Oakland Raiders – Die Geschichte

Die Oakland Raiders sind auf ihre ganz eigene Weise schon ein „spezielles Team“ in der NFL. Es gab einige Umzüge, äußerst merkwürdige Trades und legendäre Trainer. Sie waren die Heimat von Jerry Rice, Randy Moss, Patrick Esume und von John Madden, nach dem eine Serie von Computerspielen benannt ist. Eine bewegte Geschichte und wie es zum berühmten „Heidi Game“ kam, all das jetzt und hier.

Oakland Raiders - Logo

Quelle: NFL

Die Geschichte beginnt im Jahr 1960. In den USA existieren die beiden Football-Ligen NFL und AFL. Das heißt, die AFL war gerade dabei ihre erste Saison vorzubereiten. 8 Teams sollten an den Start gehen, als Minnesota sich dann doch zu entschied in der NFL anzutreten. Also musste ein neues Team für die American Football League her. Als Spielorte standen Atlanta und Oakland zur Auswahl. Oakland bekam schließlich den Zuschlag, obwohl es in der Stadt gar kein passendes Stadion gab. Ein Fakt, der später noch mehrfach Thema werden sollte.




Wie so oft in der Gründerzeit eines Football-Clubs musste ein griffiger Name her. In einem Wettbewerb landete „Oakland Señors“ auf Platz 1. Darüber wurden aber wohl zu viele Witze gemacht, so dass nach nur 9 Tagen der Name wieder geändert wurde – in Oakland Raiders. Das war übrigens nur Platz 3 im Namen-Such-Wettbewerb. Andere Vorschläge waren noch Lakers, Nuggets oder Dolphins. Inzwischen gibt es Mannschaften mit all diesen Namen. Auch wenn sie teilweise einen anderen Sport betreiben.

Oakland Raiders suchen ein Zuhause

Das Team war da, der Name war da – nur das passende Stadion fehlte noch. Die University von Berkeley wollte ihre Arena nicht hergeben, also musste auf der anderen Seite der Bay gespielt werden – im Kezar Stadium in San Francisco, wo auch die 49ers aktiv waren. Zum Ende der Saison durften die Raiders in den Candlestick Park, wo die Giants Baseball spielten. Für die Fans sicher kein einfaches Leben damals. Teilweise waren auch nur rund 7.000 Zuschauer bei den Heimspielen der Oakland Raiders anwesend.

Oakland Raiders - Helm

Quelle: NFL

Das Theater mit dem Stadion ging noch weiter. Ab 1962 hieß das Zuhause dann Frank Younell Field. Das war ein temporäres Stadion, das nach einem Bestattungsunternehmer benannt wurde. In der Zwischenzeit wurde aber am Oakland Coliseum gebaut. Das war 1966 bezugsfertig und ist bis heute noch die Heimat der Mannschaft. Die Raiders teilen sich die Arena mit der Baseballmannschaft Oakland Athletics. Früher war das üblich, heute wirkt es schon etwas befremdlich. Der Umbau für die jeweiligen Events ist aber schon aufregend.

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Aber zurück zum Anfang und zum Sportlichen. Das lief nicht wirklich gut. Die ersten drei Spielzeiten waren die Raiders eine Art Kanonenfutter in der Liga. Erst als 1962 ein gewisser Al Davis Headcoach und General Manager wurde, kam auch Leben in die Mannschaft. Er impfte seinen Spielern eine aggressive Offensive ein und seine Motivationssprüche sind legendär: „Pride and Poise“ (Stolz und Selbstvertrauen), „Commitment to Excellence“ (Verpflichtung zur Spitzenleistung ) und „Just Win, Baby“. Das ging bis 1966. Dann wurde Al Davis der Commissioner der AFL.

