New York Giants – Die Geschichte

„Die Geschichte hinter den Teams“ beschäftigt sich heute mit den New York Giants. Ein Franchise, das seit über 90 Jahren besteht und 8 NFL-Titel gewonnen hat. Markus Kuhn erzielte für die Giants den ersten Touchdown eines deutschen Spielers in der NFL. Eli Manning verdient hier so viel Geld wie sonst kaum jemand. Der wahrscheinlich beste Linebacker aller Zeiten war bei den Giants aktiv und alles fing an mit einem Zeitungsverkäufer und 500 Dollar.

New York Giants - Logo

Quelle: NFL

Die Geschichte der New York Giants beginnt 1925. Die NFL existiert seit wenigen Jahren und kommt noch nicht richtig in Fahrt. Die meistens Teams sind in kleineren Städten zu Hause. New York hatte damals schon rund 6 Millionen Einwohner und da wollte die Liga hin. Dem Boxpromoter Billy Gibson wurde eine Lizenz angeboten – für 500 Dollar. Er wollte aber nicht und schlug seinem Kumpel Tim Mara den Deal vor. Der ehemalige Zeitungsverkäufer und erfolgreiche Buchmacher willigte ein und die Giants konnten gegründet werden.




Das neue Team bekam den Namen „New York Football Giants“ – so heißt es ganz offiziell auch noch heute. Der Einschub „Football“ war nötig, weil es damals noch das Baseball Team New York Giants gab, das mittlerweile in San Francisco zu Hause ist. Das erste Spiel fand schon am 4. Oktober 1925 auswärts statt – in New Britain Connecticut. Das wurde glatt mit 26:0 gewonnen. Die Saison ging auch mit einer positiven Bilanz von 8:4 zu Ende.

Jim Thorpe – der erste Megastar der NFL

Tim Mara – dem Macher der New York Giants – gelang gleich zu Beginn ein ganz großer Wurf. Er verpflichtete Jim Thorpe. Der ist in Deutschland fast unbekannt. Aber er war wohl der größte Sportler aller Zeiten. Thorpe holte mehrfach Gold bei Olympia, spielte erfolgreich Baseball, Basketball, Lacrosse und Football. Sogar als Tänzer war er erfolgreich. Jim Thorpe gilt als erster Megastar der NFL. Er sollte den neuen New York Giants den Glitzer verleihen, um sich in der Liga zu etablieren. Er machte aber nur 3 Spiele.

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Schon in der dritten Saison überhaupt konnten die Giants den Titel holen. Damals gab es noch keine Playoffs und so reichte eine Bilanz von 11:1:1 für den Titel. Star des Teams war Spieler-Trainer Doc Alexander. Mit dem Titel 1927 beendete er seine Laufbahn und wurde ein anerkannter Lungenfacharzt in New York. Für die Saison 1929 kaufte Tim Mara dann das komplette Team (!) der Detroit Wolverines. Die Bilanz von 13:1:1 reichte aber nicht. Die Packers wurden Meister mit 12:0:1.

Die 1930er der New York Giants

Profi-Football hatte damals einen schweren Stand. Baseball war die Nummer 1 und auch College Football war beliebter. Im Dezember 1930 wurde deshalb ein Duell der Giants gegen eine College-Auswahl organisiert, um zu zeigen was die Profis zu bieten haben. Rund 55.000 Fans waren dabei, sahen einen Sieg der Giants und die Einnahmen des Tages wurden an Obdachlose gespendet. Über 100.000 Dollar kamen zusammen.  Das entspricht etwa 1,5 Millionen Dollar, wenn man die Inflation bis heute hochrechnet.

