European League of Football – Stand der Dinge

Was war da nur los diese Woche?! Die Neuigkeiten rund um die neue European League of Football haben sich gerade zu überschlagen. Da war plötzlich das geplante Franchise für Berlin weg, weil die Verhandlungen abgebrochen wurden. Kurz danach wird das Comeback von Berlin Thunder angekündigt – und noch zwei andere Teams sind nicht mehr die, die es ursprünglich sein sollten. Dann ändert noch ein Team den Namen. Was ist da los? Eine Bestandsaufnahme – so gut es geht.

European League of Football - Logo
Quelle: European League of Football

Was bisher noch immer Stand der Dinge ist: Die European League of Football soll am 20. Juni 2021 starten – mit 8 Teams aus 3 Ländern. ProSieben MAXX wird immer am Sonntag zwischen und 14 und 18 Uhr das Spiel der Woche live zeigen. Andere Spiele sind im Stream zu sehen. So weit, so gut. Dann war da ja noch dieser 22. März 2021. Also ziemlich genau 3 Monate vor Kickoff der Liga kamen die Neuigkeiten Schlag auf Schlag. Es ging los mit dem Team, das in Berlin antreten sollte.

Berlin ja, aber nicht so wie gedacht

Das Berliner Franchise sollte ursprünglich unter der Leitung von Axel von Saldern und Roman Motzkus aufgezogen werden. Seit Herbst liefen die Gespräche zwischen den Gesellschaftern und der Ligaspitze der European League of Football. Dann sagte mir Roman im Interview für meinen Radio-Arbeitgeber, dass die Gespräche einseitig gestoppt wurden. Es gab Punkte, die noch besprochen werden müssten. Welche das sind? Das sagt niemand! Das Ende vom Lied: Die Vorbereitungen sind für die Tonne. Kurz danach kündigte die European League of Football aber plötzlich ein anderes Team für Berlin an und die Verwirrung war groß:

Berlin soll also mit „Berlin Thunder“ in der neuen Liga vertreten sein. Der Name hat natürlich Gewicht – es ist ein altbekannter Name aus der NFL Europa. Wer der Geldgeber dahinter ist – das wurde in diesem Zusammenhang noch nicht bekannt. Da bin ich echt gespannt. Taucht hier vielleicht Björn Werner auf, der in der Region lebt und sich blendend mit Liga-Commissioner Patrick Esume versteht? Oder springt Viktoria Berlin ein? Bei der Fußball-Mannschaft ist Zeljko Karajica einer der Gesellschafter – außerdem ist er auch CEO der European League of Football! Lange kann das wohl kein Geheimnis bleiben. Denn bis zum Kickoff der Saison sind es weniger als 3 Monate und ein paar Wochen sollte vielleicht noch trainiert werde, oder?

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Mit dem Berliner Durcheinander wurde dann auch noch bekannt, dass die Cologone Centurions in der European League of Football starten werden. Auch ein Name, den man aus der NFL Europa kennt. Dazu noch die Leipzig Kings. Dafür sind plötzlich die Teams aus Ingolstadt und Hannover nicht mehr dabei. Ist hier etwas ähnliches vorgefallen wie in Berlin? Schwer zu sagen. Erste Statements der Verantwortlichen klingen schon nach Enttäuschung.

Man muss hier nicht gleich böse Manchenschaften hineininterpretieren. Es geht hier immerhin um Verhandlungen (!) über den Start in eine komplett neue Sportliga und das mitten in einer schlimmer werdenden Corona-Pandemie. Da kann es viele Gründe geben, warum vorgesehene Teams nicht wie geplant an den Start gehen können und andere nachrücken dürfen. Man könnte es auch positiv sehen, dass sofort zwei Nachrücker da sind. Auch wenn über die Gesellschafter dahinter erstmal wenig bis nichts bekannt ist. Dann wurde noch eine Neuerung bekannt: Die Barcelona Gladiators werden Barcelona Dragons heißen. Woher kennen wir den Namen? Aus der NFL Europa, genau!

Was passiert mit den Spielern und Trainern?

Die European League of Football will in den Teams auf „Homegrown Spieler“ setzen, also auf lokale Spieler. Ob jetzt der Kader aus Hildesheim z.B. nach Leipzig verschifft werden kann und dann immer noch „homegrown“ ist, müssen wir sehen. Ein prominenter Name ist davon natürlich auch betroffen: Chris Ezeala. Der Münchner sollte eigentlich für Ingolstadt auflaufen. Das geht nun nicht mehr. Vielleicht findet er aber eine andere Heimat in der Liga? Ähnlich ist es wohl bei Shuan Fatah, einem anderen prominenten Gesicht. Er sollte eigentlich Hannover trainieren. Ich könnte mir vorstellen, dass er bei einem anderen Team an der Seitenlinie auftauchen wird. Positive Schlagzeilen machte die Liga dann noch mit der Verpflichtung von Kasim Edebali. Nach 8 gescheiterten Anläufen in der NFL, geht er zu den Hamburg Sea Devils.

Fassen wir das „Aufgebot“ der European League of Football mal zusammen. Es treten an:

Breslau Panthers
Stuttgart Scorpions
Leipzig Kings
Barcelona Dragons
Berlin Thunder
Cologne Centurions
Frankfurt Galaxy
und Hamburg Sea Devils

Die letzten 5 davon waren alle in der NFL Europa dabei. Das kann sicher einen positiven Effekt auf die European Leaugue of Football haben. Denn viele Fans haben nur gute Erinnerungen an damals. Da ist der neuen Liga wirklich der Spagat zwischen „Neu anfangen“ und „bekannte Namen sind nötig“ gelungen. Das ist vielversprechend. Wenn jetzt Corona noch mitmacht, das Niveau der Spiele ansehnlich ist und bei den Sponsoren das Geld lockert sitzt, ist hier vielleicht etwas Großes im Gange. Das Theater im Hintergrund über Gesellschafterverträge interessiert die Fans im Stadion (wenn sie denn da erlaubt sind) herzlich wenig. Die wollen das Spektakel und die Show, die der Football bietet. Ich wünsche es mir auch!