Was nun, Patriots?

Das Wild Card Wochenende der NFL Playoffs 2019 ist geschafft und es kam tatsächlich zur großen Überraschung. Die New England Patriots haben gegen die Tennessee Titans verloren (ich habs doch gesagt!). Der Champ kann seinen Titel nicht verteidigen. Das erste Mal seit 2012 wurde ein Playoff-Heimspiel zu Hause in Foxborough verloren. Natürlich gucken jetzt alle auf Tom Brady. Spielt er weiter? Geht er in den Ruhestand? Wechselt er das Team? Ist die große Zeit der New England Patriots vorbei? Viel wurde schon geschrieben und gestänkert. Auch ich habe eine Meinung dazu! Eine, auch mit Blick auf Deutschland. Was nun, Patriots?

Was nun, Patriots? - Titel

„Es ist traurig, dass es so zu Ende geht!“. Das waren die ersten Worte von Patriots Coach Bill Belichick nach der 13:20 Niederlage gegen die Titans – gewohnt schmallippig. Tom Brady war verständlicherweise auch nicht wirklich auskunftsfreudig. In der Pressekonferenz nach dem Spiel war auch schon die zweite Frage die nach seiner Zukunft. Mal ehrlich: Wer erwartet hier, dass er ein paar Minuten nach dem Spiel wirklich sagt: „So Leute, das wars! Machts gut!“ Die Frage an sich und die Diskussion ist aber natürlich angebracht. Was nun, Patriots?

Was wäre wenn…

Tom Brady und Bill Belichick (übrigens in Tennessee geboren) haben zusammen 20 Jahre NFL erlebt, 9 Super Bowls gespielt, 6 Super Bowls gewonnen, 219 Siege gefeiert, 17 AFC East Titel gesammelt. Hier wurde etwas geformt, was den modernen NFL Football geprägt hat. Ob man die Patriots mag oder nicht, aber ohne diese Dominanz würde der Football aktuell sicher ganz anders dastehen. Ich finde, mit starken und übermächtigen Gegnern wachsen auch die Herausforderungen und Herausforderer. Jedes Team ist noch motivierter den Überraschungs-Sieg zu holen. Jeder will der sein, der den Patriots ein Bein stellt. Das hat in den vergangenen 20 Jahren sicher viele angespornt.

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Bemühen wir doch einen Fußball-Vergleich: Jeder in der Bundesliga will die Bayern schlagen. Jeder in Spanien will Real Madrid oder den FC Barcelona schlagen. Jeder in England will Manchester City schlagen. Es dauert meist etwas, aber es passiert. RB Leipzig ist Herbstmeister in der Bundesliga. Atlético Madrid hat in Spanien die Dominanz durchbrochen und Jürgen Klopp ist mit dem FC Liverpool drauf und dran sich als feste Nummer 1 zu etablieren. Sie alle sind besser geworden, weil es ganz oben einen „Gegner“ gab. So glaube ich, dass die Patriots mit ihrer Dominanz der NFL enorm geholfen haben. Betrugsvorwürfe, Schummeleien etc. mal außen vor!

Was nun, Patriots?

Aber was passiert jetzt? Werden die Patriots zerfallen? Wird Tom Brady aufhören? Das kann und will ich nicht voraussagen. Eine Art Neuanfang ist sicher nötig. Die Patriots haben ein extrem altes Team und irgendwann wird der Tag kommen, an dem ein neuer Quarterback ran muss. Aus meiner Sicht wäre es clever, das Team insgesamt zu erneuern – auf vielen anderen Positionen – und nicht alles von Tom Brady abhängig zu machen. Er selbst hatte mal gesagt, dass er noch 3 Jahre spielen will. Er wäre eine Stütze beim Formen einer neuen Mannschaft. Wenn er tatsächlich ginge, würde das einem Zusammenbruch der Patriots gleichkommen. Das will da sicher niemand.

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Tom Brady ist 42, Lamar Jackson von den Baltimore Ravens wird 23 Deshaun Watson von den Houston Texans ist 24. Da wächst zwar eine neue Quartierback-Generation heran. Aber das war schon immer so. Davor muss sich der GOAT auch nicht verstecken. Was ich mir nicht vorstellen kann, ist ein Vereinswechsel. Brady ist Free-Agent und es gab auch schon erste Gerüchte, dass er z.B. zu den LA Chargers wechseln könnte. Sicher würde das gut zu verkaufen sein. Die Chargers spielen nächste Saison in dem neuen Hightech-Stadion, dazu Hollywood, Kalifornien und Glitzer. Aber Geschichten wie diese kommen meistens nur auf, weil sie gut zu erzählen sein. Nicht, weil etwas dran ist. Dafür kenne ich die Medienwelt doch zu gut.

Schon andere Wechsel sind verpufft

Dass ein Wechsel eines Star-Quarterbacks auch blöd aussehen kann, hat die Vergangenheit schon einige Male gezeigt. Joe Montana von San Francisco nach Kansas City, Joe Namath von den Jets zu den LA Rams, Johnny Unitas von den Baltimore Colts zu den San Diego Chargers. Alles auf dem Papier vielleicht ganz nett – aber auf dem Platz eher weniger. Ich kann es mir kaum vorstellen, dass Tom Brady eine neue sportliche Herausforderung braucht, Geld sowieso nicht. Deswegen sage ich zur Frage „Was nun, Patriots?“: Brady macht in New England weiter, hilft beim Aufbau einer neuen Mannschaft und tritt dann in ein oder zwei Jahren ab, wenn er gesund bleibt und der Laden läuft.

Sollte es aber jetzt doch zu einem Kahlschlag kommen und Tom Brady spielt nie wieder für die Patriots, dann hätte das sicher auch Folgen für den Football in Deutschland. Die Patriots sind die klare Nummer 1 bei den Fans. Die Einschaltquoten bei Pro Sieben MAXX sind bei Patriots-Spielen in der Regular Season fast immer höher als bei anderen Teams. Tom Brady kennt so gut wie jeder – auch wenn man keine Ahnung von dem Sport hat. Bricht diese Identifikationsfigur weg, könnte das Interesse allgemein etwas nachlassen. Das könnte sich auch auf ein mögliches NFL-Spiel in Deutschland auswirken. Patriots Owner Robert Kraft hat mehrfach gesagt, dass er das erste Team sein will, das in Deutschland antritt. Ohne Hype und ohne Erfolg? Schwer vorstellbar.

Mein Wunsch für die New England Patriots

Ich persönlich hoffe, dass sich in Foxborough niemand verrückt machen lässt von der Fragerei nach dem „Was nun, Patriots?“. Ruhe bewahren, weitsichtig denken und dann nächste Saison neu angreifen. Mit Bill Belichick, mit Tom Brady, mit herausragenden Receivern, hoffentlich auch wieder mit Jakob Johnson. Die Pleite gegen Tennessee war blöd, kann aber passieren und zeigt ja nur, dass die Liga gestärkt und gewachsen ist. Und noch ein Wort an alle Hater, die gerade bei Social Media gegen die Patriots stänkern: Es geht hier immer noch um Sport und um Menschen in ihrem Job. Denkt daran und überlegt mal, wie es wäre, wenn ihr in eurem Job angemault werdet. Danke!

2 Kommentare

    • Yvonne Hnida on 7. Januar 2020 at 21:58
    • Antworten

    Also ich muss sagen, dass sind wirklich wahre Worte und sehr schön beschrieben und rüber gebracht.
    Ich sehe dies 100%ig genauso.
    Prima Go Pats, Go Tom Brady.

    1. Danke 🙂

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