Houston Texans – Die Geschichte

Es ist Zeit für Teil 2 der 32teiligen Serie: „Die Geschichte hinter den Teams“. Es geht weiter mit den Houston Texans. Das ist das jüngste Team der NFL und auch meine Lieblingsmannschaft, seit ich 2008 dort mein erstes Spiel vor Ort erleben durfte. Welche Rolle die Stadt Los Angeles in der Geschichte der Texans spielt und wo der Name schon früher mal benutzt wurde – das alles jetzt und hier:

Houston Texans - Logo mit

Quelle: Texans

Auch wenn die Houston Texans offiziell im Jahr 2002 gegründet wurden, die Geschichte beginnt 1996.  Bis dahin gab es in der viertgrößten Stadt der USA noch das NFL-Team Houston Oilers. Eine Traditionsmannschaft, die seit Gründung der Liga dabei war. Ihr Zuhause war der Astrodome – das „Eighth Wonder of the World“ – das erste Stadion mit geschlossenem Dach. Aber für die NFL in den 1980ern und 1990ern nicht wirklich vorzeigbar. Denn die Oilers mussten sich den Dome mit dem lokalen Baseball-Team teilen.

Houston Texans - Astrodome

Schon in den 1980ern wurde ein Umzug nach Jacksonville angedroht, wenn der Astrodome nicht modernisiert wird. Das wurde dann gemacht und die Oilers durften 10 weitere Jahre bleiben. 1996 hörte Besitzer Bud Adams von den Stadion-Plänen aus Nashville in Tennessee und weil er in Houston kein neues Stadion bekam, verkaufte er sein Team einfach. Aus den Oilers sind inzwischen die Tennessee Titans geworden. In Houston sorgte das alles für mächtig Ärger bei den Fans. Einige Radiosender stellten aus Protest sogar ihre Übertragungen ein.

Houston Texans als jüngstes Expansion Team

Im Jahr 1997 begann die NFL damit die Pläne für eine Vergrößerung der Liga auf 32 Mannschaften vorzubereiten. Das Ziel war eigentlich wieder ein Team nach Los Angeles zu bringen – den größten Medienmarkt des Landes. Trotzdem bewarb sich aber auch Houston. Außerdem war noch Toronto im Rennen, um die NFL auch nach Kanada zu bringen. LA bekam zwar den Zuschlag für das 32. NFL-Team. Es wurde aber eine Frist gesetzt, um u.a. noch die Frage nach dem Stadion zu klären. Die Frist verstrich und danach schlug Bob McNair zu und holte für 700 Millionen Dollar die NFL zurück nach Houston.




Zur Saison 2002 sollte die NFL in neuer Größe an den Start gehen. Bis dahin musste für das neue Team ein neuer Name her. Im Gespräch waren Houston Apollos, Houston Bobcats, Houston Stallions, Houston Toros, Houston Wildcatters und eben Houston Texans. Die Namen „Apollos“ oder auch „Stallions“ werden mittlerweile übrigens in der AAF benutzt. „Toro“ ist das Maskottchen der Texans – und hat sogar einen eigenen Twitter-Account:

Der Name „Houston Texans“ wurde schließlich ausgewählt, um die Verbundenheit zum Staate Texas zu zeigen. Ganz neu war das alles nicht.  In der „World Football League“ gab es auch schon mal ein Team das so hieß. Aber die Liga hielt nicht lange durch. In der „alten NFL“ gab es 1952 die Dallas Texans, die aber auch nicht lange blieben. Sogar die Canadian Football League wollte ein Team in Houston etablieren – daraus wurde aber nichts. Das erste Spiel der Houston Texans in der NFL fand schließlich am 8. September 2002 im neu gebauten Reliant Stadium statt. Gegner waren die Dallas Cowboys – und die wurden auch gleich 19:10 geschlagen.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen im Banner klicken.

Richtig gut lief es im ersten Jahr aber nicht. Die Saison endete mit einer 4:12 Bilanz. Die erste Spielzeit mit einer ausgeglichenen Bilanz wurde erst 2007 geschafft. 2008 gelang das noch mal – weil oder trotz dem ich damals zum ersten Mal im Stadion war. Das war am 5. Oktober 2008 gegen die Indianapolis Colts. Der Quarterback bei den Texans hieß Matt Schaub und bei den Colts spielte ein gewisser Peyton Manning. Meine Freude an diesem Spiel lässt sich in einem Bild ziemlich gut zusammenfassen:

Mein erstes Mal: So freut sich ein Fan

Besonders schön war das Leben als Texans-Fan zu der Zeit allerdings nicht. Die erste positive Saison-Bilanz wurde 2009 erreicht und zwei Jahre später reichte es endlich auch mal für die Playoffs. Da konnten die Houston Texans sogar die Wild Card Round überstehen. In der Divisional Round war aber Schluss – nach einem 13:20 gegen die Baltimore Ravens. Danach begann dann wieder eine neue Leidenszeit.

