatten sogar einen Auftritt in dem Musikvideo dazu. 1992 wurde außerdem ein neues Stadion bezogen – der Georgia Dome. Der war damals das zweitgrößte überdachte Stadion der Welt. Der Dome sollte nur 25 Jahre Heimspielstätte sein. Playoff-Football sah er erst 1995 ganz kurz. Sonst lief es sportlich weiter nur mittelmäßig für die Falcons.

Atlanta Falcons - Schrift
Quelle: NFL

Alles wurde besser 1998. Headcoach war mittlerweile Dan Reeves, der mit den Dallas Cowboys schon zweimal den Super Bowl gewonnen hatte. Der Quarterback hieß Chris Chandler, Jamal Anderson war der Star auf der Runningback-Position. Es stimmte so gut wie alles im Team und so war der Durchmarsch in den Super Bowl XXXIII irgendwie zu erwarten. Gegner waren die Denver Broncos – angeführt von John Elway und ebenfalls ein Ex-Team von Coach Dan Reeves. Der hatte sich im Laufe der Saion noch am Herzen operieren lassen müssen. All die Vorfreude, Lobeshymnen und guten Wünschen halfen nicht. Die Falcons verloren mit 19:34.

Mit den besten Wünschen fürs neue Millenium…

Im Jahr 2001 kam der nächste schillernde Spieler nach Atlanta – Quarterback Michael Vick. Bevor er mit illegalen Hundekämpfen und Gefängnisaufenthalten Schlagzeilen machte, gelang Vick mit den Falcons eine Sensation. In der Wild Card Runde der Playoffs 2002 gewann Atlanta in Green Bay mit 27:7. Das war damals die erste Playoff-Heimniederlage der Packers überhaupt. Nur zur Einordnung: In Green Bay wurde bis dahin schon über 80 Jahre lang Football gespielt. Trotzdem war für die Falcons eine Woche später die Saison zu Ende.

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In der Saison 2004 klopften die Atlanta Falcons noch einmal am Super Bowl. Im NFC Championship Game waren die Eagles aber doch eine Nummer zu groß und versauten den großen Wurf. Der gelang Michael Vick aber dennoch. Er unterschrieb einen 10-Jahres-Vertrag in Atlanta – über 130 Millionen Dollar und mit einem 37 Millionen Dollar Signing-Bonus. Damit wurde er zum Top-Verdiener aller Zeiten – Stand 2004. Nur kurz danach kamen seine anderen Machenschaften ans Licht.

Die Mike Smith Era beginnt

Als Mike Smith zur Saison 2008 zum Headcoach wurde, hatten die Falcons schon über ein Dutzend Trainer verschlissen. Er brachte die Erfahrung eines Super Bowl-Sieges mit. Mit ihm wurde das Team umgekrempelt und neu aufgestellt. Auch Matt Ryan wurde damals schon gedraftet, um neuer Starting-Quarterback zu werden. Zusammen wurde immerhin auf Anhieb die Wild Card Runde der Playoffs erreicht. Die folgenden Jahren waren insgesamt wenig spektakulär. Es passt aber das Motto: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – bzw. der Falke.

Atlanta Falcons - nur Logo
Quelle: NFL

In der Saison 2012 zogen die Falcons wieder ins NFC Championship Game ein. Matt Ryan war mittlerweile eine feste Größe, Wide Receiver Julio Jones lief heiß und auch Tight End Tony Gonzalez wusste zu überzeugen. Die 24:28 Niederlage gegen die 49ers passte dann aber gar nicht ins Bild. Prompt folgten auch wieder 3 Jahre ohne Postseason-Teilnahme. Mal wieder wurde der Headcoach ausgetauscht und Dan Quinn übernahm. Er machte die flügellahmen Falcons fit und in der Saison 2016 überrannten sie alles, was ihnen in die Quere kam. 540 Punkt wurden in der Regular Season erzielt. Die Belohnung: Super Bowl LI gegen die New England Patriots.

Ein Super Bowl für die Geschichtsbücher

Die Falcons waren leichter Favorit und spielten auch in Houston wie im Rausch. Als sie mit 28:3 in Führung lagen, habe ich schon auf der Tribüne für meinen Rückflug eingecheckt. Tom Brady entschied sich in dem Spiel doch noch Tom Brady-Dinge zu tun und rettete seine Patriots in die erste Overtime eines Super Bowls überhaupt. Die 25 Punkte wurden aufgeholt und die Patriots holten sich doch den Titel. Für Atlanta blieb nur die Tatsache, Teil des verrücktesten Super Bowls bis hier hin gewesen zu sein.

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Die Belohnung für diese Schmach bekamen die Falcons in Form eines neuen Stadions. Der alte Georgia Dome hatte ausgedient und direkt daneben wurde das Mercedes Benz Stadium eröffnet. Die Arena hat etwas mehr als 1 Milliarde Dollar gekostet, hat eine 360 Grad Videoleinwand unter dem Dach, es gibt 650 Verpflegungsstände und rund 2.500 Monitore, damit niemand auch nur eine Sekunde vom Spiel verpasst. Das Stadion war auch Austragungsort des Super Bowl LIII in diesem Jahr.

Mercedes Benz Stadium

Mit dem neuen Stadion lief es für die Atlanta Falcons seit ihrem Super Bowl-Auftritt nicht mehr sonderlich gut. In der folgenden Saison waren die Playoffs gegen den späteren Champions aus Philadelphia zu Ende, 2018 war schon nach der Regular Season Feierabend. In diesem Sommer gab Matt Ryan in einem Interview die Marschrichtung für die Saison 2019 vor: „Ein Super Bowl Sieg“ ist möglich“, sagte der Quarterback. Wird auch Zeit. Bis heute sind die Atlanta Falcons eines von 12 Teams, das noch keinen Titel gewinnen konnte.


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