Die Oakland Raiders wechseln die Liga

Al Davis war nur 2 Monate in seinem neuen Amt, da wurde der Zusammenschluss von AFL und NFL für 1970 beschlossen. Deshalb war der Commissioner-Job überflüssig und die Rückkehr nach Oakland schnell beschlossene Sache. Das gab den Raiders offensichtlich einen Schub. Der AFL-Titel wurde gewonnen und man durfte im AFL-NFL-Championship Game gegen die Green Bay Packers antreten. Das Spiel wurde später als Super Bowl II bekannt und ging mit 14:33 verloren – gegen ein Team, das von Vince Lombardi trainiert wurde. Das kann schon mal passieren:

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In der folgenden Saison kam es zum sogenannten „Heidi-Game„. Am 17. November 1968 waren die New York Jets zu Gast in Oakland und führten mit 32:29 – etwa eine Minute war noch zu spielen. Die Begegnung hatte sich bis hier hin schon sehr in die Länge gezogen und war fast 3 Stunden alt. Das Problem: Der Sender NBC wollte ab 19 Uhr Ostküsten-Zeit einen Heidi-Film zeigen. Football Fans wurden nervös, ob sie den Schluss mitbekommen. Alm-Öhi Fans wurden nervös, ob sie den Anfang des Films mitbekommen.

Heidi bringt die Fans zum Kochen

Eigentlich wurde die Entscheidung getroffen, dass das Spiel bis zum Schluss live gezeigt wird. Das kam aber nicht in der Technik an und zack: Pünktlich um 19 Uhr waren Alpen, statt Endzonen zu sehen. Damit noch nicht genug. Oakland gelangen zwei Touchdowns in kürzester Zeit, das Spiel wurde gedreht und die Raiders holten einen 42:32 Sieg. Außerhalb des Stadions hatte das nur niemand mitbekommen. Erst 20 Minuten später wurde das Ergebnis bei NBC eingeblendet, als Klara aus ihrem Rollstuhl fiel.

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Nachdem 1969 das AFL Championship Game gegen Kansas verloren ging, übernahm ein neuer Headcoach das Ruder bei den Oakland Raiders: John Madden. Kaum ein Name ist so mit der NFL verbunden wie seiner. 9 Jahre führte er die Raiders an und holte in der Saison 1976 auch den Super Bowl XI mit 32:14 gegen die Minnesota Vikings. Ausgerechnet die Mannschaft, die für die Gründung der Oakland Raiders indirekt verantwortlich war. Auch ohne John Madden ging es erfolgreich weiter – und in den nächsten Super Bowl.

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Die Saison 1980 wurde mit dem Sieg im Super Bowl XV gekrönt – einem 27:10 gegen die Eagles. Die Raiders schafften das als erstes Wild-Card-Team überhaupt. Außerdem hatten sie eine besondere Serie aufgestellt: In jedem Jahrzehnt seit Bestehen wurde ein Titel nach Oakland geholt. Noch nach Oakland, denn der Gedanke für einen Umzug des Teams waberte schon durch die Stadt. Eigentümer Al Davis wollte das heimische Coliseum etwas aufmöbeln. Kam damit aber nicht durch. 1982 war dann Schluss in der Bay-Area.

Oakland Raiders – Los Angeles Raiders

Nach einem langen juristischen Tauziehen gingen die Raiders nach Los Angeles – der Erfolg blieb. Es wurde weiter oben mitgespielt und in der Saison 1983 ging es wieder in den Super Bowl – zum dritten Mal innerhalb von nur 8 Jahren. Die Redskins wurden mit 38:9 besiegt und die Raiders blieben damit lange Jahre die letzte Mannschaft aus LA, die das Endspiel erreichen konnte. Bis in diesem Februar die Rams dabei waren. Nach diesem Spiel begann aber auch für die Raiders eine Durststrecke.

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Der Streit ums Stadion zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Oakland Raiders. Die Arena in Los Angeles war nicht wirklich schön. Außerdem war sie viel zu groß und viele Spiel waren nicht ausverkauft. Das führte dazu, dass die Spiele nicht live im Fernsehen gezeigt werden durften – so die Regeln der NFL. Also guckte sich Al Davis mal wieder um. Eine Idee war, ein neues Stadion in Inglewood zu bauen. Da bauen mittlerweile die Rams und Chargers. Auch ein Umzug nach Sacramento war im Gespräch. Gelandet ist man schließlich doch wieder in Oakland. 1995 wurde das Comeback besiegelt.

