In Woche 1 der Saison 2026 hat sich Stefon Diggs nach seinem Touchdown für die Washington Commanders beim Jubeln an den Goalpost geklammert. Das sah lustig aus und war auch nachvollziehbar. Der Pfosten stand da nun mal in seiner Laufrichtung und bevor der Spieler dagegen donnert, umklammert er ihn einfach. Aber zack – Gelbe Flagge! So ein Jubel ist nicht erlaubt! Die Entscheidung „unsportsmanlike conduct“. Manch einer sagt ja, NFL steht für „No Fun League“. Ganz so schlimm ist es nicht. Aber es gibt noch einige andere kuriose Verbote in der NFL.

Zieh‘ dich ordentlich an!
Wer in der NFL auf dem Platz steht, muss ordentlich angezogen sein. Die Liga legt großen Wert darauf, dass die Socken hochgezogen sind und nicht wie bei Paul Breitner damals runterrutschen. Es darf laut NFL Rulebook kein nacktes Bein zu sehen sein. Auch das Trikot gehört in der NFL in die Hose. Wer dagegen verstößt, der muss zahlen – teilweise bis zu 18.000 Dollar.
Lieber nicht den Ball auf die Tribüne werfen…
Eine bekannte Szene: Der Receiver macht einen Touchdown und im Überschwang der Gefühle wirft er den Ball mit voller Kraft auf die Zuschauertribüne. Das ist in der NFL offiziell verboten! Es könnte ja ein Fan am Kopf getroffen werden und die Liga auf 60 Milliarden Dollar verklagen. Erlaubt ist dagegen den Ball einem Fan direkt in die Hand zu geben.
Noch mehr Jubel-Verbote
Dass man den Torpfosten beim Jubeln nicht umarmen darf, haben wir schon gelernt. Außerdem verboten ist es nach dem Touchdown mit dem Ball einen Dunk über die Torstange zu machen. Generell sollten sich Spieler mit allen Jubelgesten in der Nähe der Gegenspieler zurückhalten. Das sehen Schiedsrichter nicht gern.
Bitte nicht anfassen!
Die Schiedsrichter werden in der NFL ganz besonders geschützt. Offiziell ist es auch nur den Teamcaptains erlaubt während des Spiels mit einem Schiedsrichter zu sprechen. Oberste Regel ist aber für alle Spieler: Finger weg! Einen Schiedsrichter anzufassen ist nicht erwünscht. Sollte das unbeabsichtigt passieren, wird kaum jemand etwas sagen. Passiert es aber auf aggressiver Weise, fliegt der betroffene Spieler sofort raus. Eine Geldstrafe gibt es außerdem auch noch.
Die Zeiten sind vorbei…
Einem NFL-Spieler ist es nicht erlaubt eine Uhr am Handgelenk zu tragen, wenn er auf dem Platz steht. Die Regeln schließen zwar Uhren nicht explizit aus. Da ist nur von „harten Gegenständen am Körper“ die Rede, die nicht erlaubt sind. Aber Dank Odell Beckham haben viele schon mal von dieser Clock-Rule gehört. Der hatte vor einigen Jahren eine Luxusuhr im Wert von mehreren 100.000 Dollar auf dem Platz dabei. Die NFL fand das nicht in Ordnung, OBJ argumentierte, dass die Uhr kein „harter Gegenstand“ sei.
iPad-Verbot für alle
Wenn wir zu Hause einen Second Screen zum Footballgucken brauchen, dann greifen viele zu einem iPad. Das geht in der NFL nicht. Spieler und Coaches dürfen neben dem Spielfeld kein iPad benutzen. Die Tablets, die man da sieht, sind immer von Microsoft. Die Liga hat einen exklusiven und millionenschweren Werbevertrag mit Microsoft. Da sind also alle anderen Tablets tabu.
Matthias Gindorf, Football-Journalist und Radio-Macher aus Berlin.
Seit dem Jahr 2000 in den Medien aktiv - unter anderem tätig für den ARD Hörfunk, DAZN, Crunchtime Magazin, Sports Illustrated und die NFL Deutschland.
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