Saisonrückblick mit Günter Zapf

„Ich sehe die New England Patriots in diesem Jahr nicht so klar vorne“. Das waren die Worte von Günter Zapf von DAZN, als ich ihn vor dem Saisonstart 2018 interviewt hatte.  Er hat Recht behalten: So klar haben die Patriots den Super Bowl LIII schließlich nicht gewonnen. Außerdem hatte sich Günter die Rams im Finale gewünscht. Genau das ist dann ja auch passiert. So viel Orakel-Wissen vorab – deswegen jetzt hier auch mein Saisonrückblick mit Günter Zapf – zum Lesen und Hören.

Super Bowl LI - Günter Zapf NFL live

Günter und ich kennen uns seit fast 20 Jahren, zuletzt sind wir uns beim Super Bowl LI in Houston über den Weg gelaufen. Für meinen Blog nimmt er sich immer wieder gerne Zeit, was ich sehr zu schätzen weiß. Vor dem ersten Spieltag hatten wir uns gemeinsam auf die „spannendste Saison seit langem“ gefreut, mit vielen neuen Gesichtern und deutschen Stars. Jetzt also der Saisonrückblick – auch als Audio:

Günter, die Saison ist geschafft. Wie fällt dein Fazit aus?

Es war sehr unterhaltsam und sehr spannend. Es haben sich auch extrem viele neue Teams für die Playoffs qualifiziert, die letztes Jahr nicht dabei waren. Und dann dreht es sich wieder um und am Ende stehen die Patriots wieder ganz oben – da kann man dann nicht von einer großen Spannung sprechen. Und der Super Bowl war jetzt auch nicht der ganz große Knaller. Aber die Saison war schon klasse, allein wenn man an das LA Rams vs. Kansas City Chiefs Spiel denkt – dann waren da schon ein paar richtige Schmankerl dabei.

 

Du hast die Patriots schon angesprochen. Sind die deiner Meinung nach der verdiente Champion?

Sie haben es wieder hinbekommen zum richtigen Zeitpunkt die Schrauben anzuziehen und sich da zu verbessern, wo noch kleine Schwierigkeiten waren. Aber das kennt man. Wenn man sie verfolgt, dann weiß man: Die Patriots waren immer zu Beginn einer Saison ein bisschen anfällig, haben auch mal Niederlagen eingesteckt. Aber die Patriots lernen auch aus ihren Fehlern. Das macht dann den Unterschied aus – gepaart mit der Erfahrung die sie mitbringen durch die vielen Super Bowl Teilnahmen. Also: Der absolut verdiente Sieger!

 

Noch ein Wort zum Super Bowl: Mit 13:3 haben die Patriots gegen die Rams gewonnen: Wie siehst du das? Defensiv-Spektakel oder Langeweile?

Das war natürlich langweilig – da müssen wir uns nichts vormachen. Das große Problem ist natürlich: Durch das Fernsehbild siehst du nur einen gewissen Ausschnitt. Das heißt, die Genialität der Defensive-Coaches wird da nur teilweise erkennbar.




Zum Anschauen – gerade was das Fernsehbild liefert – war es dann schon eher ein langweiliges Ding. Vor allem, weil man hatte auch nie das Gefühl, dass New England in Gefahr gerät.

 

Wir machen ja einen Saisonrückblick. Wie steht es deiner Meinung nach um den Football-Hype in Deutschland? Gab es noch einen Schritt nach vorn?

Football in den letzten Jahren explosiv nach oben gegangen, was das Interesse betrifft. Das gab es so noch nie und geht von Jahr zu Jahr weiter – und: In dieser Zeit sind auch die Patriots gut. Es gibt in Deutschland überproportional viele Patriots-Fans und dann hilft es natürlich, wenn die wieder im Super Bowl stehen und gewinnen! Da ist schon mal das Grundinteresse da, die Entwicklung ist extrem gut und ich glaube, es da auch noch ein bisschen weiter.

 

Sasionrückblick - SB LIII

Zum Saisonrückblick gehören auch die Schattenseiten. Es gab fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen oder Rassismus-Debatten. Wo kann die NFL noch optimieren?

Die Probleme sind nach wie vor da. Das sind natürlich auch die Schiedsrichter-Entscheidungen – wie in jedem Sport. Die wird es immer geben. Das war natürlich eklatant, dass es in einem Championship Game (Saints vs. Rams A.d.R.) passiert – das ist ganz, ganz bitter. Da war ein großer Fehler der Liga – meiner Ansicht nach – sich da ruhig zu verhalten. Aber vielleicht haben sie das von Angela Merkel gelernt. Man kann alles aussitzen, wenn man lang genug wartet. Aber es gibt genügend Menschen mit Sachverstand, die darauf eingehen. Da macht die NFL es dann schon relativ richtig, nicht gleich überstürzt nach vorne zu preschen und irgendwelche wahnsinnigen Regeländerungen umzusetzen

 

Jetzt haben wir über ein halbes Jahr footballlose Zeit bis zur Saison 2019. Was macht Günter Zapf bis dahin?

Footballlos gibt es ja eigentlich nicht mehr. Das NFL Network läuft 12 Monate, 24 Stunden am Tag. Dann kann man auch schon über die Draft spekulieren. Auch auf den Spielplan kann man sich schon freuen. Ich habe dann ja noch die ein oder andere kleine Nebenbeschäftigung. Sei es Eishockey oder Baseball ab April. Es ist genug zu tun! Und wenn alle Stricke reißen, kann man sich ja jetzt auch die AAF angucken, die gerade ihren Spielbetrieb aufgenommen hat.

 

Die AAF – die Alliance of American Football – ist in der Tat gerade ein ziemlich großes Thema. Deshalb werde ich mich hier im Blog auch demnächst mal mit der Liga auseinandersetzen.

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