AAF eingestellt – das wars

Die Alliance of American Football ist zerbrochen. Die neue Football-Liga ist schon wieder Geschichte. Mitten in der Saison wurde der Spielbetrieb bei der AAF eingestellt. Nur knapp zwei Monate hat der Hype gehalten. Wieder einmal ist also eine Liga daran gescheitert, die Lücke zwischen Super Bowl und NFL-Saisonstart im Herbst zu schließen. Woran lag es? Was hat die AAF falsch gemacht und was bedeutet das für die XFL, die im kommenden Frühjahr an den Start gehen möchte?

AAF - Logo

Quelle: aaf.com

Das Ende kam nach nur 8 Spieltagen. Der Liga-Vorsitzende Tom Dundon gab das Ende am vergangenen Dienstag offiziell bekannt, nachdem es schon lange solche Gerüchte gab. Dundon hatte vor gar nicht all zu langer Zeit noch 250 Millionen Dollar bereit gestellt, damit der Spielbetrieb weitergehen kann. Er wurde dadurch auch der „Boss“ der eigentlichen Liga-Gründer Charlie Ebersol und Bill Polian. Warum Dundon jetzt doch die AAF eingestellt hat? Fragt man 20 Football-Experten, gibt es wahrscheinlich 20 Meinungen.




Viele Fans waren mit dem Produkt eigentlich zufrieden. Die Spiele waren anfangs sicher noch etwas verstolpert, aber das hatte sich so langsam gegeben. Die AAF bekam im Laufe der Saison mit Johnny Manziel auch einen Star, der Anziehungskraft ausüben konnte. Das war auch meine Hoffnung, als ich vor der Saison über die Liga geschrieben hatte. Für viele Beobachter waren auch die Einschaltquoten noch passabel. Es heißt auch, dass viele Mitarbeiter vom so plötzlichen Ende sehr überrascht worden sind.

Ein wichtiger Grund für das Ende der AAF ist womöglich, dass die Zusammenarbeit mit dem Nachwuchs der NFL nicht wirklich zustande kam. Tom Dundon wollte die nötige Einigung mit der Spielergewerkschaft NFLPA so schnell wie möglich über die Bühne bringen, damit junge Spieler in seine Liga können – aber welche Gewerkschaft lässt sich schon gerne drängen? Da geht es auch um Versicherungsfragen und was passiert, wenn sich der Nachwuchs in der AAF verletzt.

AAF eingestellt – wegen Übermut

Vielleicht hat sich die AAF auch etwas zu viel zugetraut. Manche Stadien in den 8 Spielorten waren sicher für eine neue Liga etwas zu groß. Das Stadion in Birmingham, Alabama fasst z.B. über 70.000 Plätze. Die Fans müssen erstmal angelockt werden. Der Zuschauerschnitt der AAF lag zuletzt insgesamt bei rund 15.000 und so waren viele Ränge leer. Das sieht wiederum im Fernsehen etwas merkwürdig und „billig“ aus. Von der Stimmung mal gar nicht gesprochen.

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Als in den 1990er Jahren die Major League Soccer an den Start ging, wurde in vielen kleinen Stadien  in den USA gespielt. Das machte das Bild insgesamt stimmiger. Das hätte der AAF auch gut getan. Diese Einsicht muss den Machern auch – wenigstens zum Teil – gekommen sein, als das Championship Game verlegt wurde. Statt in Las Vegas vor 36.000 „Plätzen“, hätte das Finale auf dem Trainingsgelände der Dallas Cowboys stattfinden sollen – vor 12.000 Plätzen.

Ein Fernsehdeal zum Nulltarif

Die AAF wollte auch bei der Fernsehübertragung andere Wege gehen. Keine TV-Timeouts, ein schnelleres Spiel, das keine 3 Stunden dauert. Der Fernsehdeal mit CBS versprach anfangs eine gute Reichweite. Der Deal war aber langfristig ausgelegt. Im ersten Jahr mussten die Sender nichts bezahlen, um die AAF zu zeigen. Das sollte für die zweite Saison neu verhandelt werden. Mal angenommen, die Quoten wären jetzt durch die Decke gegangen – wie hätten sich die Liga-Bosse geärgert? Aber es passierte genau das Gegenteil.

Quelle: aaf.com

AAF-Boss Tom Dundon ist ein erfolgreicher Geschäftsmann in den USA. So gibt es auch Gerüchte, dass er in die Liga investiert hat, um so an einige technischen Spielereien zu kommen. An die App zum Beispiel. Die war schon innovativ gemacht – mit den Live-Spielzügen und auch mit der Möglichkeit für Live-Wetten. Die sind in den USA (noch) nicht überall legal. Aber immer mehr Bundesstaaten machen den Weg dafür frei. Wenn es soweit ist, lauert hier sicher ein Milliarden-Geschäft.

Gerüchte von hinter den Kulissen

Seit dem die AFF eingestellt wurde, kommen immer mehr Spieler und Funktionäre aus der Deckung und berichten über den Liga-Alltag. Einige bedanken sich zwar artig, dass sie die Chance bekommen haben Football zu spielen und das in einem Liga-Betrieb. Es gibt aber auch einiges Unschönes zu hören. Da ist von nicht bezahlten Hotels die Rede. Team- Mahlzeiten, die es nicht gab. Es ist auch zu lesen, dass Gehälter nicht kamen wie sie sollten.

Und nun? Ich glaube nicht an eine Rettung der Alliance auf American Football. Vielleicht steigt aber Vince McMahon ein? Der Wrestling-Milliardär will im kommenden Frühjahr mit seiner Football-Liga XFL starten. Er hat jetzt auf jeden Fall gute Argumente einige AAF-Spieler anzulocken. Das Geld sitzt bei ihm auch locker. Sein Vermögen wird auf über 3 Milliarden Dollar geschätzt. Wenn er die Fehler vermeidet, die die AAF gemacht hat und wenn er Geduld aufbringt, dann hat die XFL eine Chance verdient. Ein wichtiger Punkt ist dabei aber nicht zu unterschätzen: Die Football-Fans müssen noch Lust auf eine Liga neben der NFL haben!

1 Kommentar

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  1. […] of American Football“ war auch angetreten, um den Football neu zu erfinden. Die AAF hat aber nicht mal das Ende der ersten Saison erlebt. Der Spielbetrieb wurde noch vor dem Finale […]

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