Rückennummern – alles mit System

Die Playoffs rücken näher und damit steigt auch das Interesse am Football in Deutschland. ranNFL zeigt einige Spiele sogar bei ProSieben und so kommt unser liebster Sport bei noch mehr Fans an. Ich gebe euch die kommenden Tage etwas Angeberwissen mit in die Playoffs. Heute geht es um etwas auf den ersten Blick sehr harmloses: Welches System steckt hinter den Rückennummern der Spieler?

Rückennummern

Eigentlich sind es im Football Trikotnummern und nicht nur Rückennummern. Die Nummer steht bekanntlich nicht nur auf dem Rücken, sondern auch auf dem Bauch. Es gibt auch sogenannte „TV-Numbers“. Das sind die Nummern, die von der Seite gut zu sehen sind, also etwa auf dem Shoulder-Pad. Welche Nummer ein Spieler trägt kann nicht frei gewählt werden, wie etwa im Fußball. Die Regeln der NFL legen das genau fest.

Bestimmte Rückennummern für bestimmte Positionen

Die Geschichte der Rückennummern geht weit in die 1920er Jahre zurück, als der Football professioneller wurde. Aber erst seit 1973 wird im Rulebook festgehalten, dass Spieler einer bestimmten Position eine bestimmte Nummer tragen müssen. Das soll den Schiedsrichtern helfen (denn nicht jeder Spieler darf zu jeder Zeit den Ball berühren). Auch der Quarterback bekommt so eine kleine Gedächtnisstütze.

1 bis 19: Quarterback, Punter und Placekicker
20 bis 49: Running Back und Defensive Back
50 bis 79: Center
60 bis 79: Guard und Tackle

10 bis 19 und 80 bis 89: Wide Receiver
40 bis 49 und 80 bis 89:  Tight End und H-Back
50 bis 79 und 90 bis 99: Defensive Lineman
40 bis 59 und 90 bis 99: Linebacker




Natürlich sind die Regeln für die Rückennummern etwas dehnbar. Wer innerhalb eines Spiels auf einer anderen Position eingesetzt wird als üblich, muss sich natürlich nicht umziehen. Aber die Schiedsrichter müssen informiert werden. Wer im Laufe seiner Kariere umgeschult wird, muss dagegen unter bestimmten Umständen eine andere der Rückennummern wählen.

Sebastian Vollmers 76 würde wackeln, wenn…

Wer zum Beispiel vom Right Tackle zum Wide Receiver „umgeschult“ wird, muss auch eine neue Nummer wählen. Sebastian Vollmer hatte als Tackle damals die 76. Wäre er ein Receiver geworden, müsste er eine der Rückennummern zwischen 10 bis 19 oder 80 bis 89 nehmen. Man spricht hier von Spielern die  „Eligible“ sind oder „Not Eligible“. Oder anders gesagt: Wer einen Ball nach vorne tragen oder fangen darf und wer nicht. Wird dort also ein Spieler anders eingesetzt, muss auch die Nummer wechseln. Wer von einer „Eligible“ Position zu einer anderen wechselt – also Wide Receiver zu Running Back, der darf seine Nummer behalten. Gleiches gilt auch für Wechsel innerhalb der „Not Eligible“ Positionen.

Rückennummern

Im Laufe der Jahre gab es noch einige Ausnahmen. Als das Nummernsystem 1973 erneuert wurde, gab es noch eine Übergangsfrist für Spieler, die mit ihren Rückennummern nicht ins neue System gepasst haben. Das wurde damals die „Opa Regel“ genannt. Einige Zeit wurde auch die „00“ vergeben. Das ist mittlerweile auch vorbei. Vorgeschrieben ist heute auch, wie groß die Ziffern sein müssen: Mindestens 8 Inches hoch (etwa 20 cm) und 4 inches breit (etwa 10 cm). Die Farbe muss dazu im deutlichen Kontrast zum Trikot sein.

Manche Rückennummern werden gar nicht mehr vergeben

Eine schöne Tradition im US-Sport ist, einen Spieler dadurch zu ehren seine Rückennummer nie wieder zu vergeben. Damit müssen Vereine natürlich sparsam sein, weil es insgesamt ja nur 99 Möglichkeiten gibt und 53 Spieler im Kader sind. Stand heute haben 139 Spieler diese Ehre bekommen. Darunter Walter Payton (34, Chicago Bears), Joe Namath (12, New York Jets), Dan Marino (13, Miami Dolphins) oder Brett Favre (4, Green Bay Packers).

Die Atlanta Falcons, die Oakland Raiders und die Dallas Cowboys retiren traditionell keine Rückennummern. Die Seattle Seahawks vergeben dagegen nie die Nummer 12, weil die für die Fans steht. Ein Spieler wurde sogar zweimal auf diese Weise geehrt: Reggie White. Seine 92 wird in Green Bay und in Philadelphia nicht mehr vergeben. Und mit was? Mit Recht!

 

Schreibe einen Kommentar

E-Mail-Adressen werden nicht angezeigt.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen