Es ist eine schönse Tradition in meinem NFL-Jahr. Immer Anfang Oktober fahre ich zur NFL in London. Mittlerweile war es meine 12. Reise auf die Insel, um im Stadion zu sein. Und es war sicher nicht die letzte. Es macht immer wieder Spaß, Tottenham ist und bleibt einer der coolsten Orte für Sport in London und ganz nebenbei freue ich mich immer wieder bekannte Leute zu treffen. So auch an diesem Oktober-Wochenende beim Spiel der Indianapolis Colts gegen die Washington Commanders.

Wie üblich bin ich am Samstagmorgen von Berlin nach London Heathrow geflogen. Die Einreise ging extrem schnell, die U-Bahn stand auch schon bereit und so bin ich schon um 9 Uhr Ortszeit in Paddington angekommen, wo immer mein Hotel ist. Einchecken geht so früh natürlich nicht, also gab es erstmal Frühstück im Raffles. Dieses kleine Lokal kenne ich schon seit Jahren. Dieses Mal hatte der nette Chef eine ebenfalls sehr nette neue Servierkraft. Wenn man in England ist, muss so ein Frühstück einfach mal sein – mit Speck, Spiegelei, Bohnen, Toast und gegrillter Tomate.

In diesem Jahr gibt es für die London Games einen NFL Pop-Up-Store direkt an der Oxford Street. So muss man nicht zum Stadion rausfahren, wo der große Shop ist. Allerdings war dieser Pop-Up-Store ziemlich schwer zu finden, weil er eigentlich in einer Nebenstraße der Oxford Street ist. Besonders viele Schilder gab es auch nicht. Einmal drinnen, gab es dann aber alles zu kaufen, was der Fan so benötigt. Zugegeben, der Shop in Berlin war etwas größer und freundlicher als diese Keller-Variante. Gekauft habe ich trotzdem etwas – für meine Tochter.


Später am Nachmittag musste etwas gegessen werden. Wie ich im Footballereise Podcast erzählt habe, zieht es mich noch immer zu Byron Burger. Leider hat die Kette viele Filalen zugemacht und man muss schon etwas suchen, um noch eine zu finden. Sobald der Cheeseburger da ist – und vor allem der sehr gute Milchshake – dann entschädigt das für vieles.
Das Gute an diesen Reisen nach London ist, dass man am Samstag immer extrem viele Schritte macht und deshalb so ein Essen auch mal okay ist. Oft sollte man das sicher nicht machen. Empfehlen kann ich Byron Burger trotzdem.
Gameday NFL in London
Am Sonntag saß ich mal wieder recht früh in der Weaver Line zum Tottenham Stadium. Schon gegen 9.30 Uhr war hier gut was los. Auch wenn ich schon einige Mal hier war, der Anblick der Arena ist jedes Jahr imposant. Außerdem staune ich immer wieder, wie viele Security-Menschen unterwegs sind. Gegen 10.30 Uhr war für uns Pressemenschen auch schon Einlass.

Im Pressebereich kommt es immer zum Wiedersehen mit Kolleg*innen, die für die NFL um die Welt fahren. Jonas von der NFL Deutschland war da, Carsten Keller vom Huddle bzw. Football aktuell und natürlich Bruce mit den bunten Hemden. Das ist immer wieder schön – so ein Klassentreffen. Die Zeit bis zum Kickoff vergeht dann auch immer sehr schnell. Vorher mussten wir aber Ausschau halten nach Nadine Nurasyid, die im Coaching Staff der Colts aktiv ist.

Das eigentliche Spiel geht gefühlt ziemlich schnell vorbei. Colts und Commanders hatten es zwischenzeitlich mal etwas spannend gemacht. Als dann Marcus Mariota bei Washinton verletzt vom Feld musste und Quarterback 3 reinkam, war das Spiel irgendwie gelaufen. 60.907 Zuschauer waren da. Ein bisschen Platz hätte es noch gegeben. Aber das hat man nicht gemerkt. Die Stimmung wäre vielleicht noch besser gewesen, wenn die Commanders als „Heimteam“ etwas stärker gespielt hätten.

Direkt nach Spielschluss geht es für uns Medienmacher zu den Pressekonferenzen. Anders als beim Fußball gibt es beim Fooball immer für jedes Team eine eigene in einem eigenen Raum. Ich war bei den Colts. Die Vertreter haben die Stimmung in Tottenham gelobt, das Stadion für seinen Service gefeiert. Coach Steichen lobte sogar den modernen Pressekonferenzraum. Kicker Spencer Shrader sprach vom „besten Erlebnis seines Lebens“ in London. Verrückt fand er auch, dass Wayne Rooney auf der Tribüne saß und ihm – als ehemaligen Fußballer – zugeguckt hat.

Kurz danach saß ich auch schon wieder in der Bahn zurück ins Hotel, um da noch etwas NFL Sonntag auf dem iPad zu gucken. Mitten in der Nacht war ich plötzlich hellwach, guckte aufs Handy und hatte 8 E-Mail von British Airways im Postfach!
Ihr Rückflug wurde leider gestrichen!
In London ist es gerne mal etwas nebelig – vor allem am Flughafen. Deswegen wurde mein Flug nach Berlin gestrichen. British Airways hatte mich aber schon umgebucht – auf Dienstag! Das passte mir so gar nicht. Die Frau an der BA-Hotline war um diese Zeit schon zu erreichen und dann auch noch sehr hilfsbereit. Da muss man British Airways wirklich loben. Am Ende war ich sogar eine Stunde früher zu Hause als geplant. London hat sich definitiv wieder gelohnt. 2027 komme ich wieder. Vorher geht das Klassentreffen aber in Paris weiter.
