Spitznamen in der NFL

Ihr kennt sicher „Johnny Football“ oder „The Bus“ Jerome Bettis. In über 100 Jahren NFL gab und gibt es viele Spieler, die auch mit ihrem Spitznamen bekannt geworden sind. Früher war das noch viel häufiger der Fall. Wahrscheinlich, weil es damals nur Zeitungen als Massenmedien gab und die Redakteure mit sehr viel Kreativität gesegnet waren. Aber auch heute ist etwa Tyrann Mathieu nicht unbedingt nur unter seinem normalen Namen bekannt. Ich habe hier für euch die verrücktesten, besten und lustigsten Spitznamen in der NFL.

Spitznamen in der NFL

Ich beginne mit den 3 Spielern, die ich schon erwähnt habe. Tyrann Mathieu von den Kansas City Chiefs ist bekannt als „Honey Badger“. Übersetzt: Honigdachs. Den Namen hat er sich verdient, weil er trotz seiner „nur“ 1,75m Körpergröße extrem wendigen und harten Football spielt. Der in Afrika lebende Honigsdachs gilt außerdem als „furchtlos und aggressiv“ und hat wenige natürliche Feinde. Passt also nahezu perfekt zu dem Safety.

„Johnny Football“ und „The Bus“

Als „Johnny Football“ bekannt geworden ist Johnny Manziel. Es war 2014, als Jonny Football die Quarterback-Hoffnung bei den Cleveland Browns wurde. Viele Verletzungen, ein Party-Trip nach Las Vegas und Vorwürfe über Angriffe auf seine Ex-Freundin machten aber mehr Schlagzeilen. Manziel spielte danach eine Weile in der CFL in Kanada und in der Alliance of American Football. In diesem Jahr (2021) hat er es mit Arena Football probiert. Aber es läuft nicht richtig rund für den 28 (!!)-jährigen. Seinen Spitznamen hat Johnny Football schon seit dem College in Texas, als er in Fangruppen im Internet so genannt wurde.

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Jerome Bettis ist noch heute bekannt als „The Bus“. Der ehemalige Running Back „parkt“ seit 2015 sogar in der Hall of Fame. Der Spitzname geht auf einen Radio-Kommentator zurück. Der Legende nach hat einer seiner Kumpels im Gespräch über Jerome Bettis gesagt, dass dieser „bussy“ sei. Gemeint war die wuchtige Statur und die Tatsache, dass es oft mehrere Defense-Spieler brauchte, um Jerome Bettis zu stoppen. Er hat diese Spieler also „mitgenommen“ wie ein Bus. Der Spitzname soll aber auch an seinem College Notre Dame benutzt worden sein.

Noch mehr Spitznamen

Wieso nennt sich Michael Irvin der „Playmaker“? Das ist leicht zu erklären. Der Wide Receiver hatte eine Vorliebe dafür große Spiele zu entscheiden – er hat u.a. 3 Super Bowls mit den Dallas Cowboys gewonnen. Man erzählt sich, dass Michael Irvin bei Autogrammen auch immer Playmaker und seine Nummer 88 dazugeschrieben hat. Auch eine schöne Geschichte ist die von Billy Johnson. Er wurde als „White Shoes“ bekannt, weil er sich schon in der High School seine Schuhe weiß eingefärbt hatte – angeblich als Teil einer Mutprobe. Viele Jahre später bei den Houston Oilers trug er den Namen noch immer.

Witzig ist das, was BenJarvus Green-Ellis erlebt hat. Er war bis 2008 bei den New England Patriots aktiv und bekannt unter dem Nickname „The Law Firm“ – also „das Anwaltsbüro“. Sein Name hat etwas viele Silben und klingt wie die typische Kanzlei „Huber-Huber-Schmidt-Müller und Partner“. Ähnlich ulkig ist es Andre Rison ergangen. Der Wide Receiver hat 7 NFL-Teams erlebt und seinen Spitznamen „Bad Moon“ einem ESPN-Reporter zu verdanken, der wohl gerne Creedance Clearwater Revival gehört hat. Ein bekannter Song von denen ist „Bad Moon rising“. Klar soweit? Andre Rison wurde aber auch mal zwischendurch Spiderman genannt.

