New Orleans Saints – Die Geschichte

Wer an die New Orleans Saints denkt, denkt sicher automatisch an Drew Brees. Der Ausnahme-Vorzeige-Quarterback war der Held, den die Stadt brauchte, als ein Hurrikan den Alltag stoppte. Die Saints haben zwar „nur“ einen Super Bowl gewonnen, gehören aber zu den beliebteren Clubs des Landes. In der vergangenen Saison musste das Team die vielleicht größte Fehlentscheidung der NFL-Geschichte über sich ergehen lassen. Kommt mit auf eine Zeitreise durch rund 50 Jahre New Orleans Saints.

New Orleans Saints - Logo
Quelle: NFL

Die Geschichte der New Orleans Saints beginnt am 1. November 1966. An dem Tag wurde verkündet, dass die Stadt in Louisiana ein NFL-Team bekommen wird. Vorausgegangen war ein Deal zwischen mehreren Politikern, Medienvertretern, dem heimischen Unternehmer David Dixon und dem damaligen NFL-Commissioner Pete Rozelle. Der Zusammenschluss von AFL und NFL stand bevor und der musste durch den US-Kongress abgesegnet werden. In Louisiana war jetzt Unterstützung dafür da und schließlich kam auch der Football in die Stadt.

Der Name des neuen Football-Teams war auch schnell gefunden. In der Stadt des Jazz und der Hymne „When The Saints Go Marching In“ lag der Name „Saints“ auf der Hand. Mit der Verkündung des neuen Teams wurde auch extra bis zum All Saints‘ Day – wir würden Allerheiligen sagen – am 1. November 1966 gewartet. Sogar die katholische Kirche der Stadt gab ihr OK für die New Orleans Saints. Zur Saison 1967 sollte der Spielbetrieb beginnen – im Tulane Stadium, das bis dahin schon einige Exhibition-Games gesehen hatte.

Fast der beste Start, den man sich vorstellen kann

Das erste Spiel der New Orleans Saints fand statt am 17. September 1967. Zu Gast waren die LA Rams. Direkt im ersten Drive schaffte der Liga-Neuling einen 94 Yards Kickoff-Return-Touchdown. Geholfen hat es nicht viel, am Ende setzte es eine 13:27 Niederlage. Die Saison ging schließlich mit einer 3:11 Bilanz zu Ende. Nicht gerade überragend, aber immerhin zu dem Zeitpunkt noch die beste Bilanz für ein Expansion-Team. Die Jahre danach waren im weitesten Sinne ziemlich erfolglos für die Saints.

New Orleans Saints - Helm
Quelle: NFL

Es dauerte bis zur Saison 1979 bis mal eine ausgeglichene Bilanz von 8:8 erreicht wurde. Ansonsten lief es recht zäh in New Orleans. Beachtenswert ist zwischendurch ein 63 Yards Fieldgoal von Tom Dempsey in der Saison 1970. Ein Rekord, der 43 Jahre halten sollte. In der folgenden Saison wurde Archie Manning als neuer Quarterback installiert. Ja, genau. Er ist der Vater von Peyton und Eli Manning. Mit dem Super Bowl hatten die Sainst nichts zu tun. Allerdings fand er bis 1978 gleich 3x in New Orleans statt. Unter anderem auch im neuen Superdome, der 1975 bezogen wurde.

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Die New Orleans kamen weiter nicht so richtig in Tritt. In der Saison 1980 wurden die ersten 14 Spiele in Folge verloren! Ein Sportreporter zog sich sogar eine Papiertüte über den Kopf, weil ihm das alles zu peinlich war. Schnell war auch ein Spitzname für die Saints gefunden – nämlich „Aints“ – was so viel bedeutet wie die „Nichtskönner“. Kurz danach kamen in New Orleans erste Verkaufsgerüchte auf. Auch ein Umzug nach Jacksonville wurde diskutiert. Der einheimische Geschäftsmann Tom Benson kaufte die Saints und sie blieben in der Stadt – erfolglos blieben sie auch.

