Donald Trump war noch nie wirklich gut auf die NFL zu sprechen. Spätestens seit Colin Kaepernick. Der US-Präsident behauptet auch gerne, dass die TV-Quoten der NFL sinken, was nachweislich nicht stimmt. Oder er legt sich mit einem Team an. Dieser Tage hat Trump gefordert, dass die Washington Commanders „sofort“ ihren Namen zurück zu Washington Redskins ändern sollten. Seine Sprecherin hat das jetzt noch einmal wiederholt und die Forderung als „ernst“ bezeichnet. Falls nichts passiert, droht Trump sogar mit Konsequenzen.

Mit Beginn der NFL-Saison 2020 ist der Name Washington Redskins aus der NFL verschwunden. Dabei wurde (endlich) auf die lange Kritik der amerikanischen Ur-Einwohner gehört, die den Namen rassistisch und herabwürdigend finden. Die Redskins sind 1932 gegründet worden – damals noch in Boston. Das war eine ganz andere Zeit und deswegen wurde der Name auch lange nicht so wirklich hinterfragt. Mittlerweile sind wir im 21. Jahrhundert angekommen, die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und da gehört es nun mal dazu, dass ein Begriff wie „Rothäute“ nicht mehr in die Zeit passt. Das sollten alle verstehen – auch US-Präsidenten. Aber Donald Trump lebt offenbar in seiner eigenen Welt.
„Der Präsident meint es ernst!“
Knapp zwei Monate vor der neuen NFL-Saison holt Trump jetzt also mal wieder zum Angriff auf die NFL aus. Er findet den Namen Washington Commanders „lächerlich“. Er behauptet, dass die „Indian People“ auch eine Änderung zurück wollen und das ihnen sonst ihre Geschichte weggenommen wird. Alles haltlose Behauptungen, wie es beim US-Präsidenten üblich ist. Seine Sprecherin Karoline Leavitt hat die Forderungen jetzt noch einmal unterstrichen. Trump würde das „ernst meinen“, sagt sie. Denn „Sport ist eine der vielen Leidenschaften des Präsidenten“.

Sollten die Commanders nicht reagieren, droht Trump auch schon mit Konsequenzen. Er will dann „keinen Deal“ für ein neues Stadion für die Commanders in Washington D.C. möglich machen, so der Präsident. Vorgänger Joe Biden hatte Anfang 2025 ein Gesetz unterzeichnet, dass einen gewünschten Neubau ermöglicht. Ob das auch wieder nur eine haltlose Trump-Drohung ist, wird sich zeigen. Ende Juli soll es Gespräche über den „Stadion-Deal“ geben.
Donald Trump soll den Mund halten!
Ein Wort noch zu Donald Trump. Ich finde, der US-Präsident sollte sich aus dem Sport heraushalten. Es gibt sicher ein paar andere Baustellen in der Weltpolitik, als den Namen eines NFL-Teams. Übertragen wir diese Diskussion auf Deutschland. Mal angenommen Friedrich Merz würde sich über den Namen einer Bundesligamannschaft beschweren. Man würde ihn auslachen und das auch völlig zurecht. Ich würde mir wünschen, dass auch Donald Trump von seinen Wählern wegen seiner Dummheiten mehr ausgelacht wird…