Nichts geht über „Broadway Joe“ und „Sweetness“

Wenn man über Spitznamen in der NFL spricht, dann dürfen diese Helden des Football-Sports nicht fehlen: Quarterback-Legende Joe Namath hat seinen Nickname natürlich seinem Leben in New York zu verdanken. „Broadway Joe“ war in den 1960er und 70ern nicht nur der Star der New York Jets, sondern genoss auch das Nachtleben im Big Apple sehr ausführlich und hatte sogar eine eigene Bar in New York. Ende der 1970er und bis in die 80er hinein war dann „Sweetness“ Walter Payton der große Star. Er war Running Back bei den berüchtigten Chicago Bears dieser Zeit. Sein Spitzname hat mehrere Ursprünge: Da werden sein Auftreten, sein Spielstil oder auch seine Bewegungen genannt. Ohne Zweifel war Walter Payton aber einer der besten, die diesen Sport betrieben haben!

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Bei den großen Namen der Vergangenheit muss auch O.J. Simpson genannt werden, auch wenn er zwischenzeitlich anders aufgefallen ist. Er war vor allem bei den Buffalo Bills als „The Juice“ bekannt. Einmal, weil O.J. in den USA eine gängige Abkürzung für Orange Juice ist – und, weil O.J. Simpsons Laufstil gerne mal als „sehr flüssig“ beschrieben wurde.

„Megatron“ und „Prime Time“

Aus der jüngeren Vergangenheit dürfte einigen Fans sicher Calvin Johnson als „Megatron“ ein Begriff sein. Der Wide Receiver wurde nach einer Figur aus Transformers benannt und gilt als einer der besten Spieler auf seiner Position. Aus heutiger Sicht wirkt das komisch, weil er nur bei den Detroit Lions gespielt hat. Die haben zuletzt ja nicht so viel gewonnen. In den frühen 1990ern war auch „Prime Time“ Deion Sanders ein Megastar. Auch „Neon Deion“ wurde er genannt, weil er seinen Reichtum mit allerlei Glitzer und PS präsentiert hat. Außerdem ist er bis heute der einzige Spieler, der im Super Bowl und in der World Series der Major League Baseball stand. Sanders hat sogar mal an einem Tag in der NFL UND der MLB gespielt.

Wir hatten schon einen Bus, jetzt kommt noch „der Kühlschrank“. William Perry „The Refrigerator“. Auch er gehörte zu den legendären Chicago Bears der 1980er. Sein Name ist natürlich angelehnt an seinen massiven Körperbau als Defensive Tackle. William Perry hat nicht nur den 1985er Super Bowl-Ring zu Hause. Er ist auch in der WWE Hall of Fame, weil er bei Wrestlemania 2 im Ring stand. Man erzählt sich außerdem, dass er zwischenzeitlich mal die Größe XXXXXXL trug.

„Beastmode“ und „Cheetah“

Zwei Spitznamen habe ich noch und die kommen auch aus der jüngeren Vergangenheit. Da darf man natürlich nicht „Beastmode“ Marshawn Lynch vergessen. Der Running Back hat sich bei den Seattle Seahawks seinen Namen gemacht für seinen wuchtigen Antritt und seine „Kopf-durch-die-Wand“-Einstellung auf dem Platz. Ganz ähnlich ist es beim Namen „Cheetah“. Den trägt Tyreek Hill von den Chiefs. Nicht zu verwechseln mit dem „Cheater“, also dem Betrüger, geht es hier um den Geparden. Der heißt im Englischen Cheetah. Der Gepard ist sehr schnell – wie Tyreek Hill. Oder ist es vielleicht andersrum?