New York Giants - Helm

Quelle: NFL

In der Saison 1931 wurde Steve Owen neuer Trainer der New York Giants. Er sollte 23 Jahre bleiben. Mit ihm wurde 1933 das erste Championship Game der Geschichte erreicht. Das ging mit 21:23 gegen die Chicago Bears verloren. Ein Jahr später kam es quasi zum Rückspiel. Die Giants holten den Titel mit 30:13 – im sogenannten „Sneakers Game“. Das Feld in New York war gefroren, die Bears lagen in Führung. Aus einem College in der Nähe wurden schnell die Sportschuhe der dortigen Basketball-Spieler „ausgeborgt“. Das half und die Giants holten den Titel mit festem Stand.

Rekord für die Ewigkeit

1935 standen die New York Giants zum dritten Mal in Folge im Endspiel – verloren aber gegen die Detroit Lions. 1938 und 1939 kam es im Finale jeweils  zum Duell gegen die Green Bay Packers. Beide Teams holten jeweils einen Titel, wobei die Giants einmal mit 0:27 weggebügelt wurden. 1941, 1944 und 1946 gingen alle Endspielteilnahmen verloren. Zwischendurch holten die Giants einen Rekord, der bis heute steht: Das letzte 0:0 in einem NFL-Spiel. Das passierte am 7. November 1943 gegen Detroit.

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Zur Saison 1948 sicherten sich die Giants Emlen Tunnell. Er wurde später der erste Afro-Amerikaner, der in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Sportlich passierte allerdings nicht so viel. Erst 1956 holten die Giants wieder den Titel. Mal wieder wurden die Bears besiegt – mit 47:7.  Steve Owen war mittlerweile nicht mehr Trainer. Tim Mara hatte die Geschicke des Teams an seine Kinder übergeben und es wurde in einem neuen Stadion gespielt.

The Greatest Game ever played

Die erstes Jahrzehnte waren die Giants im New York Polo Ground zu Hause. Ein Stadion direkt am Central Park. Jetzt teilte man sich das legendäre Yankee Stadium mit den Baseballern, was damals völlig normal war. Am 28. Dezember 1958 erlebte das Stadion das „Greatest Game ever played“. Das Championship Game gegen die Baltimore Colts ging mit 17:23 verloren, weil Colts Quarterback Johnny Unitas in den letzten Minuten alles auspackte was geht. Dieser „Two-Minute-Drill“ ist legendär. Viele Experten sagen noch heute, dass dieses Spiel der Durchbruch für die NFL war.

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In den Jahren danach konnten sich die New York Giants nie richtig für ihre Leistungen belohnen. 1959 ging das Endspiel wieder gegen die Colts verloren. 1961 gab es eine 0:37 Packung gegen Green Bay, 1962 und 1963 wurden die Championship Games ebenfalls verloren. Die Leistungen führten allerdings dazu, dass der Sender CBS eine Menge Geld auf den Tisch legte, um die Spiele übertragen zu dürfen – ein vielfaches von dem, was andere Teams bekamen. Die Giants nutzten das aber nicht aus, sondern sorgten dafür, dass alle Teams gleichermaßen vom Fernsehgeld profitieren sollten. Das gilt bis heute!

Die wilden Jahre der New York Giants

Mit der Saison 1964 zerfiel das Team der New York Giants und die Playoffs wurden verpasst. Das passierte sogar 18 Jahre am Stück! Die Zeit wird auch als „Wilderness Years“ genannt. Die Bilanzen waren grausam, das Stadion wurde mehrfach gewechselt, die New York Jets machte von sich reden und hatten mit Joe Namath den Megastar der Stadt. Zu allem Überfluss wurde das erste Duell mit dem Stadtrivalen auch noch mit 14:37 verloren – immerhin war es nur ein Preseason-Spiel war. Der Broadway gehörte jetzt Joe Namath!

