Alan Roach im Interview

Wer ist Alan Roach? Den Namen werden wahrscheinlich nur ganz eingefleischte Football-Fans kennen. Aber ganz sicher wird jeder von euch schon mal etwas von Alan Roach gehört haben. Er ist die Stimme der NFL Großevents – unter anderem auch Stadionsprecher beim Super Bowl. Eigentlich kommt Alan vom Radio – so wie ich auch. Wie er sich diesen Traumjob sichern konnte, hört und lest ihr hier:

Alan Roach - Vikings

Quelle: Vikings

Geboren 1966 im kleinen Dörfchen Slayton, Minnesota als Kelly James Burnham, zog er in die Radio-Welt hinaus. Seine Sportsendungen führten Alan Roach – wie er sich jetzt nannte – zu den Colorado Avalanche und Colorado Rockies in die NHL und MLB – und auch zu den Denver Broncos in die NFL. Er wurde die Stimme der Olympischen Winterspiele, diverser All-Star-Games und seit 2006 hören wir Alan Roach regelmäßig beim Super Bowl im Stadion. Aber jetzt hören wir ihn auch hier,:

 

Alan, wie hast du das gemacht? Wie bist du die Stimme der NFL geworden?

Da gab es keine magische Formel oder kein Geheimnis. Ich habe einfach das gemacht, was ich immer gemacht habe – also Sport-Events ansagen. Da habe ich vielleicht die richtigen Leute getroffen. Die haben sich dann im richtigen Moment an mich erinnert und schließlich rief die NFL an und sagte: „Wir haben tolle Sachen von dir gehört, willst du nicht für uns arbeiten?“. Tolle Sache!

 

Ich habe es schon grob zusammengefasst, was du alles machst und sprichst. Wie sieht dein Football-Jahr aus?

Die NFL hat bekanntlich 32 Teams – ich bin eigentlich hauptsächlich der Sprecher für die Minnesota Vikings. Das läuft also parallel zu meinem NFL-Job, auch wenn das komisch klingt. Für die NFL übernehme ich die großen Liga-Events – also den Super Bowl, den Pro Bowl, die NFL Draft oder auch die Hall of Fame Ceremonies und die Spiele in London. Also eigentlich übernehme ich all das für die NFL, was mehr ist als eine Begegnung von zwei Teams.

 

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Du warst auch zuletzt beim Super Bowl in Atlanta im Einsatz. Wie läuft so ein Arbeitstag ab?

Mein Job ist dann eigentlich wie bei jedem anderen Spiel. Ich kann mich auch kaum darauf vorbereiten, denn ich spreche ja über das was auf dem Feld passiert. Aber VOR dem Super Bowl ist natürlich mehr zu tun. Das ist auch der einzige Moment, in dem ich auch im Fernsehen zu hören bin. Da sage ich die Nationalhymne an, andere Künstler oder Award-Gewinner. Dafür bekomme ich einen vorgegebenen Text. Eigentlich muss ich als Vorbereitung nur die Spieler auf dem Platz kennen.

 

War denn die Ankündigung von Gladys Knight als „Empress of Soul“ deine Idee?

Ich wünschte, es wäre meine Idee gewesen. Das war eine meiner tollsten Ankündigungen, die ich jemals machen durfte. Da waren schon so viele bekannte Menschen dabei, aber Gladys Knight als „Empress of Soul“ ankündigen zu dürfen, das war fantastisch. Der Text war auch für mich geschrieben – und er war großartig!

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Alan Roach – gebürtig aus Minnesota – vor kurzem bist du von den Broncos zu „deinen“ Vikings gewechselt. Da musst du uns eines erzählen: Wie hast du das „Minnesota Miracle“ erlebt?

Die Vikings haben vier Super Bowls verloren und 7 NFC Championship Games. Es gab also 11 fiese Niederlagen in der Geschichte – einen Super Bowl gewonnen haben wir auch noch nie. Also wir Vikings-Fans haben die Mannschaften schon so oft verlieren sehen, mit dem letzten Spielzug, mit verpassten Field-Goals oder was auch immer. Es passiert so selten, dass uns etwas gutes passiert. Also war das Minnesota Miracle schon ein wahnsinnig toller Moment. Dummerweise haben wir eine Woche später gegen die Eagles verloren und damit den Super Bowl mal wieder verpasst. Also eigentlich hat das alles keinen Wert.

 

Wenn du privat irgendwo anrufst, oder einkaufst – wirst du dann oft an deiner Stimme erkannt?

Das passiert immer häufiger. Ich lebe schon fast 30 Jahre in Denver/Colorado und war die meiste Zeit davon auch im Radio zu hören, ich mache Werbung, habe für die Sportvereine gearbeitet – ich werde deshalb so gut wie jeden Tag erkannt, wenn ich etwas sage. Das passiert im Supermarkt, an der Tankstelle oder am Telefon. Das ist aber schon schmeichelhaft, weil die Leute sich ja irgendwie mit mir auseinandergesetzt haben. Das tut echt gut!

 




Wie reagieren die Leute denn dann auf dich? Ein Selfie machen ist ja schwer? Die Stimme sieht man ja nicht.

Ich muss schon oft Fotos machen. Aber noch viel häufiger werde ich gebeten eine Ansage für eine Mailbox zu sprechen. Da sage ich dann schon manchmal Sachen wie: „Hi, hier ist Alan Roach. Das ist der Anschluss von George. Er ist aber nicht da, also hinterlasse eine Nachricht.“

 

Wie pflegst du denn deine Stimme? Die ist ja dein Kapital.

Ich trinke keinen Kaffee – habe ich auch noch nie gemacht. Ich mag den Geschmack nicht und vor einiger Zeit hat mir mal jemand gesagt, dass Kaffee auch nicht gut für die Stimme ist, weil er die Stimmbäder austrocknet. Ich trinke auch kaum Softdrinks. Stattdessen aber viel kalten Tee, viel Wasser und viel Gatorade. Außerdem habe ich immer ein Desinfektionsmittel dabei. Damit reibe ich mir bei der Arbeit die Hände ein und sprühe das Mittel auch auf jedes Mikrofon, sobald ich davor sitze. Das alles hat bis jetzt ganz gut geholfen.

 

Mal so unter uns: Schlüpfst du zu Hause auch mal in deine „Rolle“ und verkündest wie ein Stadionsprecher, dass das Essen fertig ist?

Naja, das ist schon so eine Sache. Viele Leute wundern sich, wenn sie mich zum ersten Mal treffen, dass meine Stimme immer so ist. Ich werde in E-Mails auch immer gefragt, ob ich mich verstelle. Klar, es gibt Kollegen die das machen. Die klingen dann im echten Leben ganz anders. Aber ich bin so wie ich bin. Das ist meine Stimme und sie kommt einfach so raus.

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