XFL – Stand der Dinge

In etwas mehr als einem halben Jahr startet eine neue Football-Liga – die XFL. Ganz neu ist die Idee nicht, denn schon 2001 gab es einen ähnlichen Anlauf. Dieses Mal soll alles besser werden. Der Mann hinter der XFL ist immer noch Vince McMahon, der bekannteste Wrestling-Promoter der Welt. Wie sehen die Vorbereitungen aus und hat die Liga eine Chance? Ein „XFL – Stand der Dinge“.

XFL - Stand der Dinge Logo
Quelle: XFL

Ende vergangenen Jahres hatte ich hier im Blog schon einmal einen Blick auf die Pläne der XFL geworfen. Damals waren gerade die 8 Spielorte bekannt, Liga-Boss Andrew Luck versprach schnellere Spiele, ein modernes Auftreten und eine Wiedergeburt des Sports – „Football reborn“ ist das Motto. Seit dem hat sich ein bisschen was getan in der Entwicklung – und eine andere Football-Liga ist sang- und klaglos gescheitert. Die AAF.

Die „Alliance of American Football“ war auch angetreten, um den Football neu zu erfinden. Die AAF hat aber nicht mal das Ende der ersten Saison erlebt. Der Spielbetrieb wurde noch vor dem Finale eingestellt. Daraus wird die XFL sicher lernen. Mein Gefühl ist auch, dass im Moment etwas wenig nach außen dringt und so vielleicht viel an den Schreibtischen geplant wird. Das kann der XFL in der Entwicklung nur gut tun.

Teams noch ohne Namen

Bis heute haben die 8 XFL-Teams keinen Namen. Gespielt werden soll in New York, St. Louis, Tampa und Washington, sowie in Dallas, Houston, Los Angeles und Seattle. In Seattle sind vor kurzem Trademarks für „Seattle Dragons“, „Wild“, „Force“, „Fury“ oder auch „Seattle Surge“ gesichert worden. Wann die Namen offiziell werden, ist offen. Irgendwann zwischen heute und dem XFL Draft im September, so die Vermutung.

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Es gibt auch Spekulationen, dass die XFL ein neuntes Team bekommen könnte. Das soll aber nicht am Spielbetrieb teilnehmen, sondern nur trainieren. Aus dem Kader könnten dann die Spieler in andere Teams aufrücken, sollte da Bedarf sein. Klingt ganz clever. Aber ob sich die Spieler motivieren können im Sommer einfach nur zu trainieren für den Fall der Fälle? Und dann am Spieltag nur am Fernseher sitzen? Ich weiß nicht recht.

Neue Regeln in der XFL

Einige neue Regeln hat die XFL schon beschlossen, um sich von der NFL abzugrenzen. Die Playclock läuft nur 25 Sekunden, statt 40. Nach einem Touchdown gibt es keinen Extra-Punkt, sondern quasi eine 1, 2 oder 3-Point Conversion, je nachdem von wo der Versuch gestartet wird. Es könnte also nach einem Touchdown bis zu 9 Punkte geben. Hier wird das „XFL – Stand der Dinge“ richtig interessant.

Es kann auch sein, dass insgesamt 2 Vorwärtspässe erlaubt sind und das ein Spieler noch „in bounds“ ist, wenn schon ein Fuß außerhalb des Feldes steht. Bei einer Overtime wird es ganz verrückt. Da soll es eine Art Shootout geben mit je 5 Versuchen pro Team. Abwechselnd wird dann probiert eine Two-Point-Conversion zu erzielen. Weil auch die Defensive mit auf den Platz soll, wären 44 Spieler auf einmal unterwegs!

XFL – Stand der Dinge im Fernsehen

Angeblich gab es auch die Idee die Halbzeitpause abzuschaffen. Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Durch die anderen Regeln und das schnellere Spiel sollen Werbeunterbrechungen vermieden werden. Wenn dann auch noch die Halbzeit für Werbung wegfällt, könnte es mit den Einnahmen knapp werden. Einen TV-Deal hat die XFL mittlerweile auch schon abschließen können.

Die Spiele der XFL werden also bei ABC, ESPN und Fox gezeigt. Das sind alles große Player in den USA und auch alles Sender, die die NFL zeigen. Die Kickoff-Zeiten sind auch noch interessant. Gespielt wird in der Regel jeweils Samstag und Sonntag um 14 Uhr und 17 Uhr Ostküsten-Zeit. Sollte sich z.B. DAZN die Rechte sichern, könnten wir die Spiele also um 20 und 23 Uhr deutscher Zeit sehen.

Wo bleiben die großen Spieler-Namen?

Die Theorie ist das eine – es braucht aber natürlich auch Gesichter, die die XFL vertreten. Die vergangenen Wochen wurden immerhin die Trainer der Teams vorgestellt. Ohne bekannte Spieler werden sich aber kaum neutrale Fans gewinnen lassen. Johnny Manziel hatte sich kürzlich selbst ins Gespräch gebracht – fix ist das noch nicht. Aber nur „Johnny Football“ wird die XFL nicht tragen können. Da müssen noch mehr Stars her, damit es etwas wird.

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In diesem Sommer veranstaltet die XFL sogenannte „Showcases“ in den 8 Spiel-Städten. Hier können sich Spieler empfehlen und die Coaches können sich umgucken. Nach dem letzten Termin soll damit begonnen werden die Teams zu „bestücken“. Knapp einen Monat später steht der Cut in der NFL an. Wer es dann nicht in den 53-Mann-Kader geschafft hat, könnte auch noch in die XFL gehen.

Mein Fazit zur XFL

Mein „XFL – Stand der Dinge“ jetzt im Juli 2019 – genau 30 Wochen vor dem ersten Spiel am 8. Februar 2020: Ich denke, die XFL hat sich genug Zeit genommen für den Start und überstürzt nichts. Mit Vince McMahon und seiner WWE im Hintergrund haben die Macher absolute Profis an Bord, was Vermarktung, Inszenierung und modernes Fernsehen angeht. Und wenn die Stadien nicht voll werden sollten, selbst da kennt sich die WWE aus. Die trickst sehr erfolgreich und kann alles strahlen lassen. Ich freue mich drauf!

1 Kommentar

    • Beutelbärchen on 16. Juli 2019 at 12:59
    • Antworten

    Bei der XFL klingt vieles nach dem Jahr 2000. Heute lässt man sich zwar doppelt soviel Zeit (zwei Jahre) für den Start, aber vieles scheint immer noch nicht spruchreif zu sein wie im Sommer vor 19 Jahren. Auch damals hatte man mit Hilfe der Konnektion McMahon/Ebersol einen lukrativen TV-Deal (NBC), aber Teamnamen und Spieler fehlten genauso noch. Zudem spielt man bis auf St. Louis in NFL-Städten, sodass es mir schwer fällt vorzustellen, dass Fans der Giants, Redskins, Bucs oder Seahawks nun zu einem anderen Team gehen werden, das in der gleichen Stadt spielen.

    Ich freue mich zwar auf dieses Experiment und den zweiten Anlauf, bewundere auch die Zurückhaltung (die gewollt ist) seitens der WWE, aber so recht an den Erfolg mag ich nicht glauben. Vielleicht halten ESPN und/oder FOX auch länger durch als NBC damals, vieles wird ja auch nicht wie 2001 in deren Hauptprogramm gezeigt, aber wenn sich anbahnt, dass die Investitionen sich nicht rentieren, wird es diese Liga nicht lange geben.

    XFL 2.020 soll erst einmal kommen.

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