Art Shell is in da House

Sportlich ging es für die Raiders in diesen Jahren nur mittelmäßig gut voran. 1989 wurde auf ganz andere Weise Geschichte geschrieben. Mit Art Shell wurde der erste Afro-Amerikaner zum Headcoach eines modernen NFL-Teams. Wer von euch das Buch von Coach Esume gelesen bzw. seine Bühnenshow gesehen hat, wird den Namen Art Shell kennen. Oder wie der Coach ihn nennt: Den Gorilla-Grizzly-Hybrid. Er führte die Raiders bis 1994.

Zurück in Oakland begann für die Raiders eine neue Findungsphase – aber das mit Erfolg. 2001 kam Jerry Rice nach Oakland – einer der besten seines Fachs. Nur ein Jahr später hätte er sich zu seinen 3 Super Bowl Ringen, die er mit den 49ers geholt hatte, noch einen vierten an die Hand stecken können. Aber die Raiders verloren Ausgabe XXXVII gegen die Tampa Bay Buccaneers. Das ist im Jahr 2019 schwer vorstellbar – ein Super Bowl zwischen Tampa und den Raiders – und dann noch Shania Twain in der Halbzeit-Show.

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2005 und 2006 gab dann Randy Moss in Oakland ein kurzes Gastspiel, konnte aber nicht wirklich überzeugen. Es zog ihn weiter nach New England und da knackte er einen Rekord von Jerry Rice – 23 Touchdowns in einer Saison. Im Jahr 2006 guckte auch ein Deutscher bei den Raiders vorbei. Patrick Esume. Erfolgreich in der NFL Europe hatte er die Chance bekommen, im Coaching-Staff mitzuarbeiten. Seine Verbundenheit ist auch heute noch zu spüren – bzw. eher das Mitleid mit den Raiders von heute.

Oakland Raiders – Las Vegas Raiders

Seit fast 50 Jahren waren die Raiders nun schon in ihrem Coliseum zu Hause. So richtig zufrieden war die Chefetage damit nicht. Also guckte man sich wieder um – und es gab viele Ideen: Zusammen mit den 49ers das Levis Stadium teilen? Oder mal wieder nach LA zurückgehen? Sogar ein Umzug nach San Antonio war im Gespräch. Dann war da aber noch Las Vegas. Die Stadt in der Wüste hatte mittlerweile sogar ein Eishockey (!) Team – die Golden Knights.

Oakland Raiders - Las Vegas

Las Vegas wollte für die heimische College-Mannschaft ein neues Stadion bauen. Davon bekam man in Oakland Wind und so entstand die Idee die NFL in die Wüste zu schicken. 2017 wurde unter den Clubbossen abgestimmt und nur die Miami Dolphins (den Namen haben wir weiter oben schon mal gelesen) hatten etwas dagegen. Reichte aber nicht und so war der nächste Umzug der Raiders perfekt. 2020 sollen sie die Las Vegas Raiders werden.

Raiders vor der Obdachlosigkeit

Jetzt meldete sich aber die Stadt Oakland zu Wort. Sie hielt den ganzen Deal für illegal und wie Amerikaner halt so sind, gab es eine Klage. Nach der Saison 2018 sollte Schluss sein mit Spielen im Coliseum. Mal wieder wurden diverse Ausweichquartiere gesucht. Sogar ein Umzug nach London oder eine Welt-Tournee mit „Heimspielen“ in immer anderen Stadien wurden diskutiert. Die letzten Fans hatte man sowieso schon vergrault. Schließlich fand man doch einen Kompromiss, die Raiders bleiben auch 2019 in Oakland und bekommen einen dicken Fisch fürs Team!

Antonio Brown spielt also in der neuen Saison in und für Oakland. Nachdem in den Monaten zuvor ein Ausverkauf stattfand und Khalil Mack oder auch Amari Cooper weggeschickt worden sind, ist das natürlich eine Hausnummer. Es ist aber auch so langsam Zeit, dass die Formkurve nach oben zeigt. Die Vorfreude auf das neue Stadion in Las Vegas dürfte auch immer größer werden. Komisch finde ich, dass es vorerst nicht als Super Bowl Standort in Frage kommt. Die Spiele sind schon bis zur Saison 2023 anderweitig vergeben.

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