Tampa Bay Buccaneers – Die Geschichte

Setzt die Segel und nehmt Kurs auf die Golfküste Floridas. „Die Geschichte hinter den Teams“ beschäftigt sich heute mit den Tampa Bay Buccaneers. Eines von 3 Teams im Sunshine State. Die Bucs sind mit einer ungewöhnlichen Niederlagenserie in die NFL gestartet, haben es aber auch zu einem Super Bowl geschafft. Es gibt Verbindungen zu Manchester United und wer kann schon von sich behaupten, ein Piratenschiff in seinem Stadion zu haben? Das sind die „Bucs“.

Tampa Bay Buccaners - Logo
Quelle: NFL

Die Geschichte der Tampa Bay Buccaneers beginnt 1970, als der Zusammenschluss von AFL und NFL besiegelt wurde. Damals wurde festgelegt, dass insgesamt 28 Teams in der neuen Liga spielen sollten. Die Expansion zog sich aber mehrere Jahre hin, wegen Diskussionen über Stadien und Eigentümer. Da gab es sogar mal die Idee die Bills oder die Patriots nach Tampa zu holen. 1973 bekam schließlich der erfolgreiche Anwalt Hugh Culverhouse den Zuschlag ein neues Team nach Tampa zu bringen. Eigentlich wollte er die LA Rams kaufen, aber das klappte nicht. Zur Saison 1976 ging es dann für ihn mit den Bucs in der NFL los.

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Das neue Team brauchte natürlich einen Namen. In einem Wettbewerb gewann „Buccaneers“, was an den Piraten José Gaspar erinnern soll, der bis ins 19. Jahrhundert im Golf von Mexiko aktiv war. Er wurde auch „Der letzte Freibeuter“ genannt. Freibeuter = Buccaneer. Für das Logo wurden die Farben der größten Colleges in Florida gewählt. Die Heimspiele sollten anfangs in weißen Trikots ausgetragen werden. So mussten die Gegner dunkle Jerseys wählen, was in der Hitze von Florida schnell zu einem Nachteil wurde. kann.

Das erste Zuhause der Tampa Bay Buccaneers

Viele Teams in der NFL mussten sich ihr Stadion anfangs mit bestehenden Baseball-Teams teilen oder ständig eine neue Bleibe suchen. In Tampa war das anders: Hier wurde schon 1967 das Tampa Stadium gebaut. Da war ein College-Team zu Hause oder auch eine Fußballmannschaft aus der NASL – da, wo Franz Beckenbauer einst gespielt hat. Die Bucs spielten hier bis 1998. Dann wurde auf dem Parkplatz nebenan das Raymond James Stadium gebaut, das bis heute der „Heimathafen“ der Mannschaft ist.

Tampa Bay Buccaners - Helm
Quelle: NFL

Jetzt aber endlich zum Sportlichen: In der Saison 1976 stiegen die Bucs in die NFL ein und verloren erstmal alles, was es zu verlieren gab. Alle 14 Saison-Spiele gingen verloren. Es dauerte bis zum dritten Spiel, bis überhaupt die ersten Punkte gemacht wurden. In 5 Begegnungen gingen die Tampa Bay Buccaneers mit einer 0 im Ergebnis vom Platz. Insgesamt wurden in der Premieren-Saison nur 125 Punkte gemacht. Damals sprach man schon vom „schlechtesten NFL-Team aller Zeiten“. Und es sollte so weitergehen.

Eine Pleitenserie für die Geschichtsbücher

Auch in der Saison 1977 lief es kaum besser für die Bucs. Die ersten 12 Spiele gingen wieder alle verloren – und wieder wurde 6 Mal nicht gepunktet. Dann kam aber der 11. Dezember 1977. Es war das vorletzte Spiel der Saison – bei den New Orleans Saints und es klappte endlich mit einem Sieg: 33:14. Das gab dem Team Rückenwind für das letzte Spiel des Jahres. Da wurden die St. Louis Cardinals zu Hause mit 17:7 besiegt. Kurios: Sowohl der Trainer der Saints, als auch der der Cardinals wurde direkt gefeuert.

In der folgenden Saison lief es zwar immer noch nicht gut, aber immerhin kamen schon 5 Siege zusammen. Als Quarterback stand Doug Williams auf dem Platz – zusammen mit Tight End Jimmie Giles, der später mehrfach in den Pro Bowl gewählt werden sollte. 1979 dann die plötzliche Wende: Mit der ersten Winning-Season mit einer Bilanz von 10:6 ging es in die Playoffs. Erst im Conference Finale gegen die Rams war Schluss – und das mit einem merkwürdigen 0:9.

Die Tampa Bay Buccaneers straucheln durch die 80er

Nach dem kleinen Hoch, der nächste Fall. Die Saison-Bilanz 1980 war wieder negativ. 1981 und 1982 ging es jeweils kurz in die Playoffs, bis 1983 wieder alles zusammenfiel. Die Bilanz: 2:14. Quarterback Doug Williams verdiente damals 120.000 Dollar im Jahr (!). Er hatte vorsichtig nach einer Erhöhung auf 600.000 Dollar gefragt. Die gab es nicht, also suchte er das Weite und spielte in der USFL weiter Football. Und die Bucks? Die starteten eine neue Negativ-Serie: 12 Jahre in Folge mit mindestens 10 Niederlagen pro Saison!

