Die besten und schlechtesten Halftime Shows

Spekuliert wurde schon seit Wochen, jetzt ist es bestätigt: Maroon 5 spielen beim kommenden Super Bowl in der Halbzeitpause. Sie sind damit also Nachfolger von Justin Timberlake, der voriges Jahr in Minneapolis der Hauptact war. Ich habe mir so gut wie alle Halbzeitshows der vergangenen Jahrzehnte angeguckt und meine ganz persönliche Liste zusammengestellt: Die 5 besten und 5 schlechtesten Halftime Shows gibts hier:

Halftime Show

Lady Gaga beim Super Bowl LI

Bevor es losgeht ein kurzer Blick in die Geschichte: Bis in die 1980er Jahre hinein traten in der Halbzeit meistens Marching Bands auf oder die Show war eingebettet in eine bestimmte Geschichte. Da gab es „Salute to the 60s“, „Mardi Gras“ oder „A musical America“. Erst in den 1990ern rückten die Stars in den Mittelpunkt und es wurde von Jahr zu Jahr größer. Das hier ist meine Liste – von Platz 5 bis 1. Es geht los mit den meiner Meinung nach schlechtesten Shows:





Flop 5: Janet Jackson

Es war der Super Bowl XXXVIII am 1. Februar 2004 in Houston – der Abend des berühmten „Nippelgate“. Justin Timberlake entblößt „ganz aus Versehen“ eine Brust von Janet Jackson. Mehr ist von dieser Show nicht hängen geblieben. Mehr sehenswertes oder hörenswertes war auch nicht dabei. Die Show wirkt völlig langweilig und nach dem Aufblitzen des Nippels konnte sich sowieso niemand mehr konzentrieren. Gut, dass es damals noch kein Twitter gab. Leider wird diese Show auch immer wieder nur auf den Skandal reduziert. Deshalb lieber schnell vergessen!

Flop 4: Katy Perry

Die Halbzeitshow von Super Bowl XLIX 2015 in Phoenix gilt zwar als die mit der höchsten Quote überhaupt – rund 120 Millionen sollen dabei gewesen sein. Aber in einer Welt von hartem Kontaktsport und mit körperlicher Action passten die tanzenden Haie und Surfbretter überhaupt nicht ins Bild. Aber es ist auch verständlich, warum die NFL auf Katy Perry gesetzt hat: Über 100 Millionen Follower bei Twitter, 67 Millionen bei Facebook und 73 Millionen bei Instagram. Albern war die Show trotzdem.

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Flop 3: Madonna

Es war Super Bowl XLVI in Indianapolis am 5. Februar 2012. Zu diesem Zeitpunkt war Madonna schon 53 Jahre alt. Blöd nur, dass sie sich auf der Bühne aufreizender bewegen möchte als Rihanna oder Ariana Grande, die etwa halb so alt sind. Dazu kam dann auch noch, dass Rapperin M.I.A. bei dem Auftritt den Stinkefinger zeigen musste. Es gibt sicher schlimmeres als das. Aber allen Beteiligten sollte klar sein, dass die NFL und die US-Bevölkerung ziemlich empfindlich bei solchen Gesten sind.

Flop 2: Black Eyed Peas

Der Super Bowl XLV fand 2011 im Cowboys Stadion statt – vor 103.000 Zuschauern. Sie alle mussten diesen furchtbaren Auftritt über sich ergehen lassen. Warum sich die Black Eyed Peas für den Super Bowl „qualifiziert haben“ ist mir bis heute schleierhaft. Die Show war lieblos, schlecht gesungen, langweilig performt. Als dann noch Sängerin Fergie mit Slash von Guns n‘ Roses „Sweet child o‘ mine“ kreischte, war auch der letzte Funken Hoffnung weg.

Flop 1: The Who

Am 7. Februar 2010 spielten The Who in der Halftime von Super Bowl XLIV in Miami. Das war 46 Jahre nach der ersten Band-Gründung. Das muss zwar nichts schlechtes seien, siehe Rolling Stones oder Paul McCartney. Aber The Who spielen dann doch eine Liga tiefer. Außerdem stimmte der Sound überhaupt nicht und Musik und Gesang waren total asynchron. Pete Townshend und Roger Daltrey hatten sogar zugegeben noch nie ein Footballspiel oder eine Halftime-Show gesehen zu haben.

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Bevor ich die meiner Meinung nach besten 5 Halftime Shows aufzähle, hier eine Liste mit Bands und Künstlern die außerdem mal aufgetreten sind. Es ist schon beachtlich, dass so gut wie jeder Star der jeweiligen Zeit irgendwie bei einem Super Bowl dabei war. Die Nationalhymne habe ich dabei nicht mal beachtet.

