NFLPA – wer ist das eigentlich?

Die vergangenen Wochen war immer wieder von der NFLPA zu hören – wie sie sich etwa in der Diskussion um die Corona-Regeln in der NFL einschaltet. Das möchte ich zum Anlass nehmen, um die NFLPA etwas genauer vorzustellen. Wer steckt eigentlich dahinter? Was hat diese Spielergewerkschaft in der Vergangenheit schon bewegt und wer ist hier der Boss? Dazu etwas Angeberwissen.

NFLPA - Seite
Quelle: Screenshot

NFLPA steht für “National Football League Players Association”. Gegründet wurde diese Spielergewerkschaft schon 1956 als Reaktion auf die Anfangsjahre im Profi-Football. Damals waren die Männer auf dem Platz noch oft ein “Spielball” der Liga und der Owner. Schließlich waren es zwei Spieler der Cleveland Browns, die das ändern wollen. Abe Gibron und Dante Lavelli. Sie nahmen Kontakt zu Creighton Miller auf – einem Anwalt, der früher in Notre Dame am College Football gespielt hatte. Ziel war eine Vereinigung zu gründen, die die Football-Profis in den USA vertritt.

Es beginnt im Waldorf Astoria

Miller sprach mit den Stars von damals – u.a. Don Shula oder Norm van Brocklin – und im November 1956 war die NFLPA gegründet. Spieler von 11 der damals 12 Teams ließen sich von ihr vertreten – nur die Chicago Bears wollten noch nicht. Bei einem Gründungsmeeting im Waldorf Astoria Hotel in New York wurden gleich erste Forderungen formuliert. Damals ging es vor allem um die Bezahlung für Training Camps und Vorbereitungsspiele. Aber es wurde auch schon Mindestlohn für die Spieler ausformuliert und die NFLPA wollte, dass die Clubs künftig für die Reinigung der Trikots zahlen! Verrückt!

Ein Treffen mit NFL Commissioner Bert Bell kam allerdings erstmal nicht zu Stande und die Team Owner waren auch sauer. Die Situation drohte sogar vor Gericht zu landen. Dann gaben die Owner nach. Es wurde ein Mindestlohn von 5.000 Dollar gezahlt – und es gab 50 Dollar für Exhibition Games. Nach einem Spielerstreik und einem Lockout 1968 wurde das erste CBA erarbeitet – das Collective Bargaining Agreement. Frei übersetzt könnte man auch “Tarifvertrag” dazu sagen. Es gab mehr Geld und eine Art Pension für Spieler im Ruhestand. Die folgenden Jahre gab es Verbesserungen im Gesundheitsbereich oder auch für Free Agents.

NFLPA streikt für ihre Rechte

In der Saison 1982 führte die NFLPA die Liga in einen Streik – dadurch fielen auch einige Saisonspiele aus. Ziel war, dass die Spieler besser an den Erlösen der Teams beteiligt werden. Der Streik endete schließlich, weil die Spieler sauer auf die eigene Gewerkschaft und die Forderungen wurden. 1987 lief das CBA aus und wieder gab es einen Streik. Dabei sprang aber nichts raus, weil das Interesse der Amerikaner an der NFL zu sinken drohte. Stattdessen hagelte es Klagen und Prozesse dazu, wer welche Rechte haben darf und wer nicht. Es ging um Schadenersatz, den Salary Cap und natürlich um mehr Geld.

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Eigentlich gab es so gut wie immer Streit zwischen NFLPA und dem Rest, sobald ein CBA auslief. 2011 führte das mal wieder zu einem Lockout. Die NFLPA war vorübergehend keine Gewerkschaft mehr, was den Status der Spieler änderte. Aber schließlich gab es doch wieder eine Einigung. Das CBA brachte neue Regeln was Sicherheit und Gesundheit der Profis angeht (Stichwort: Gehirnerschütterungen) und natürlich wieder mehr Geld! Der Vertrag galt bis ins Jahr 2020. Kurz vor der Corona-Krise wurde eine neue Vereinbarung beschlossen, die 10 Jahre gelten soll.

Die Gegenwart

Zu den ganz neuen Beschlüssen zwischen NFLPA und NFL gehört, dass es künftig 17 statt 16 Regular Season Games geben soll. Die Playoffs werden jetzt mit 14 Teams gespielt. Der aktive Kader der Teams wird auf 55 Spieler erhöht. Im Trainingscamp darf nur noch 2,5 Stunden am Tag in voller Ausrüstung trainiert werden und: Spieler bekommen Zugeständnisse beim Marihuana Konsum! Ach ja: Mehr Geld gibt es auch! Aktuell sind etwas mehr als 2.400 aktive Spieler in der NFLPA organisiert. Die Führungskräfte sind DeMaurice Smith als Executive Director – und President ist J.C. Tretter. Er ist Center bei den Cleveland Browns.

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