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Axel Streich im Interview

Mein Artikel über den Saisonstart der German Football League hat für mächtig Aufsehen gesorgt. Kein anderer Artikel wurde in diesem Jahr so häufig gelesen – und das mit Abstand. Meine Enttäuschung über die Präsentation der GFL in der Öffentlichkeit ist natürlich auch in den Büros der Liga und des Verbandes angekommen. Also habe ich mit der Chefetage Kontakt aufgenommen, um ein Interview zu bekommen. AFVD-Chef Robert Huber hat sich auch sehr schnell gemeldet und mich richtigerweise an den GFL-Vorstand für Kommunikation vermittelt – an Axel Streich. Mit ihm habe ich über meine Eindrücke und über seine Visionen in der GFL gesprochen. Axel Streich im Interview – auch zum Ansehen – jetzt.

Axel Streich im Interview
Quelle Manfred Löffler

Im vergangenen Jahr wurde der “Ligaverbund German Football League e.V.” gegründet. Da gehört Axel Streich zum Vorstand. Außerdem ist er bei den Schwäbisch Hall Unicorns in der GFL im Vorstand aktiv. Ich finde es großartig, dass sich Axel Streich im Interview zu meinen Eindrücken geäußert hat. Das ist auch ein Zeichen von Größe. Seine erste Reaktion per E-Mail war – ich zitiere: “Ich kenne Ihren Artikel und auch die Reaktionen. Manches darin ist für mich nachvollziehbar, manches aber auch nicht und manches steht aus meiner Sicht auch im falschen Wirkungszusammenhang”. Und das hat Axel Streich damit gemeint:

Die Aussagen finde ich spannend. Aber der Reihe nach. Ein Kritikpunkt in meinem Artikel war, dass die GFL im Tiefschlaf ist was die Fanbetreuung angeht. Es dauerte am ersten Spieltag Stunden, bis die Ergebnisse auf der Internetseite der Liga veröffentlicht waren. Ich habe erst gegen Mitternacht alle Resultate des Tages dort gefunden. Laut Axel Streich war das eine Verkettung von unglücklichen Umständen:

Laut Axel Streich gab es am 02.06.2022 ein internes Meeting, um diese Ergebnis-Problematik “nachhaltig abzustellen”. Das ist schön zu hören und wird hoffentlich auch funktionieren. Ein anderes Thema in meinem Artikel zum Saisonstart der GFL war die Qualität der Livestreams. Seit diesem Jahr werden alle Spiele bei SportdeutschlandTV gezeigt. Klar, es ist eine tolle Entwicklung, dass alle GFL-Spiele über einen einheitlichen Weg verbreitet werden. Dass die Qualität dabei extrem schwankt, hat dabei einen einfachen Grund: Die SharkWater GFL-Teams sind per Lizenz dazu verpflichtet einen Livestream ihrer Heimspiele anzubieten und müssen das auch selbst umsetzen. Das kann nicht jedes Team gleich gut leisten:

Nun ist es aber so, dass es mich als Zuschauer nicht interessiert, was im Hintergrund über Lizenzen geregelt ist. Als Zuschauer erwarte ich eine ansehnliche Übertragung, die auch den Benutzergewohnheiten von 2022 entspricht. Den Eindruck habe ich bei SportdeutschlandTV bisher nicht. Man kann über die Internetseite die Spiele zwar mit wenigen Klicks angucken. Aber die Gewohnheiten sind doch heute anders. Den NFL Game Pass oder DAZN gucke ich über eine App, oder auf dem Smart-TV, FireTV oder Apple TV. Wenn das nicht geht, dann nutze ich Apple AirPlay. Dass das jetzt auch schon funktioniert, hat mir Axel Streich glaubhaft versichert – und er verspricht noch mehr technische Neuerungen für 2023:

Das sind doch mal gute Aussichten für die kommende Saison in der German Football League. Da muss die Liga dann aber auch abliefern, um technisch nicht ganz den Anschluss an die NFL oder auch die European League of Football zu verlieren, die für die zweite Saison schon eine eigene App angekündigt hat.

Hat die GFL den Football-Hype verschlafen?

Vor knapp 7 Jahren hat der aktuelle Boom unseres Lieblingssports in Deutschland begonnen. Damals holte ran Football die NFL ins Free-TV und seit dem geht es steil bergauf mit dem Interesse am Football. Einige Kritiker – mich eingeschlossen – sagen der German Football League nach, dass sie diesen Hype verschlafen hat. Axel Streich will das so nicht unterschreiben. Er beobachtet die Entwicklung in Deutschland etwas anders, als so mancher Fan oder Journalist:

Zu diesen Aussagen passt ein Kommentar, den ich auf den GFL-Artikel hier im Blog bekommen habe: Ein User hat die These aufgestellt: “Gibt es vielleicht gar keinen Football-Boom, sondern nur einen NFL-Boom?” Das gab mir zu denken – und auch GFL-Vorstand Axel Streich:

Ich fasse mal zusammen: Die GFL spricht laut Axel Streich eine spezielle Fangruppe an. Eine Fangruppe, die nicht zwangsläufige die gleiche ist, die auch die NFL verfolgt. Technisch soll sich bis zur Saison 2023 einiges tun. Vorstand Axel Streich verspricht auch, dass künftig die Ergebnisse deutlich schneller online stehen werden. Bleibt noch die klassische Frage zum Abschluss: Wo sehen Sie die GFL in 5 Jahren?

Ich habe Axel Streich auch zu seiner Haltung zur European League of Football befragt. Zum Start im vorigen Jahr war die Stimmung zwischen beiden Ligen nach außen nicht besonders gut. Wie der GFL-Vorstand heute über den Vergleich mit der ELF denkt, das seht ihr jetzt zusätzlich auf meinem YouTube-Kanal.

