Es ist angerichtet: Die NFL Saison 2025 endet mit dem Duell der Seattle Seahawks gegen die New England Patriots. Super Bowl LX in Santa Clara erlebt also ein Duell, mit dem im September sicher niemand gerechnet hätte. Ich bin in diesem Jahr wieder live vor Ort – in der gesamten Woche vor dem Super Bowl, bin im Stadion und ganz dicht dran am Geschehen. In diesem Reisetagebuch nehme ich euch mit auf die Reise.
Sonntag, 1. Februar 2026
6.40 Uhr – Abflug
Bei Eis und Schnee und einer gefühlten Temperatur von -14 Grad habe ich Berlin verlassen, Pünktlich ging es zum Zwischenstopp nach Frankfurt. Nach einem Wasser und einem Brötchen für 12 Euro hat das „Klassentreffen“ begonnen. Am Gate vor dem Weiterflug in die USA habe ich schon Jonas von der NFL Deutschland und Sven von der Rheinpfalz Zeitung getroffen. Wir saßen im Flieger zwar nicht zusammen. Aber die Wege sollten sich immer wieder kreuzen.

So ein Flug nach San Francisco dauert schon sehr lang. Nach über 11 Stunden, 3,5 Filmen und einer sehr leckeren Lasagne war es geschafft.
14 Uhr – Einchecken
Einreise und Uber zum Hotel liefen auch problemlos – hoffentlich bleibt es so. Erster Eindruck: Schön hier. Ich war vor etwa 18 Jahren schon mal in San Francisco. Auch damals hat mir die Stadt gefallen. Jetzt bei 17 Grad und Sonne im Februar geht es auch ganz gut,
Montag, 2. Februar 2026
7.03 Uhr – Die Erde bebt
Ich habe es nicht gemerkt. Aber es gab in der BayArea in der Nacht ein Erdbeben. Das hatte eine Stärke von 4,2.
7.45 Uhr – Los gehts
Die erste Nacht habe ich versucht so lange wie möglich zu schlafen. Einerseits, um den Jetlag zu bekämpfen – wir sind hier von Deutschland aus 9 Stunden zurück. Andererseits war ich fast 24 Stunden auf den Beinen, als ich das Hotelzimmer hinter mir abgeschlossen habe. Entsprechend früh ging es aber auch schon weiter. Noch vor 8 Uhr habe ich im Media Work Room das erste Mal am Tag betreten:

Hier entsteht das meiste, was ihr von der NFL weltweit lesen könnt. Etwa 200 Arbeitsplätze gibt es, dazu Strom, WLAN, Fernseher, Getränke und um diese Zeit auch ein Frühstück, das den Namen verdient. Gleich um 9 Uhr unserer Zeit startet die erste Pressekonferenz des Tages – die des Ausrichters. Danach gehen wir zum Flag Football Training und dann wartet schon ein Shuttle Bus zur Opening Night. Die beginnt hier sehr früh – weil wir an der Westküste sind.
9 Uhr – Lasst die Spiele beginnen
Die vielen, vielen Pressevents rund um Super Bowl LX haben am Montag um 9 Uhr begonnen – mit einer Veranstaltung des offiziellen Host Committees. Präsidentin Zaileen Janmohamed sagte da einen tollen Satz: „Die BayArea ist für alle da – egal woher man kommt. Es geht viel mehr darum, wie weit man denkt!“ Da steckt sicher auch eine Anspielung auf die politische Lage hier im Land drin. Direkt von dieser Pressekonferenz ging es rüber zum Pro Bowl Training.

Die Pro Bowl Games finden zum ersten Mal im Rahmen einer Super Bowl Woche statt. Der sportliche Wert ist umstritten, genau wie die Auswahl mancher Spieler. Wenn man vor Ort ist, ist aber auch der Pro Bowl ein Spektakel. Wir Medien-Leute durften bei einem Training dabei sein – inklusiver Interview Möglichkeiten. Und dann stehst du da neben Dak Prescott, Christian McCaffrey oder Jalen Hurts und kannst mit allen einfach so plaudern. Auch Amon-Ra St. Brown war da. Mein Foto von ihm hätte ich vielleicht noch mal neu machen sollen…

10.45 Uhr – Man spricht Deutsch bei Super Bowl LX
Neben Amon-Ra war auch Jakob Johnson dabei. Er war nicht aktiv für die Pro Bowl Games in der Halle (die übrigens riesig ist und sich im Keller befindet!). Jakob arbeitet für den NFL Game Pass bzw. DAZN. Endlich haben wir uns mal persönlich getroffen, nach so vielen Interviews via Zoom etc.

14.30 Uhr – Abfahrt nach San Jose
Die Events rund um Super Bowl LX sind sehr weitläufig in der BayArea verstreut. Auch die traditionelle Opening Night war nicht gerade um die Ecke. Wir sind über eine Stunde mit dem Bus nach San Jose gefahren – südlich von San Francisco. Einmal durch das Silicon Valley und wir waren da.

Sonst fand die Opening Night meistens im Super Bowl Stadion statt. Dieses Mal war es ein riesiges Convention Center. Das kam nicht bei allen Medienleuten gut an, weil die Atmosphäre so ganz anders war. Aber trotzdem hat es Spaß gemacht durch die Menge zu laufen und einfach so die Spieler von Patriots und Seahawks für Interviews anzuquatschen. Die „großen Stars“ beider Teams saßen auch wieder in den kleinen Boxen, um eine Stunde lang Fragen zu beantworten:




Und hier war es wieder – mein Problem, dass ich so gut wie keinen Spieler erkenne. Immerhin trugen alle einen Hoodie mit ihrer Nummer, so dass ich am Handy schnell checken konnte, wer vor mir steht. Aber nicht nur Spieler und Coaches waren da, auch bekannte Medien-Leute aus der NFL-Welt. Das hier ist das Setting des NFL Networks bei der Opening Night:

Wer genau hinguckt, erkennt Ian Rapoport auf dem Bild. Mit ihm konnte ich auch kurz sprechen. Er hat sich sogar an unser Interview vor über 6 Jahren erinnert. Sehr netter Zeitgenosse. Ich habe ihn gefragt, welches internationale Spiel der NFL er gerne mal besuchen würde. Antwort: „Wenn es ein Spiel im Stadion von Borussia Dortmund, statt bei Bayern München gibt, dann das!“. Ian Rapoport ist großer BVB-Fan. Auch den anderen großen NFL Insider habe ich kurz sprechen können – Adam Schefter. Leider hat er sich nicht mehr an mich erinnern können. Ich werde es verkraften.
Matthias Gindorf, Football-Journalist und Radio-Macher aus Berlin.
Seit dem Jahr 2000 in den Medien aktiv - unter anderem tätig für den ARD Hörfunk, DAZN, Crunchtime Magazin, Sports Illustrated und die NFL Deutschland.
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