Bye Week – wie funktioniert sie?

Eine NFL-Saison dauert bekanntlich von September bis Februar. In dieser Zeit sind die Teams nahezu Woche für Woche im Einsatz. Ab der Saison 2021 gibt es 17 Regular Season Games. Aber die Teams müssen nicht knallhart ihr Programm durchziehen. Jedes Team hat in der Season eine „Bye Week“ – hat also ein Wochenende frei. Wozu gibt es eigentlich diese freie Woche? Wann wurde sie erfunden? Welche Regeln gelten für die Teams und wann gibt es keine Bye Week? Etwas Angeberwissen gibt es hier – ohne Pause.

Bye Week - London 2019

Laut meinem English Dictionary aus Schulzeiten bedeutet „bye“ soviel wie „frei haben“. Logisch. Diese freien Wochen gibt es in der NFL regelmäßig seit 1990. Damals wurde festgelegt, dass die damals 16 Saisonspiele auf 17 Wochen gestreckt werden. Der Grund war denkbar einfach: So konnte noch mehr NFL im Fernsehen gezeigt werden. Seit dem ist es in der Regel so, dass jede Mannschaft in der Regular Season eine Bye Week hat – mittlerweile dauert die Saison mit 17 Spielen entsprechend 18 Wochen. Damit die Bye Week auch vernünftig genutzt werden kann, wird sie nicht ganz am Anfang oder am Ende der Saison geplant. Eine Bye Week gab es bis jetzt nur zwischen Woche 4 und Woche 12. Das verhindert auch eine Art Wettbewerbsverzerrung, wenn es in die entscheidende Phase der Saison geht.

Wie wird die Bye Week festgelegt?

Das Erstellen des NFL-Spielplans ist eine Wissenschaft für sich. Die NFL selbst erklärt es HIER sehr anschaulich. Es gibt über 500.000 Möglichkeiten die 32 Teams in 18 Wochen zusammen zu setzen. Dabei müssen Fernsehrechte, Fernsehmärkte, doppelte Belegungen von Stadien oder auch die Spiele in London oder Mexiko berücksichtigt werden. So wird eine Bye Week normalerweise immer den Teams gewährt, die am Wochenende zuvor z.B. in London gespielt haben. Es werden auch nicht unbedingt die New York Giants und New York Jets gleichzeitig in die Pause geschickt, sonst gäbe es in dem Markt gar nichts zu sehen. Ähnlich ist es in Los Angeles.

Wenn ein Team in der einen Saison eher früher in die Bye Week geht, wird es in der folgenden Saison eher später der Fall sein. Die freie Woche ist aber nicht nur dafür da, um noch mehr Spiele übertragen zu können. Natürlich sollen sich auch die Spieler erholen können. Die NFL Saison ist ansonsten fast minutiös durchgetaktet. Da freut sich jeder über ein paar freie Tage am Stück, an denen er bei der Familie sein kann. Viele NFL-Profis werden pro Woche bezahlt – auch in der Bye Week. Es gibt also Geld fürs Nichtstun. Das spielfreie Wochenende ist schließlich aber auch noch eine Art Puffer im Spielplan.

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So ist es z.B. 2017 vorgekommen, dass die Miami Dolphins und Tampa Bay Buccaneers nicht in Woche 1 gegeneinander spielen konnten. Ein Hurrikan in Florida kam dazwischen und so wurde die Begegnung in Woche 11 verlegt. Da hätten beide eigentlich ihre Bye Week gehabt. Der Nachteil für beide Teams war dann, dass sie alle 16 Saisonspiele ohne Pause bestreiten mussten. Auch in der Corona-Saison 2020 sollten die Bye Weeks helfen den Spielplan nicht völlig zu zerstören. Es hat ja auch geklappt. Es kam nur zu relativ wenigen verlegten Spielen.

Andere Arten der Bye Weeks

Auch wenn die Regelung der Bye Week seit 1990 gilt, schon vorher gab es spielfreie Wochenende. Das hatte häufig damit zu tun, dass die NFL auch mal aus einer ungeraden Zahl an Teams bestand. Da bleibt logischerweise immer eine Mannschaft auf der Strecke. Eine besonders tragische Ausnahme wurde in der Saison 2001 gemacht. Direkt nach den Anschlägen vom 11. September wurde die gesamte NFL in eine Bye Week geschickt. Aktuell ist es so, dass maximal 6 Mannschaften gleichzeitig pausieren. Wenn es viel mehr wären, würde die NFL RedZone auch langweilig sein.