Also „außer Wertung sind“: Lady Gaga, Coldplay, Beyonce, Tom Petty, Rolling Stones, Paul McCartney, Shania Twain, No Doubt, Sting, Aerosmith, Britney Spears, Phil Collins, Stevie Wonder, Tempatations, ZZ Top und die Blues Brothers.

Top 5: Super Bowl XXV

Am 27. Januar 1991 war das Tampa Stadium Spielort – die Zeit war aber fast noch wichtiger. Wenige Tage zuvor begann die „Operation Desert Storm“, also der Zweite Golfkrieg. Deshalb lief diese Show auch nicht live in der Pause, sondern „live on tape“ hinterher. Stattdessen sendete ABC in der Pause eine Sondersendung zum Krieg. Das Spiel wurde von der NFL zu „one of the most memorable Super Bowls in history“ erkoren. Es gibt das Spiel sogar in voller Länge bei YouTube:

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Das Motto der Halftime Show war „A Small World Salute to 25 Years of the Super Bowl“. Über 3.500 Kinder verschiedener Herkunft sangen zusammen mit Disney-Figuren und New Kids on the Block. Klingt heute vielleicht kitschig. Aber die Perfektion, die Schnitte und die Musik sind so gut gemischt worden – und das ist fast 30 Jahre her!

Top 4: Prince

Wieder mal war Miami Schauplatz. Im Sunshine State ging an diesem 4. Februar 2007 aber fast die Welt unter. Es regnete wie aus Eimern, als Prince in der Pause von Super Bowl XLI auftrat. Er war aber so gar nicht Diva, zog seine Show klatschnass durch und sein „Purple Rain“ im Regen von Miami dürfte legendär sein. Dazu gibt es vom NFL Network auch eine tolle Doku:

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Top 3: Bruno Mars

Der Super Bowl XLVIII am 2. Februar 2014 war etwas ganz besonderes – er fand in New York statt. Eigentlich entspricht das MetLife Stadium nicht den Regeln der NFL für einen Super Bowl, denn es ist offen und New York im Februar ist eigentlich zu kalt. Es gibt die Regel, dass ein Open Air Super Bowl nur da stattfinden darf, wo die Durchschnittstemperatur zur Spielzeit bei mindestens 10 Grad liegen muss. Aber es ist nun mal New York, der Sitz der NFL, die vielleicht bekannteste Stadt der Welt. Geldverdienen stand da sicher über der Regel.

Das Spiel in New York war dann nicht mal der kälteste Super Bowl der Geschichte. Bei Kickoff waren es etwa 10 Grad Celsius. Bei Super Bowl VI im Jahr 1972 in New Orleans war es bisher am kältesten – mit knapp 4 Grad. Die Show von Bruno Mars war dann ein unglaublicher Kraftakt an Musik. Ein irres Drumsolo zu Beginn, ein Hauch von Motown in der Mitte, eine Erinnerung an James Brown danach und dann noch die Red Hot Chili Peppers – mit Anthony Kiedis oben ohne. Da passte alles. Das Licht, alle Kamerabewegungen, das Feuerwerk im Stadion und als dann Bruno Mars „Just the way you are“ singt und US-Soldaten aus aller Welt ihre Familien grüßen, dann ist das schon rührend.

Top 2: Bruce Springsteen

„Put your chicken fingers down and turn the TV up“. Das schreit der Boss beim Super Bowl XLIII am 1. Februar 2009 in Tampa in die Kameras. Von mir aus könnte Bruce Springsteen jedes Jahr in der Halftime auftreten, denn niemand sonst passt so gut zu diesem American way of life. Das Intro mit den NFL-Spielern macht schon unglaublich heiß auf diese Show. Man sieht Bruce Springsteen an, dass er sich richtig wohl fühlt. Ich kann mir die Show immer wieder angucken. 13 Minuten allerbeste Laune!

Top 1: U2

Es war der 3. Februar 2002 – Superdome New Orleans. Super Bowl XXXVI. An sich sind U2 schon Grund genug für eine klasse Halftime Show. In diesem Fall standen die USA aber noch ganz unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001. Gerade mal 5 Monate nach dem Terror machten U2 genau das Richtige: Eine einfache aber aussagekräftige Show. Alle Namen der Opfer der Anschläge wurden auf einer Leinwand gezeigt. Als Bono dann bei „Where the streets have no name“ seine Jacke öffnet und im Innenfutter eine USA-Flagge zu sehen ist, dann fließen auch beim härtesten Kerl tränen.

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