Trainer Karussell in der NFL

Die Regular Season der NFL ist geschafft. 12 der 32 Mannschaften haben sich einen Playoff Platz gesichert. Das heißt aber auch: Bei 20 Teams ist die Saison zu Ende und es geht an die Aufarbeitung. Der Montag nach dem letzten Spieltag vor den Playoffs wird „Black Monday“ genannt. Denn an diesem Tag fliegen besonders viele Trainer raus. Dieses Mal waren es gleich 6 innerhalb weniger Stunden. Eine Übersicht:

Trainer Karussell

Dieser Mann hier hat seinen Job behalten: Doug Pederson von den Philadelphia Eagles. Der Titelverteidiger hat es auf den letzten Metern doch noch in die Playoffs geschafft. Die Eagles standen mal bei 4 und 6 und machten daraus noch eine 9 und 7 Bilanz. Sie kassierten die höchste Pleite eines amtierenden Champions – ein 7:48 gegen New Orleans.  Die Welt in Philadelphia ist jetzt aber wieder halbwegs in Ordnung. Bei anderen Teams kommt es zum „Reboot“.

Schwarzer Montag für NFL Trainer

Der Tag nach dem letzten Regular Season Spieltag wird in der NFL „Black Monday“ genannt. Anders als beim Black Friday, an dem Amazon Schnäppchen raushaut, fliegen an diesem Montag oft reihenweise Trainer raus. Dieses Mal traf es innerhalb von 24 Stunden gleich 6 Coaches – und das am Silvestertag. Dann mal frohes neues Jahr.




Wer musste gehen? Marvin Lewis von den Cincinnati Bengals. Er war 16 (!) Jahre im Amt. Das Team hat aber auch wirklich nicht viel gerissen und da ist ein Neuanfang sicher auch ganz hilfreich.

Todd Bowles bei den New York Jets ist auch seinen Job los – nach einer 4 und 12 Bilanz. Aber die Jets haben auch immer das Laster in einer Division mit den Patriots spielen zu müssen bzw. dürfen.

Bei den Arizona Cardinals ist für Steve Wilks nach nur einer Saison Schluss. Mit nur 3 Siegen hat das Team auch die schlechteste Bilanz von allen 32 Mannschaften aufzuweisen.

Dirk Koetter bei den Tampa Bay Buccaneers ist auch Geschichte. Trotz des kurzzeitigen Hypes um „Fitzmagic“ holte der Club aus Florida nur 5 Siege.

Noch mal Florida: Die Miami Dolphins haben sich von Head Coach Adam Gase getrennt. Wer in 17 Jahren 15 Mal die Playoffs verpasst, der hat irgendwann auch keine Argumente mehr für sich

Nummer 6 im Bunde ist Vance Joseph von den Denver Broncos. Aus den Broncos war aber auch eigentlich nicht viel rauszuholen und so ist auch hier ein Neuanfang dringend nötig.

Kritik am „Viehmarkt“ NFL

Auch wenn etwa an nur einem Tag 6 von 32 Trainer geflogen sind, vorige Saison traf es zur selben Zeit 7 Coaches. Die NFL ist zwar ein knallhartes Geschäft, in dem sich niemand Fehler erlauben darf. Das „Hire & Fire“ Prinzip ist in den USA auch verbreiteter als bei uns in Deutschland. Die Kritik an den vielen Rauswürfen wird aber immer lauter. Auch das NFL Network hat sich z.B. bei Twitter Ärger eingehandelt, weil es den „Black Friday“ groß inszeniert hat.

Sean Payton von den New Orleans Saints nannte die Berichterstattung und Vermarktung der Entlassungen als „enttäuschend“. Eine in den USA leider immer noch viel zu oft geführte Diskussion kommt auch noch dazu: „Warum sind so viele Farbige unter den Entlassenen?“ Fehlt eigentlich nur noch, dass sich Präsident Trump einmischt und wieder mit Statistiken um sich wirft, um schlechte Stimmung zu verbreiten.

Trainer Karussell

Fragt aber auch mal jemand, wie es den Spielern in der Kabine nach dem Black Monday geht? Klar, die müssen auch immer damit rechnen von jetzt auf gleich auf der Straße zu sitzen. Aber funktioniert ein Team nicht erst richtig gut, wenn Spieler UND Trainer eine Einheit bilden? In der Serie All or Nothing kann man das gut erkennen. Jason Garrett von den Dallas Cowboys oder Sean McVay von den LA Rams scheinen ihre Jungs zu mögen und auch andersrum. Etwas mehr Geduld mit einem Trainer wäre sicher auch in der NFL angebracht.

Was passiert jetzt am Trainer Karussell?

Natürlich werden entlassene Trainer bei einem anderen suchenden Team jetzt Thema werden. Der Laie fragt sich dann sicher: „Wieso soll es bei Team B besser klappen als bei Team A“? Aber dieses Prinzip gibt es wohl in jeder Sportart. Markus Weinzierl, Mirko Slomka oder Bruno Labbadia aus der Fußball Bundesliga sind die besten Beispiele. Erste Gerüchte geistern auch schon durch die NFL:

Mike McCarthy, der schon vor einigen Wochen bei den Green Bay Packers geflogen ist, spricht also mit den Browns (die auch schon im Laufe der Saison ihren Head Coach gefeuert hatten) und vielleicht auch mit den Jets. Vance Joseph könnte von den Broncos zu den Bengals gehen. Adam Gase könnte von Miami nach Arizona wechseln. Die Experten bei Twitter haben ganz offensichtlich eine Dauerkarte für das Trainer Karussell.

Hier und da wird aber sicher auch ein College Trainer in die NFL geholt oder ein Defensive Coordinator oder Special Teams Coach könnten zum Head Coach aufsteigen. Bei so vielen nötigen Neubesetzungen müssen die Teambeseitzer auch mal Risiken eingehen und ganz neue Coaches aus dem Hut zaubern. Das kann die NFL durchaus beleben, neue Spielideen können entstehen und auch ganz neuer Schwung aufkommen. Der Liga kann das auf lange Sicht eigentlich nur helfen. Einer steht für einen Job in der NFL definitiv aber nicht bereit – der bekannteste Coach aus Deutschland: Patrick Esume:

 

 

1 Kommentar

    • Jurgen Reinhold on 3. Januar 2019 at 17:39
    • Antworten

    Netter Artikel. Habt asber doch sehr wichtige Dinge ausgelassen. Erstmal das „Rooney rule“ (sehr gut zu erwähnen) Dann noch wichtiger: Teams dürfen NICHT Assistent coache interviewing die in den playoffs sind. Sobald sie aus den playoffs raus sind können sie mit anderen Teams für jobs interviewing.

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