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Die Giants bekamen 1976 schließlich ihr eigenes Stadion – das Giants Stadium. Das lag allerdings gar nicht im Staat New York, sondern in den Meadowlands von New Jersey. Dafür war es mit über 80.000 Plätzen das zweitgrößte nach der Arena in Washington. 1978 erlebte das Stadion das „Miracle at the Meadowlands“. So wird das Ende des Spiels gegen Erzrivale Philadelphia genannt. 17:12 lag man in Führung. 30 Sekunden auf der Uhr. Eigener Ballbesitz. Statt abzuknien wurde ein Laufspiel angesagt. Fullback Larry Csonka war davon total überrascht, ließ den Ball fallen und die Eagles konnten das zum Touchdown ausnutzen.

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Es dauerte Jahre, bis die Giants wieder oben mitspielen konnte. Erst 1981 wurden die Playoffs erreicht. Mit im Team war damals Quarterback Phil Simms und frisch gedraftet: Linebacker Lawrence Taylor. Gemeinsam wurde 1985 der erste Playoff-Heimspiel seit 1962 (!) gewonnen – und das ausgerechnet gegen den amtierenden Meister San Francisco. Für viel mehr reichte es nicht. Aber in der Saison 1986 galten die New York Giants als ganz großer Favorit auf den Titel.

Der erste Super Bowl der New York Giants

Die Erwartungen waren hoch und sie wurden erfüllt. Mit nur 2 Niederlagen wurde der Durchmarsch in Super Bowl XXI  geschafft. Hier konnten die Denver Broncos rund um John Elway mit 39:20 besiegt werden. Lawrence Taylor wurde der MVP der Saison, was nicht vielen Defensiv-Spielern gelang. Und beim Super Bowl in Pasadena, Kalifornien wurde auch eine neue Tradition im US-Sport geboren: Die Gatorade-Dusche nach Ende des Spiels.

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Nach einem kleinen Durchhänger wurde in der Saison 1990 gleich der nächste Super Bowl gewonnen: Die Buffalo Bills wurden in Tampa mit 20:19 besiegt. Für die Bills war das der Beginn der legendären Leidenszeit von 4 verlorenen Super Bowls am Stück. Bei den Giants kam es danach zum nächsten Umbruch. Der Defensive-Coordinator verließ den Verein – ein gewisser Bill Belichick. Trainer Bill Parcells ging auch und Eigentümer Tim Mara verkaufte große Anteile der Giants, so dass seinem Sohn nur noch 50% gehörten.

Durststrecke bis ins neue Jahrtausend

Nach einigen Experimenten auf dem Trainer-Posten und auf dem Feld wurde in der Saison 2000 wieder der Super Bowl erreicht – wieder mal in Tampa. Die Baltimore Ravens waren zwar mit 34:7 klar besser. Clubbesitzer Wellington Mara hatte vorher noch eine Ansprache gehalten und allen Kritikern gesagt, dass das „wohl schlechteste Team überhaupt“ das Finale erreicht habe. Recht hatte er – einen Pokal gab es trotzdem nicht.

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Im Jahr 2004 sollte eine neue Zeit für die Giants beginnen. Tom Coughlin wurde  neuer Headcoach und als Quarterback wurde Eli Manning getradet – der Bruder von Peyton Manning. Eigentlich war aber Philip Rivers der Auserwählte und Manning sollte für die San Diego Chargers spielen. Das wollte er aber nicht und so kam es zu einem Tausch. Eli Manning konnte schnell den Starter-Platz von Kurt Warner einnehmen. 2007 absolvierten die New York Giants dann das erste reguläre NFL-Spiel in London – ein 13:10 gegen Miami.

Das Duell Eli vs. Tom im Super Bowl

Der krönende Abschluss der Saison war Super Bowl XLII gegen die New England Patriots – inklusive Tom Brady. Es gab einen 17:14 Sieg in Phoenix, Eli Manning wurde MVP und den Patriots wurde so eine perfekte Saison vermasselt. Auch in diesem Spiel schafften die Giants wieder eine herausragende Leistung, wie schon so oft in ihrer Geschichte. Dazu gehört der „Helmet-Catch von David Tyree und dann der abschließende Touchdown Sekunde vor dem Ende. Das Spiel gilt als einer der besten Super Bowls bis dahin.

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In den Jahren nach diesem dritten Super Bowl Triumph wurde es wieder etwas still um die sportlichen Leistungen. 2010 wurde schließlich ein neues Stadion bezogen – das MetLife Stadium, das man sich auch wieder mit den New York Jets teilt, wie schon seit 1984 das alte Giants Stadium. Auch hier gab es ein „Miracle“ – wie schon 1978. Dieses Mal das „Miracle at the New Meadowlands“. Gegen die Eagles wurde innerhalb von 7 Minuten eine 21-Punkte-Führung verspielt. Am Ende war es ein missglückter Punt, durch den die Playoffs 2010 verpasst wurden.

Das Duell Eli vs. Tom – Teil 2

In der folgenden Saison sollte es besser laufen. Mit einer Bilanz von 9:7 hangelte man sich irgendwie in die Playoffs, dort besiegte man unter anderem Titelverteidiger Green Bay und im Super Bowl XLVI warteten wieder die Patriots und die wurden auch wieder besiegt – mit 21:17. Das Spiel in Indianapolis war damals die Fernsehsendung in den USA mit der höchsten Einschaltquote überhaupt – 111,8 Millionen. In Deutschland war das Spiel zum ersten Mal bei Sat1 zu sehen – am Mikrofon: Frank Buschmann.

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In der NFL Draft 2012 sicherten sich die New York Giants einen Mann aus Deutschland. Defensive Tackle Markus Kuhn wurde an 239. Stelle ausgewählte und schaffte es schließlich in den Kader für die neue Saison. Nach ersten Einsätzen in der Startformation dann das große Pech: Kreuzbandriss. 2013 kam Markus Kuhn zurück und in der folgenden Saison schaffte er den ersten Touchdown eines deutschen Spielers in der NFL. Wie das damals am 7. Dezember 2014 gegen Tennessee war, hat er mir mal im Interview erzählt:

Knapp 2 Wochen zuvor sorgten die New York Giants für die vielleicht beste Einzelaktion aller Zeiten – in Person von Odell Beckham Jr. Wer heute diesen Namen hört, denkt automatisch an diesen „One-Handed-Catch“. Das passierte im Spiel gegen die Dallas Cowboys am 23. November 2014. Wieder mal ein Kapitel in der Geschichte des Clubs, das aus der Masse hervorragt. Den Fang kann man sich immer wieder angucken, ohne das es langweilig wird.

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Die nächsten Spielzeiten liefen für die Giants allerdings weiter ernüchternd. 4 Mal wurden die Playoffs verpasst. 2016 war in der Wildcard Runde Schluss. 2017 und 2018 wurde es wieder nichts. Tom Coughlin ist mittlerweile nicht mehr Trainer und Odell Beckham Jr. ist auch nicht mehr da. Der wurde 2019 zu den Cleveland Browns getradet. Damit hatten wirklich die wenigsten Experten gerechnet. Möglich ist, dass vereinsintern irgendwas vorgefallen ist. Sicher ist, die eher mittelmäßigen Browns haben einen neuen Star und die Giants-Fans gucken in die Röhre.

Die New York Giants brauchen also mal wieder einen Umbruch und auch einige Fans müssen wieder eingefangen werden. Es geht aber auch mit einem beachtenswerten Rekord in die neue Saison. Quarterback Eli Manning, mittlerweile 38 Jahre alt und etwas über seinen Zenit hinaus, ist aktuell der Footballspieler, der am meisten Geld verdient hat. Über 250 Millionen Dollar hat er schon kassiert – eine viertel Milliarde! Und wie es aussieht, wird er in der neuen Saison auch als Starter auflaufen…

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  3. […] auch kurioses her: So sind die Tampa Bay Buccaneers nach ihrem Heimspiel am 22. September gegen die New York Giants erst am 10. November wieder im eigenen Stadion. Im Gegensatz dazu stehen die New England Patriots: […]

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