Houston Texans – Quarterback-Roulette

Seit es die Houston Texans in der NFL gibt, heißt der Starting-Quarterback bei den New England Patriots Tom Brady. Bei den Texans wurde dagegen viel herumexperimentiert. David Carr war der erste Quarterback. Matt Schaub hatte ich schon erwähnt. Aber wer kennt noch Sage Rosenfels? Case Keenum und Ryan Fitzpatrick haben sich auch mal „ausprobiert“. Brock Osweiler war auch mal da. Oder T.J. Yates und Tom Savage. Seit der vergangene Saison ruhen die Hoffnung auf Deshaun Watson. Ein super Typ mit hoffentlich einer langen Karriere. In dieser Saison war dann leider wieder in der Wild Card Round Schluss.

Deshaun Watson - Quarterback der Houston Texans

Die Erfolge der Houston Texans sind natürlich in gerade mal 16 Jahren überschaubar. Das höchste der Gefühle sind die 5 Titel als Sieger der AFC South. Mehr war bisher nicht drin. Die Texans gehören auch noch zu den 4 Mannschaften, die es bisher nie in einen Super Bowl geschafft haben. Dafür haben sie aber etwas bzw. jemanden, dem man nicht genug Respekt zollen kann: JJ Watt! Als Defensive End ist er auf dem Platz eine Maschine.  Viel mehr aber noch: Er hat vielleicht  das größte Herz der Sportwelt!

JJ Watt – Walter Payton Man of the Year!

Während Hurricane Harvey 2017 seine Sport-Heimat Houston fast komplett lahmgelegt hat, saß JJ Watt nicht etwa vor der Playstation. Er packte an! Er fing an Geld zu sammeln für die Menschen in Houston die nichts mehr hat – kein Zuhause – gar nichts. Sein Ziel: 200.000 Dollar. Das Ergebnis: Über 42 Millionen Dollar!!! Aber nicht nur das. Er half auch beim Wiederaufbau, spielte mit Kindern, sprach mit den Menschen. Er war da wo ein Vorbild sein muss! Und das mit nicht mal 30 Jahren.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen im Banner klicken.

Völlig zurecht bekam Justin James „JJ“ Watt 2017 den „Walter Payton Man of the Year“ Award. Eine Auszeichnung für Spieler, die auf dem Feld oder auch daneben besonders positiv aufgefallen sind. Ich habe in meiner Zeit in den Medien schon viel erlebt, viele Menschen getroffen, interviewt oder einfach mal so irgendwo sprechen können. Gerne würde ich auch mal JJ Watt treffen und nur eines zu ihm sagen: „Thank you, 99!“

1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England Patriots

2 Kommentare

14 Pings

Zum Kommentar-Formular springen

    • Matthias Pompe on 26. Februar 2019 at 22:14
    • Antworten

    Super Bild vor dem Reliant Stadium – es liest sich fast so, als wäre ich auch da gewesen. Hast Du die Hose noch?

    1. Selbstverständlich nicht…

  1. […] Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  2. […] der Ostküste und den New England Patriots und dem Süden mit den Houston Texans – geht es weiter an der Westküste. In meiner 32teiligen Serie „Die Geschichte hinter […]

  3. […] Carolina Panthers. Für die Saison 1999 wurde ein neuer Trainer geholt: George Seifert, der mit den San Francisco 49ers schon drei Super Bowls gewinnen konnte. Aber bei den Panthers klappte […]

  4. […] hinter den Teams: Chicago Bears 3/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  5. […] hinter den Teams: Chicago Bears 3/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  6. […] hinter den Teams: Chicago Bears 3/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  7. […] Uhren umgestellt. Eine Woche später treffen zum Abschluss der International Series in London meine Houston Texans auf die Jacksonville Jaguars. Das ist schon um 15.30 Uhr Ortszeit. Tickets gibt es aktuell noch […]

  8. […] hinter den Teams: Chicago Bears 3/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  9. […] hinter den Teams: Chicago Bears 3/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers 2/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans 1/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  10. […] Team mal wieder einen Titel verdient hätte. Bevor ich durch einen Besuch in Houston zum Fan der Texans wurde, waren die Packers meine „erste Liebe“ in der […]

  11. […] hinter den Teams: Chicago Bears03/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers02/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans01/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  12. […] meisten Punkte in der Saison 2018 hat Ka’imi Fairbairn aus Houston gemacht. Der Kicker hatte 150 Punkte auf dem Konto. Die meisten Touchdowns gehen mit 21 an Todd […]

  13. […] hinter den Teams: Chicago Bears03/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers02/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans01/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

  14. […] hinter den Teams: Chicago Bears03/32: Die Geschichte hinter den Teams: San Francisco 49ers02/32: Die Geschichte hinter den Teams: Houston Texans01/32: Die Geschichte hinter den Teams: New England […]

Schreibe einen Kommentar

E-Mail-Adressen werden nicht angezeigt.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen