Rückennummern – alles mit System

Tom Brady ist die ewige 12. Brett Favre hat die 4 bekannt gemacht oder Lawrence Taylor trug bei den New York Giants die 56 mit Stolz. Die Rückennummern in der NFL sind mehr als nur blanke Zahlen. Teilweise werden Spieler auf dem Platz auch mit ihrer Nummer gerufen: „Hey, Number 12 – let’s go!“ Anders als beim Fußball können die Spieler in der NFL ihre Rückennummer aber nicht unbedingt frei wählen. Es steckt ein System dahinter. Wie das funktioniert, erkläre ich euch hier.

Rückennummern

Eigentlich sind es im Football Trikotnummern und nicht nur Rückennummern. Die Nummer steht bekanntlich nicht nur auf dem Rücken, sondern auch auf dem Bauch. Es gibt auch sogenannte „TV-Numbers“. Das sind die Nummern, die von der Seite gut zu sehen sind, also etwa auf dem Shoulder-Pad. Die Geschichte der Nummern geht weit in die 1920er Jahre zurück, als der Football professioneller wurde. Aber erst seit 1973 wird im Rulebook festgehalten, dass Spieler einer bestimmten Position eine bestimmte Nummer tragen müssen. Das soll den Schiedsrichtern helfen (denn nicht jeder Spieler darf zu jeder Zeit den Ball berühren). Auch der Quarterback bekommt so eine kleine Gedächtnisstütze.

Bestimmte Rückennummern für bestimmte Positionen

Mit der Saison 2021 wurden die Regeln etwas gelockert. Running Backs, Receiver oder auch Linebacker dürfen jetzt z.B. auch einstellige Nummern tragen, die bisher nur für Quarterbacks oder Kicker reserviert waren. Running Backs dürfen auch noch höhere Nummern bekommen als vorher. Die Änderungen haben übrigens die Kansas City Chiefs angeregt und schließlich auch durchgesetzt. Und so sieht es im Detail aus:

1 bis 19: Quarterback, Punter und Placekicker
1 bis 49 und 80 bis 89: Running Back
1 bis 49 und 80 bis 89: Wide Receiver
1 bis 49 und 80 bis 89: Tight End und H-Back

50 bis 79: Offensive Linemen
50 bis 79 und 90 bis 99: Defensive Lineman
1 bis 59 und 90 bis 99: Linebacker
1 bis 49: und Defensive Backs

Natürlich sind die Regeln für die Rückennummern etwas dehnbar. Wer innerhalb eines Spiels auf einer anderen Position eingesetzt wird als üblich, muss sich natürlich nicht umziehen. Aber die Schiedsrichter müssen informiert werden. Wer im Laufe seiner Kariere umgeschult wird, muss dagegen unter bestimmten Umständen eine andere der Rückennummern wählen.

Rückennummern

Im Laufe der Jahre kam es noch zu einigen Ausnahmen. Als das Nummernsystem 1973 erneuert wurde, gab es eine Übergangsfrist für Spieler, die mit ihren angestammten Rückennummern nicht ins neue System gepasst haben. Das wurde damals die „Opa Regel“ genannt. Einige Zeit wurde auch die „00“ vergeben. Das ist mittlerweile auch vorbei. Vorgeschrieben ist heute auch, wie groß die Ziffern sein müssen: Mindestens 8 Inches hoch (etwa 20 cm) und 4 inches breit (etwa 10 cm). Die Farbe muss dazu im deutlichen Kontrast zum Trikot sein.

Manche Rückennummern werden gar nicht mehr vergeben

Eine schöne Tradition im US-Sport ist, einen Spieler dadurch zu ehren seine Rückennummer nie wieder zu vergeben. Damit müssen Vereine natürlich sparsam sein, weil es insgesamt ja nur 99 Möglichkeiten gibt und 53 Spieler im Kader sind. Die Atlanta Falcons, die Las Vagas Raiders und die Dallas Cowboys retiren traditionell keine Rückennummern. Die Baltimore Ravens, Houston Texans und Jacksonville Jaguars haben es bis jetzt noch nicht gemacht, weil die Teams noch relativ neu in der Liga sind. Die Seattle Seahawks vergeben dagegen nie die Nummer 12, weil die für die Fans steht. Ein Spieler wurde sogar zweimal geehrt: Reggie White. Seine 92 wird in Green Bay und in Philadelphia nicht mehr vergeben.