Erste positive Bilanz und Playoffs

Es dauerte 20 Jahre – also bis 1987 – bis die New Orleans Saints eine positive Saisonbilanz – 12:3 – erreichen konnten und in die Playoffs durften. Das erste Playoff-Spiel der Geschichte ging dann aber mit 10:44 gegen die Minnesota Vikings verloren. Trainer war damals Jim E. Mora, der den Saints endlich Leben einhauchte. Er formte auch die sogenannte „Dome Patrol“ – eine extrem stabile Abwehr, die den Saints noch weitere Playoff-Teilnahmen von 1990 bis 1992 einbrachte. Aber über die Wildcard Runde ging es nie hinaus.

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Es folgte die nächste Durststrecke. Bis zum Ende des Jahrtausends war für die Saints immer nach der Regular Saison Feierabend. Coach Mora musste gehen und kann immerhin auf eine Bilanz von 93:78 Siegen zurückblicken. Damit liegt er clubintern weit vorne. Im Jahr 2000 blühte New Orleans dann plötzlich auf. Mit vielen neuen Gesichtern wurde schließlich das erste Playoff-Spiel der eigenen Geschichte gewonnen. Das passierte am 30. Dezember 2000 mit einem 31:28 gegen die St. Louis Rams. Eine Woche später flog man zwar gegen die Vikings raus. Aber die Saints wollten mehr.

Pleiten, Pech und Pannen

Es folgten allerdings 5 Jahre Durchschnitt. 2003 kam Archie Mannings Sohn Peyton Manning mit seinen Colts nach New Orleans und feuerte den Saints gleich 6 (!) Touchdowns um die Ohren. In einem Spiel gegen die Jacksonville Jaguars kam es dann zum sogenannten „River City Relay“. Die NFL kürte diesen Spielzug zum „7. schlechtesten aller Zeiten“. Quarterback Aaron Brooks hatte beim Stand von 13:20 noch 7 Sekunden für den Ausgleich. Es gelang der Touchdown – und das sehr spektakulär. Aber der PAT ging rechts vorbei.

New Orleans Saints - Schrift
Quelle: NFL

Die Saison 2005 sollte dann eine ganz besondere werden. Hurrikan Katrina hatte in New Orleans gewütet. Der Superdome diente als Notunterkunft für zehntausende Menschen. Die Saints wichen für ihre Spiele nach San Antonio/Texas und nach Baton Rouge/Louisiana aus. Die 3:13 Bilanz war am Ende der Saison völlig egal. Dass der Sport Menschen in der größten Not zusammenschweißen kann, ist bekannt. Genau das passierte in den folgenden Monaten in New Orleans. Dabei geholfen haben auch die Verpflichtungen von Head Coach Sean Payton, dem neuen Quarterback Drew Brees oder auch von Runningback Reggie Bush.

Das Jahr, in dem Helden geboren wurden

Die Stadt lag in Trümmern, die Menschen hatten viele Probleme, aber was sich am 25. September 2006 im Superdome von New Orleans zugetragen hat, geht ans Herz. Es war Monday Night Football gegen die Atlanta Falcons. Zum ersten Mal nach Hurrikan Katrina konnte wieder im eigenen Stadion gespielt werden. Es gab einen souveränen 23:3 Sieg, aber vor allem viele Emotionen, viele Tränen und einen gemeinsamen Auftritt von U2 und Green Day, die „The Saints Are Coming“ spielten. „Home sweet Dome“.

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Fast 40 Jahre nach Gründung der New Orleans Saints wurde an diesem September-Tag quasi ein zweiter Geburtstag gefeiert. Team, Fans und Stadt sind dichter zusammengerückt, als es kaum irgendwo anders passiert ist. Es hätte auch fast mit der ersten Super Bowl Teilnahme geklappt. Die Chicago Bears hatten aber im NFC Championship Game etwas dagegen. Nach einem kurzen Durchhänger in den folgenden beiden Spielzeiten kam es dann 2009 endlich zur „Krönung“.

The Saints are coming… to Super Bowl XLIV

Endlich passte alles und die Saints marschierten mit einer 13:3 Bilanz in die Postseason. Im NFC Championship Game wurden die Vikings mit Quarterback Brett Favre besiegt und so wartete im Super Bowl XLIV in Miami das Team von Payton Manning – die Indianapolis Colts. Am Ende jubelten die Saints, Drew Brees wurde MVP und New Orleans hatte mal richtig Grund zu feiern. Etwa 800.000 Menschen sollen bei der Parade dabei gewesen sein. Die Stadt selbst wird offiziell mit knapp 400.000 Einwohnern gelistet.

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Es folgten weitere sportlich sehr erfolgreiche Spielzeiten, auch wenn es nicht mehr für eine Super Bowl Teilnahme reichen sollte. Stattdessen kam es zu einem handfesten Skandal – dem Bountygate. Spieler sollen Prämien bekommen haben, wenn sie ihre Gegenspieler absichtlich verletzten. Bei den Saints wurde unter anderem Coach Sean Payton gesperrt, das Team verlor Draft-Picks, eine Menge Geld und vor allem auch einiges an Sympathie. 2012, 2014, 2015 und 2016 wurden die Playoffs mal wieder verpasst.

Zurück nach oben bei den New Orleans Saints

Vor der Saison 2017 konnte Runningback Alvin Kamara zu den Saints geholt werden, der auch sofort Leistung brachte. Es wurde wieder oben mitgespielt – auch in den Playoffs. Mehr als die Divisional Round war aber noch nicht drin. In der folgenden Saison konnte dann die berühmte Schippe drauf gelegt werden. 12 Jahre nach der emotionalen Rückkehr in den Superdome, flossen in der Arena am 8. Oktober 2018 noch mal einige Tränen. Quarterback Drew Brees machte sich unsterblich, als er zum All-Time Passing-Leader wurde – mit 71.968 Yards. „In one word – Greatness“!

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Die Saison gipfelte schließlich im NFC Championship Game gegen die LA Rams. Mit 23:26 wurde der Einzug in den Super Bowl verpasst – viel wichtiger ist dabei das WIE. Es stand 20:20 im Superdome – und noch 1.49 Minuten auf der Uhr. Drew Brees wirft im dritten Versuch auf Tommylee Lewis. Rams Cornerback Nickell Robey-Coleman rennt dabei in ihn hinein. Jeder im Stadion und am Fernseher ging von einer Pass Interference aus. Nur die Schiedsrichter nicht. Die entschieden auf „incomplete Pass“.

Der schlimmste Fehler der NFL-Geschichte

Die Saints konnten nur ein Fieldgoal schießen, was die Rams ausglichen und schließlich in der Overtime auch den Sieg aus New Orleans entführten. Die NFL selbst gab später zu, dass die Schiedsrichter falsch lagen und so wurde den Saints eine gute Chance genommen, das Spiel zu gewinnen. Es wurden sogar Forderungen nach einem Wiederholungsspiel laut. Das ging aber nicht. Stattdessen pflasterten Fans der Saints später in der Super Bowl Stadt Atlanta die Straßen mit Schildern zu auf denen u.a. stand „Saints got robbed“.

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Immerhin hat die NFL aus diesem Spiel und dieser Entscheidung gelernt. Zur Saison 2019 kann eine Challenge beantragt werden, wenn die Schiedsrichter eine mögliche Pass Interference übersehen. Für die New Orleans Saints sicher nur eine kleine Genugtuung. Wer hätte nicht gerne einen Super Bowl zwischen Drew Brees und Tom Brady mit seinen Patriots auf der anderen Seite gesehen. Aber vielleicht klappt es ja in der neuen Saison. Denn die beiden „Opas“ spielen weiter in der NFL.


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  1. […] Spiel im Wembley Stadion wurde zu einem Fiasko – die Dolphins ließen sich mit 0:20 von den New Orleans Saints abfertigen. In der Saison 2018 verletzte sich Quarterback Ryan Tannehill schon wieder. Für das […]

  2. […] erst auf den letzten Drücker der Saison 1971. Im letzten Spiel der Regular Season wurden die New Orleans Saints mit 24:20 besiegt. Für die Playoffs reichte es noch […]

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