XFL Draft – es wird ernst

Fast 2 Monate sind schon wieder vergangen, seit die XFL ihre Team-Namen vorgestellt hat. Bis zum Start der neuen Liga im Februar 2020 sind es nicht mehr ganz 4 Monate. Jetzt endlich haben die Teams auch Spieler bekommen – beim XFL Draft. So viel gespoiler: Colin Kaepernick feiert kein Comeback. Auch Andrew Luck kommt nicht aus seinem Ruhestand, um in der Liga, die sein Vater Oliver Luck leitet, zu spielen. Aber andere bekannte NFL-Namen werden für die XFL auflaufen. Ich habe mir das angesehen, was da gedraftet wurde.

XFL Teamnamen und Logos - Logo XFL Draft
Quelle: XFL

Am 8. Februar 2020 ist die Opening Night der XFL. Die ersten Spiele finden also am Samstag nach Super Bowl LIV statt. Voriges Jahr hatte die AAF genau diesen Schritt gewagt – und ist grandios gescheitert. Es gab nicht mal eine vollständige Saison. Die XFL macht auf mich schon länger den Eindruck, als würde sie die Sache professioneller angehen. Es liegen fast 2 Jahre zwischen Ankündigung und Kickoff. Nach und nach wurden die Spielorte genannt, dann die Team-Namen und Logos und jetzt also auch die Spieler. Die vergangenen Tage fand der XFL Draft statt. Nicht so pompös wie in der NFL, aber trotzdem gut inszeniert. Wer Lust hat, kann sich das auch bei YouTube in voller Länge angucken:

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Der XFL Draft fand in 2 Stufen statt. In der ersten ging es um die Starting-Quarterbacks und die Picks für Running Backs, Wide Receiver, Tight Ends und die Lineman. In Teil 2 waren die Cornerbacks, Safeties und alle anderen dran.

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Insgesamt besteht die XFL aus 8 Teams – also nur aus einem Viertel der NFL-Dimension. Viele Experten hatten immer wieder gesagt, dass die XFL etwas „Starpower“ braucht, um das Interesse der Fans zu gewinnen. Natürlich können nicht alle Teams ausschließlich mit Stars bestückt werden. Einige bekannte Gesichter würden sicher helfen – und die gibt es in der XFL auch. Die größte Nummer dürfte Connor Cook sein, auch wenn der Quarterback nur einmal für die Oakland Raiders gespielt hat. Er geht in der XFL für die Houston Roughnecks an den Start. Running Back Christine Michael ist einigen Fans der Colts, Packers oder Seahawks vielleicht auch noch ein Begriff. Er spielt in der XFL für die St. Louis Battlehawks.

Der XFL Draft im Detail

Der „Number 1 Over-All-Pick“ der XFL ist Rashard Davis. Der Wide Receiver hatte es in der NFL bei den Eagles, Raiders und Chiefs probiert, konnte sich aber nie einen festen Kaderplatz sichern. Künftig soll er für die DC Defenders punkten. Der erste Spieler, der einen XFL-Vertrag bekommen hatte, war Landry Jones. Er hat 18 Mal bei den Steelers Ben Roethlisberger vertreten. Jetzt ist er Quarterback bei den Dallas Renegades. Eine ganz besondere „Ehre“ wird Rashad Ross zu Teil. Der Wide Receiver, der am Tag des Super Bowls 30 Jahre alt wird, hat schon bei 9 NFL-Teams sein Glück probiert. Er war auch in der AAF aktiv und künftig eben auch bei den Los Angeles Wildcats in der XFL. Innerhalb von 12 Monaten hat er also alle 3 Ligen durch.

Sämtliche Spieler der XFL durchzugehen würde hier etwas den Rahmen sprengen. Es ist aber schon zu sehen, dass natürlich einige AAF-Spieler eine neue Chance bekommen oder natürlich angehende Profis, die von der NFL gecuttet wurden. Wo sollen die Spieler auch sonst herkommen? Zwei Namen haben es nicht in die XFL geschafft, auf die vielleicht ein paar Fans gehofft hatten. Colin Kaepernick etwa. Er hat keine Chance bekommen. Auch Sportsfreund Antonio Brown wurde gehandelt. Er war aber ebenfalls nicht im XFL Draft vertreten.

XFL Draft – und nun?

Mir persönlich fehlt immer noch etwas „Personal mit ganz großer Strahlkraft“. Da lässt sich der Vergleich zum Wrestling vielleicht ganz gut ziehen – schließlich ist der Kopf hinter der XFL der größte Wrestling-Promoter, den diese Welt gesehen hat. Vince McMahon hat damals in den 90ern mit seiner WWF plötzlich gegen den Konkurrenzen WCW an Zuspruch verloren, weil der Mitbewerber den dicksten Fisch an Land gezogen hatte – nämlich Hulk Hogan. Als dieser zur Konkurrenz ging, bekam die WCW neue Strahlkraft und beide Ligen schaukelten sich nach oben. Gut, ein Tom Brady wird sicher nicht in die XFL gehen. Aber vielleicht passiert ja etwas vergleichbares nach der NFL-Saison?

Die Kader sind also gefüllt. Jetzt kann trainiert werden. Bis Februar ist nicht mehr wirklich lange Zeit. Immerhin müssen Playbooks erstellt UND verinnerlicht werden. Das ist viel Arbeit. Anders als bei der NFL, dürfen an Spieltagen später einmal 49 Spieler im aktiven Roter sein (NFL: 53). Auch die Bezahlung ist etwas anders: Das Basis-Gehalt liegt bei knapp über 27.000 Dollar. Für jedes „aktive Spiel“ gibt es noch mal einen Bonus von knapp 1.600 Dollar. Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass Vince McMahon in Vermögen von rund 3 Milliarde Euro angehäuft hat. Aber es geht ja schließlich auch um Sport.

Wo kann ich die XFL sehen?

Die Fernsehdeals in den USA können sich sehen lassen. Da wird die XFL auch bei den großen Sendern laufen – bei ABC und ESPN. In Deutschland hat sich noch kein Abnehmer gefunden. DAZN wäre vielleicht eine Option, aber die bieten gerade um die Fußball-Bundesliga mit und konzentrieren sich vielleicht eher auf das bestehende Angebot. ProSieben Maxx ist mit College Football, NFL, Rugby und der U21 auch schon gut ausgebucht. Allerdings zeigt der Sender auch Vince McMahons WWE. Das wäre ein Ansatzpunkt für Verhandlungen. Muss aber nicht. Vielleicht wird die XFL auch im WWE-Network gezeigt? Das ist in Deutschland für 9.99 Euro im Monat zu haben. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Freut ihr euch auf die XFL? Wollt ihr sie aufmerksam verfolgen? Schreibt eure Meinung auf die BeimFootball Facebook-Seite oder in die Facebook-Gruppe.

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