Tampa Bay Buccaners - Flagge
Quelle: NFL

1994 verstarb Hugh Culverhouse. Sein Sohn sollte das Ruder übernehmen. Die Buccaneers standen damals fast vor dem Aus. Auch ein Umzug nach Baltimore  oder Orlando war im Gespräch. Dann kam die Rettung in Person von Malcom Glazer. Der Immobilien-Milliardär kaufte die Bucs für 192 Millionen Dollar. Die Glazer-Familie ist auch der Geldgeber bei Manchester United. Das Team bekam die heutigen Farben – rot, schwarz, weiß und Zinn. Aber vor allem kam aus Minneapolis mit Tony Dungy ein Trainer, der aus der Rumpeltruppe ein „Team“ formen konnte.

Volle Fahrt voraus in Richtung erster Titel

1997 erreichten die Bucs endlich wieder die Playoffs – das erste Mal seit 1982. Die folgende Saison war die erste im neuen Raymond James Stadium, das aber noch keine Playoffspiele erleben sollte. Da war man erst die folgenden 3 Jahre Stammgast und dann kam die Saison 2002. Da ging es für die Bucs zum ersten Mal in den Super Bowl. Gegner waren die Oakland Raiders. Das Spiel wird auch „Pirate Bowl“ genannt, weil beide Teamnamen an Piraten erinnern. Aber vor allem stand Jon Gruden im Mittelpunkt – der neue Trainer.

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Jon Gruden war erst vor der Saison aus Oakland geholt worden und prompt holte er gegen sein Ex-Team den Titel. Die Tampa Bay Buccaneers krönten ihre beste Saison der Geschichte mit einem 48:21 gegen Oakland. Die kleine Stadt in Florida konnte den größten Titel der NFL feiern. Nur ein Jahr später ging die Party in Tampa weiter, als die Eishockey-Mannschaft Tampa Bay Lightning in der NHL den Stanley Cup gewinnen konnte.

Mittelmaß im neuen Jahrtausend

Nach dem Triumph im Super Bowl wurde es wieder ruhiger um die sportlichen Leistungen in Tampa. Die Playoff-Teilnahme 2007 war bis heute die letzte. Jon Gruden wurde gefeuert und die Bucs ruderten durchs Mittelmaß der NFL. 2009 und 2011 wurde zweimal in London im Rahmen der International Series gespielt. Von 2010 bis 2012 wurden 19 Spiele der Buccaneers wegen der TV-Black-Out-Regelung nicht im heimischen Markt im Fernsehen gezeigt. Aber nach einer neuen Glazer-Finanzspritze gab es einen Schub.

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Im Draft 2015 sicherten sich die Buccaneers Jameis Winston. Ein junger Kerl, der für die Florida State University kurz vorher den Titel geholt hatte. Ein Lokal-Held also. Er lieferte sich in der vergangen Saison ein ungewöhnliches Wechsel-Spiel auf der Quarterback-Position mit Ryan Fitzpatrick. Der spielte anfangs alles in Grund und Boden und verdiente sich den Spitznamen „Fitz-Magic“. Legendär auch sein Auftritt bei der Pressekonferenz nach dem Sieg gegen Super Bowl Champion Philadelphia:

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Viele Fans haben den Bucs sicher mehr Erfolg gewünscht – auch wegen solcher Auftritte. Aber die Playoffs wurden doch wieder verpasst. Fitzpatrick ist mittlerweile nach Miami getradet worden und einen neuen Trainer für 2019 gibt es auch: Bruce Arians, der lange in Arizona aktiv war. Mit ihm soll es nach 12 Jahren pause wieder in die Playoffs gehen.

Kuriose Rekorde der Buccaneers

Statistiken gibt es in der NFL bekanntlich einige. Da ist zu lesen, dass die Buccaneers 26 Jahre gebraucht haben, um ein Spiel zu gewinnen bei dem es zu Beginn kälter war als 4 Grad Celsius. Es wurden 27 Spiele in Folge verloren, die im Freien auf Kunstrasen stattfanden. Oder 69 Spiele am Stück verloren mit mindestens einem Sack. Dafür ist das Team das einzige, das ein Schiff im Stadion stehen hat. Die Kanonen feuern immer, wenn die Bucks Punkte erzielen. In der kommenden Saison gibt es hoffentlich mal wieder mehr Schüsse vom Bug…

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  1. […] NFL Spielplan 2019 gibt auch kurioses her: So sind die Tampa Bay Buccaneers nach ihrem Heimspiel am 22. September gegen die New York Giants erst am 10. November wieder im […]

  2. […] sollten auf ein neues Team übertragen werden. Das sollte auch schon 1999 in der NFL starten. Die Tampa Bay Buccaneers waren u.a. im Gespräch für einen Umzug, um die „neuen Browns“ zu werden. Schließlich […]

  3. […] der damaligen Expansion der NFL wurde festgelegt, dass die Seahawks und die ebenfalls neuen Tampa Bay Buccaneers, nach dem ersten Jahr die Conference wechseln. Nach einem Jahr NFC West, ging es 1977 für Seattle […]

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