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8 Antworten

  1. Die GFL ist unter Huber ein Schnarch-Verband der nicht erst seit 7 Jahren keine positiven Konzepte und Visionen hat. Punkt. Die EFL würde es nicht geben wenn die GFL statt Hr. Huber diverse Macher, Konzepte und gute Visionen hat. Die Versuche die GFL interessanter zu machen sind dementsprechend. Da gibts nichts schön zu reden. Solange Herr Huber im Amt ist wird die GFL nicht besser werden

    1. Kennst du denn die GFL ohne Herrn Huber? Ich schon – das war ein Chaos. Konkurrierende Verbände. Und bei Ligaspielen mussten Jugendspieler mit dem Spendenbox umherlaufen, damit es eine Herren-Nationalmannschaft geben kann. Gott sei dank hat das alles ein Ende.

  2. Ich bin nicht nur NFL – Fan, da ich Football seit 1977 verfolge. Und als ich 1979 von einer Bundesliga hörte, da freute ich mich. Meinen ersten Football bekam ich 1976 von Amerikanern. Ich bin Fan der GFL. Jetzt auch von der ELF,da es um Football in Europa geht. Und das sollte der AFVD beherzigen – es geht auch nicht um Abwerbung von Spielern. Der Spieler entscheidet! Wenn ein Spieler von Schwäbisch- Hall zu den Graz Giants wechseln wollen, würde sich niemand aufregen. Meistens sind es ja berufliche Gründe. Aber ein Wechsel nach, bleiben wir in Österreich, Wien zum ELF – Team, darüber rege man sich künstlich auf. Umgekehrt nicht! Beispiel: Der QB der Sea Devils spielt 2022 in der GFL2.

    1. Die Aufregung des ersten Jahres war ja darin begründet, dass die ELF fünf (!) (Elmshorn, Hildesheim, Stuttgart, Frankfurt und Ingolstadt) der 16 GFL-Vereine ganz massiv geschadet hat. Wenn ein Spieler innerhalb der Amateurligen oder von der ELF in die GFL wechselt, müssen gewisse Regeln und Fristen beachtet werden. Die ELF nimmt sich aber das Recht raus, GFL-Spieler jederzeit abwerben zu können. Können sie auch weiterhin tun, aber damit sorgt man halt nicht für Harmonie. Dabei geht es auch gar nicht darum den Spielern etwas zu verbieten, sondern darum den Vereinen Planungssicherheit zu geben, in dem man sich auf Wechselfristen und -regeln einigt.
      Natürlich gibt es auch Aufregung über die mangelnde direkte Nachwuchsförderung der ELF, aber das würde ich als zweitranging einstufen, da die ELF durch ihre größere Medienpräsenz Werbung für den Sport als solches macht und die Vereine dadurch mehr Interessenten bekommen sollten. Die ELF betreibt also quasi indirekte Nachwuchsarbeit.

      1. Zum einen können die Spieler ja selbst entscheiden, wohin sie wechseln, sie gehen da hin wo sie für sich das beste Paket vorfinden. Zum anderen finde ich das Gejammere der GFL nicht hilfreich. Man sollte den Spielern zum einen was besseres bieten (das geht auch mit dem aktuell vorhandenen Geld), zum anderen gibt es ja nicht nur die ELF. Die Spieler wechseln in die CFL, USFL, NFL etc, da meckert ja auch keiner und das passiert auch sehr kurzfristig. Und eigentlich ist es ja auch gut, weil man die ELF als Sprungbrett nutzen kann. Und mit der Jugendarbeit wird auch nur immer erwähnt, das die ELF keine hat. Aber dabei wird vergessen, dass es durchaus zu Franchises ja noch Vereine gibt, die das machen, bspw in Breslau, Wien, Innsbruck oder Istanbul. Nur in D erlaubt es der AFVD nicht.

  3. Manche der Aussagen sind richtig und nachvollziehbar, zu anderen Themen kann man unterschiedlicher Meinung sein oder vielleicht gibt es die eindeutigen Antworten nicht.

    Auf eine Frage sollte es aber Antworten geben: Nämlich wo die GFL in 5 Jahren stehen möchte. Hier gibt es im Interview aber leider keine wirklichen Antworten sonder nur wachsweiche Aussagen. Bei allen Umstrukturierungen für die Zukunft die jetzt schon angegangen wurden, würde ich doch schon eine gewisse Strategie erwarten. Möchte man die beste (Amateur)-Sportliga sein? Möchte man sich professionalisieren? Möchte man X-Hundertausend Abrufe und Besucher ins Stadion/ vor die Bildschirme bekommen? Es ist nach wie vor nichts konkretes zu hören wo die Reise hingehen soll und das finde ich schon enttäuschend. Natürlich ändern sich die Dinge mit der Zeit. Eine Strategie die angepasst werden kann, gehört aber schon zu den Grundlagen. Ich werde hier den Eindruck nicht los, dass man “in den Tag hinein lebt” und die Leute weiter so vor sich hin arbeiten. So ähnlich stand es unter dem letzen Artikel auch von einem anderen User auch als Kommentar.

    Es könnte auch sein die Strategie ist einfach nur “Football zu spielen”. Das ist zwar legitim, führt aber dazu, dass jeder weiter sein eigenes Ding macht. Ohne eine gemeinsame Vision mit abgeleiteten Zielen wird die Weiterentwicklung weiter sehr langsam und nach dem Zufallsprinzip ablaufen. Für Diejenigen an der Basis der Vereine die wirklich etwas bewegen wollen, stelle ich mir das sehr frustrierend vor.

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