College Football Finale – meine Eindrücke

Das Thema College Football ist seit dieser Saison ein noch größeres in Deutschland. Ich kann mich noch erinnern, wie ich 2003 bei NASN einige Spiele live sehen konnte. Sport 1 hat auch lange übertragen, DAZN dann auch und jetzt Pro Sieben MAXX – mit der selben Hingabe wie bei der NFL. So saß ich vergangene Nacht mit Coach Esume und Björn Werner vor dem Fernseher und sah das College Football Finale zwischen den Clemson Tigers uns LSU.

College Football Finale - Logo

Auch wenn ich schon vor 17 Jahren College Football live geguckt habe – aber nie wirklich so intensiv wie die NFL – gebe ich offen zu, dass ich in diesem Jahr auf den Hype-Train aufgesprungen bin. Für meine übernächste USA-Reise habe ich mir fest vorgenommen mal ein College-Spiel zu besuchen. Selbst mein Bruder hat das schon gemacht und der hat 0 Ahnung von Sport. Er wohnt in München und merkt nicht mal, wenn dort der FC Bayern mal wieder auf dem Marienplatz feiert. Bei den 120 Teams in der Division I werde ich schon etwas finden, was mir gefällt. Vielleicht ja auch Clemson oder LSU?

College Football Finale – ein Muss in den USA

Die Einschaltquote für das Spiel vergangene Nacht ist noch nicht da. Im vorigen Jahr haben etwa 25 Millionen Amerikaner zugeguckt. Zwar „nur“ ein Viertel der Zahl des Super Bowls, aber trotzdem ist das Spiel ein Heiligtum für die Amerikaner. Das hat man auch vergangene Nacht gesehen. Denn selbst der Präsident war da. Ich wollte zwar direkt wieder ausschalten, als ich Donald Trump gesehen habe, aber ein Social Media Kommentar hat mich überzeugt. Da schrieb jemand: „Wenn Trump beim Spiel ist, kann er wenigstens keinen Krieg anfangen!“. Die Hymne war sehr bewegend – die Stimmung im Superdome in New Orleans passte wunderbar und dann ging es los.

College Football Finale - Hymne

LSU und Clemson waren mit einer 14:0 Bilanz – also ungeschlagen in dieses Finale eingezogen. Clemson war der Titelverteidiger. Quarterback Trevor Lawrence hatte in seiner Karriere bis hier jedes (!) seiner 29 Spiele gewonnen. Auf der anderen Seite ist Quarterback Joe Burrow wahrscheinlich die nächste ganz große Nummer in der NFL. Der 23-jährige hatte im „Halbfinale“ allein in der ersten Halbzeit 7 (in Worten: sieben!) Touchdowns aufgelegt. Dieses Finale sollte auch sein Spiel werden. Die Heisman-Trophy hat er schon, dazu kommen 6 Touchdows in diesem Finale. Er wird höchstwahrscheinlich der #1 Pick im NFL-Draft. Heißt: Wir könnten ihn in der neuen NFL Saison bei den Cincinnati Bengals sehen.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen im Banner klicken.

Ich muss an dieser Stelle nicht das gesamte Spiel analysieren – das können andere besser. LSU hat mit 42:25 gegen Clemson gewonnen. Mir geht es eher um das Erlebnis College Football Finale. Ich mag das etwas schnellere Spiel im College und dadurch auch die etwas höhere Fehlerwahrscheinlichkeit. Das hat man auch in dieser Nacht bei dem Spiel gesehen. Die NFL wirkt im Vergleich manchmal etwas „zu perfekt“. Was natürlich unschlagbar beim College Football ist, das ist die Stimmung. Wenn es selbst am Fernseher so gut rüberkommt, wie muss das erst im Stadion sein bei so einem Finale? Marching-Bands, Cheerleader und die leidenschaftlichen Studenten, die nicht auf dem Platz stehen. Herrlich.

College Football Finale - Fans

Mir ging beim Zugucken manches Mal durch den Kopf: Wie würde so etwas in Deutschland aussehen, wenn man das System überträgt? Würden Studenten der Uni Oldenburg an einem Samstag um 10 Uhr ein Stadion mit 100.000 Plätzen füllen, die Luft zum Brennen bringen, wenn unten die besten der Besten Fußball gegen die Uni Wuppertal spielen? Klar, so ein Vergleich hinkt gewaltig, aber er zeigt, welche Begeisterung und welche Leidenschaft in den USA beim College Football an den Tag gelegt werden. Ich habe Freunde in Houston, die an der Texas Tech waren. Auch 25 Jahre nach ihrem Abschluss ist es völlig normal, dass das Logo der Uni irgendwo am Haus oder im Garten zu sehen ist!

College Football Finale zu Recht im TV

Die Übertragung des Spiels hier in Deutschland fand ich auch wirklich angemessen. Coach Esume ist sowieso das „Gesicht des Footballs“ in Deutschland, also gehört er in die Übertragung von Pro Sieben MAXX. Björn Werner hat sich für meinen Geschmack in diesem Jahr auch wirklich als Experte etabliert. Er hat auch am College gespielt und kümmert sich seit Jahren um den europäischen Football-Nachwuchs, so dass dieser an die Colleges kommt. Das perfekte Duo also. Die Maßstäbe bei ESPN in den USA sind da noch ein paar andere, wie diese Grafik zeigt, die ich bei Twitter gefunden habe.

College Football Finale - TV
Quelle: ESPN

Für das College Football Finale wird in den USA ein Aufwand betrieben, wie es ihn in Europa nicht mal beim Champions League Finale gibt. Aber ist es nicht genau dieser Gigantismus der uns hier drüben so an der Football-Kultur fasziniert? Erstaunlich beim College Football ist auch, wie sich die Teams von Jahr zu Jahr fast komplett neu erfinden müssen. Die Spieler sind maximal 4 Jahre spielberechtigt. Dann müssen es neue richten. Da ist eine Dominanz, wie sie LSU und Clemson die vergangenen Jahre gezeigt haben, noch höher anzurechnen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, dass die neue Saison im College Football beginnt. Das passiert am 24. August 2020!

Schreibe einen Kommentar

E-Mail-Adressen werden nicht angezeigt.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen